Infrastruktur

VR-Bank schließt Filiale in Kochel und fünf weitere Standorte

+
Betroffen von der Aufgabe der Geschäftsstelle sind neben Kochel die Zweigstellen in Ohlstadt und Großweil sowie Obersöchering, Pähl und Wessobrunn.

Die VR-Bank Werdenfels verkleinert ihr Netz. Der Kochler Bürgermeister Thomas Holz bezeichnet die Schließung als „schweren Schlag für den Ort“.

Kochel am See – Was ihn erwartet, Walter Beller ahnt es. „Dafür werden wir Prügel beziehen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Werdenfels. Prügel von Kunden und von den Bürgermeistern der Orte, in denen das Finanzinstitut Filialen betreibt, die derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind – und die nicht wieder öffnen werden. Betroffen von der Aufgabe sind neben Kochel die Zweigstellen in Ohlstadt und Großweil sowie Obersöchering, Pähl und Wessobrunn. Beller macht deutlich, dass ihm die Entscheidung, die der Aufsichtsrat einstimmig gebilligt hat, nicht leichtgefallen ist. Er nennt sie „schmerzhaft“, aber gleichzeitig auch „einen richtigen Schritt für die Zukunft unserer Bank“. Er sei als Vorstand dem Ganzen verpflichtet. „Ich muss an unsere Eigentümer denken.“ Aber er lässt keine Zweifel daran, dass sein Geldhaus „in der Region verwurzelt bleibt“.

Ohne Corona-Krise hätten die sechs Standorte, die nach einer Analyse die geringste Kundenfrequenz der bisherigen 18 Geschäftsstellen aufwiesen und wo weniger als zehn Prozent der Kunden der VR-Bank Werdenfels zu Hause sind, noch einige Jahre bestehen können. „Corona hat die Entwicklung natürlich beschleunigt“, erklärt Beller. Ihm zufolge hat sich das schwierige Marktumfeld, das durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) entstanden ist, mit der Pandemie weiter verschärft. „Die wirtschaftlichen Zwänge lassen uns keine andere Wahl.“ Es wäre den Mitgliedern gegenüber nicht redlich gewesen, diese Entscheidung weiter aufzuschieben. Für die insgesamt zehn Mitarbeiter ändert sich nichts. Sie bleiben von einer Kündigung verschont und werden in Zukunft in anderen Abteilungen oder Filialen eingesetzt.

Zwei Motorräder und ein Auto lieferten sich am Freitag ein illegales Fahrzeugrennen am Kesselberg

Der Kochler Bürgermeister ist überzeugt, dass sich die Verantwortlichen die Entscheidung nicht leicht gemacht haben. Die Schließung der Filiale am Schmied-von Kochel-Platz sei „sehr, sehr ärgerlich“ – sowohl für die Geschäftswelt als auch für die Privatkunden. Erst vor wenigen Jahren habe die Hypo-Vereinsbank geschlossen, nun folge die Raiffeisen-Filiale. Umso mehr will sich der Rathauschef dafür einsetzen, dass die Sparkassen-Filiale vor Ort bleibt.  (prei/ao)

Lesen Sie auch: Kochler Vollmar-Akademie weiter in Zwangspause

Walchensee-Forever-Regisseur Janna Ji Wonders: „Den Film habe ich schon als Kind begonnen“

Kommentare