VonAndreas Mayrschließen
Diese Weihnachtsüberraschung ist gelungen: Nach Markus Igler („Wir für Uffing“), Thomas Hartmann (WGU) und Andreas Weiß (parteifrei) steigt nun im Kampf um den Uffinger Rathaus-Thron mit Anton Sternkopf der vierte Bewerber in den Ring.
Uffing – Anton Sternkopfs erste politische Abstimmung endete gleich mit einem Triumph. In Würzburg, seinem Studienort, verhinderte er im Juli 2017 mit den Mitstreitern einer Bürgerinitiative den Bau einer Tiefgarage im Zentrum. 58,4 Prozent stimmten beim Entscheid für die Pläne der Gegenbewegung. Sternkopf besuchte regelmäßig die Sitzungen des Stadtrats, verfolgte die emotionalen Debatten und stellte fest: Kommunalpolitik wäre doch etwas für ihn – auch wenn der Schöffauer mit 25 Jahren zu den Jüngsten gehört. Zweieinhalb Jahre später bewirbt sich der studierte Biochemiker für die Wählergemeinschaft Schöffau als vierter Kandidat um den Posten des Uffinger Bürgermeisters – und überrascht alle im 2950-Einwohner-Dorf.
Seine Ambitionen hat Sternkopf lange zurückgehalten, obwohl er bereits seit eineinhalb Jahren überlegt. Doch der älteste Sohn der Landwirtsfamilie aus dem Weiler Kirnberg bei Schöffau sondierte erst im Hintergrund, sprach mit Familie, Freunden und Kennern der Szene, hörte sich an, was die drei Anwärter Markus Igler („Wir für Uffing“), Thomas Hartmann (WGU) und Andreas Weiß (parteifrei) den Wählern erzählten. Das Urteil und seine weitreichenden Folgen: „Ich bin mit keinem Kandidaten sonderlich glücklich. Das war der Stein des Anstoßes.“ Ihm fehlt eine Richtung bei der Konkurrenz, eine Vision, „wo man hin will“. Stattdessen finde er nur einzelne Maßnahmen und Projekte vor. „Wahlversprechen sind schnell gemacht“, betont Sternkopf.
Alle Kandidaten im Überblick
Seine Pläne basieren auf den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“, ein Konvolut, das die Vereinten Nationen (UN) 2015 für Länder, Unternehmen, aber auch Kommunen erarbeitet haben. „Ich möchte, dass sich die Gemeinde daran orientiert.“ Nicht alle Punkte hält der Biochemiker für relevant. Doch gerade die Ziele für Klima- und Umweltschutz sowie das nachhaltige Wirtschaftswachstum bilden die Stützen seines Konzepts. Die örtliche Firma MTD, Hersteller von LED-Beleuchtung, für die er zuletzt gearbeitet hat, nennt er als „Paradeprojekt“: Sie habe ein altes, unbenutztes Gebäude für ihre Zwecke hergerichtet. Sternkopf möchte weitere Gebäude dieser Art für Wirtschaft und Wohnbau nutzbar machen. Für ihn steht fest, dass sich die beiden Orte Uffing und Schöffau nicht „weiter zersiedeln“ dürfen.
Außerdem gewichtet er das Wort „Bürger“ in Bürgermeister schwer. Nahbar will er sein, ein Zuhörer, der Innovationen fördert und einfordert. Nicht umsonst sieht er seine ruhige, empathische Art mitunter als größte Stärke. Zu den „wortreichsten Menschen“ zählte er noch nie, dafür sieht sich Sternkopf als Netzwerker, Moderator, Konfliktlöser. „Ich habe diplomatisches Geschick“, was er bei der Arbeit für den Akademikerverband KDStV Thuringia gemerkt habe. Zwei Perioden lang leitete er die Würzburger Studentenverbindung mit etwa 400 Mitgliedern. Zudem spielt er Fußball im Sportverein (SVU), ist Mitglied beim Zeltlager sowie in fünf weiteren Schöffauer Vereinen.
Als bislang letzter Bewerber um den Uffinger Rathaus-Thron weiß Sternkopf, dass er einen Rückstand aufzuholen hat. Für die zweite Januar-Woche (Termin steht noch nicht fest) plant die WGS seine Aufstellungsversammlung. Diesmal in Schöffau, im Lieberwirth – nicht in Uffing wie seine drei Kollegen davor. Noch nie hat es zwei Schöffauer Kandidaten in Uffing gegeben. Kollege Weiß gehörte übrigens zu den Ersten, die von seinem Entschluss erfuhren.
