Diskussion im Tölzer Ausschuss

Vergünstigungen für Urlauber: Bald Gästekarte „KönigsCard“ im ganzen Landkreis?

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Touristisch attraktiv:Der Landkreis (hier ein Foto aus der Jachenau) lockt viele Urlauber an und will ihnen etwas bieten.

Eine einheitliche elektronische Gästekarte für alle Städte und Gemeinden des Landkreises: An diesem Projekt wird schon seit Jahren herumgedoktert. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf. dabei ist aber jetzt schon klar: Eine Gemeinde wird ganz bestimmt ihren Sonderstatus behalten.

Bad Tölz – Keine Kosten, wenig Aufwand, kein Risiko, aber viel Imagegewinn und Mehrwert für die Besucher von Tölz: Das soll die aufgepeppte Gästekarte KönigsCard bringen, die nun auch Bad Tölz einführen will. Ein entsprechender einmütiger Beschluss fiel im Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsausschuss. Damit wird zum einen beim Landkreis der Aufbau einer Plattform für eine elektronische Gästekarte beantragt. Zweitens soll der Landkreis bei der Einführung der All-Inklusive-KönigsCard unterstützt werden. Das System läuft bereits in vielen Tourismus-Orten in Tirol, im Allgäu und in Oberbayern, erläuterte Kurdirektorin Brita Hohenreiter den Räten.

Die Basiskarte gleicht der heutigen Gästekarte. Dadurch, dass sie elektronisch ist, können die Kommunen später aber exakt abrechnen. Bisher werden etwa kostenlose Busfahrten von Gästen teilweise sogar noch per Hand registriert. Schon das wäre ein großer Vorteil der neuen Basiskarte, sagte Hohenreiter. Ihre Leistungen werden komplett von der Kommune finanziert.

Anders bei der KönigsCard, bei der derzeit 250 Leistungserbringer wie Bergbahnen, Bäder und Museen beteiligt sind. Der Hotelier, der seinen Gästen die KönigsCard bieten will, muss pro Übernachtung und Person 4,75 Euro an die übrigens nicht gewinnorientierte KönigsCard GmbH bezahlen. Aus diesem Pool erhalten die teilnehmenden Leistungserbringer rund 55 bis 60 Prozent.

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Der „stattliche Betrag von 4,75 Euro“ (Andrea Grundhuber, Grüne) muss laut Hohenreiter differenziert betrachtet werden. Der Gastgeber könne die Attraktivität seines Hauses erheblich steigern, ohne selbst Geld in die Hand zu nehmen. Er profitiere vom positiven Gesamtimage und erhalte erhebliche Marketingleistungen. Den Betrag könne er zum Teil auf den Gast umlegen, der ein enormes Freizeitangebot in der Region dazubekomme.

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Der Vorteil für die Stadt liegt darin, dass die Verwaltung über die KönigsCard GmbH läuft. Und die Kosten? Die soll der Landkreis tragen, der laut Hohenreiter in Vorgesprächen signalisiert hat, dass er die Kosten von einmalig 32 600 sowie jährlich rund 40 000 Euro übernimmt. Die Aufgabe von Tölz dabei: Leistungserbringer akquirieren.

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Im Tölzer Ausschuss wurde viel diskutiert, im Grundsatz war man sich aber einig, dass eine All-Inclusive-Gästekarte, wie sie in anderen Regionen und auch in Lenggries längst gang und gäbe ist, überfällig ist. „Damit wird das Kirchturmdenken überwunden“, meinte Ingo Mehner (CSU).

Lenggries werde zwar nicht teilnehmen, sagte Hohenreiter, Kochel dafür schon. Auch aus anderen Gemeinden höre sie positive Reaktionen.

Christoph Schnitzer

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