Balthasar Brandhofer kämpft für den Erhalt der grünen Wiese

Waakirchner Dorfmitte: Ein Bürgerbegehren soll’s richten

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Die Waakirchner Mitte soll grün bleiben, findet Balthasar Brandhofer.
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Günstige Wohnungen im Herzen Waakirchens: Dafür kämpft der Gemeinderat. Aber nicht geschlossen. Balthasar Brandhofer stemmt sich gegen eine Bebauung. Er denkt an ein Bürgerbegehren.

Waakirchen – Architekt Hans Hagleitner tüftelt noch an den Plänen. Offiziell hat er erst kürzlich den Auftrag erhalten, einen Komplex mit knapp 30 Wohnungen, Läden und Tiefgarage in die Waakirchner Mitte zu schieben. Wie berichtet, hat Hagleitner eine EU-weite Ausschreibung gewonnen. Wie sein Entwurf für den Bereich zwischen der Kreissparkasse und dem Anwesen Bäckervoitl aussehen könnte, ist dem Gemeinderat aber schon seit Herbst 2017 bekannt. Damals präsentierte der Waakirchner Architekt dem Gremium eine Skizze, die vier Wohn- und Geschäftshäuser zeigte. Das Gremium gab hinter verschlossenen Türen sein Okay. Öffentlich soll Hagleitners überarbeitete Planung bei einer Bürgerversammlung im November präsentiert werden. Aber ABV-Gemeinderat Balthasar Brandhofer zeigt jetzt schon Flagge. Er ist Bezirkstagskandidat der Bayernpartei und macht vor der Wahl klar, wofür er steht. Oder auch wogegen. „Eine Bebauung wie geplant würde den Ortskern entstellen“, erklärt Brandhofer. Er wolle die grüne Wiese im Ortskern für nachfolgende Generationen erhalten. Rasantes Wachstum sei nicht gut, ausreichende Einkaufsmöglichkeiten gebe es bereits. Wie schwer es Läden im Ort haben, zeige das Beispiel des Schreibwarengeschäfts. Es wurde im Frühjahr geschlossen, weil sich kein neuer Pächter fand.

Im Gemeinderat habe er stets gegen die Bebauung in der Ortsmitte gestimmt, erklärt Brandhofer. Von einem Sinneswandel könne also keine Rede sein. Nach seiner Einschätzung wollen auch die Bürger keine massive Bebauung in der Ortsmitte. „Es wäre gut, wenn jemand ein Bürgerbegehren startet“, findet Brandhofer. Möglicherweise werde er auch selbst tätig. Aber noch nicht gleich: Brandhofer will die Bürgerversammlung im November abwarten.

Für Rathaus-Chef Sepp Hartl (FWG) ist das Vorgehen Brandhofers keine Überraschung. Dieser habe aus seiner Ablehnung des Dorfmitte-Projekts nie einen Hehl gemacht. Jetzt ein Bürgerbegehren anzustoßen, sei Brandhofers gutes Recht. Die Entscheidung für das Wohnprojekt werde aber von der ganz großen Mehrheit des Gemeinderats getragen.

Ob es sich überhaupt umsetzen lässt, ist weiter offen. Erst wenn der fertige Plan vorliegt, erfolgt die Wirtschaftlichkeitsberechnung durch die Regierung von Oberbayern. Der wichtigste Fixpunkt: Die Miete darf nicht mehr als 8,50 Euro pro Quadratmeter kosten. Nur dann gibt es eine Förderung. Von der wiederum hängt ab, ob Waakirchen das Projekt realisieren kann. Brandhofer glaubt nicht daran: „Das Objekt ist für die Gemeinde nicht finanzierbar.“

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