13 Münchner wollen (neuer) Oberbürgermeister der Stadt werden. Wir stellen alle für sie vor und wissen, was sie in München anpacken wollen.
13 Kandidaten haben sich zur Wahl zum Oberbürgermeister von München aufstellen lassen. Bei der Kommunalwahl in Bayern 2026 wollen sie zum Oberhaupt der Stadt gewählt werden. Um sich besser entscheiden zu können, welcher Kandidat am meisten Ihren Ansichten entspricht, stellen wir jeden einzelnen kurz vor. Unsere Video-Reihe „30 Sekunden für München“, in der jeder Kandidat eine halbe Minute Zeit hat, um zu erzählen, worum er sich als Oberbürgermeister in der bayerischen Landeshauptstadt mit Augenmerk kümmern würde, können Sie ab Freitag, 20. Februar, in unserer tz-App oder auf unserer Homepage abrufen.
Videoreihe: „30 Sekunden für München“
Wir haben mit den Kandidaten eine besondere Video-Reihe gedreht: Jeder hatte genau 30 Sekunden, um zu erklären, warum er Oberbürgermeister werden will und was seine erste Amtshandlung wäre. Die Videos zu 11 der 13 Kandidaten können Sie direkt bei den jeweiligen Kandidaten-Porträts aufrufen.
Bürgermeisterkandidaten in München: die drei großen Parteien haben die höchsten Chancen
Dieter Reiter (SPD): Er ist der amtierende Oberbürgermeister und tritt nun zum dritten Mal zur Wahl an, um diesen Posten zu behalten. Seit 2014 ist er Oberhaupt der Stadt München und hat sich bereits zweimal im Stichentscheid gegen CSU-Kandidaten durchgesetzt. Der 67-Jährige wuchs ab dem dritten Lebensjahr in München auf, schloss ein Studium als Diplom-Verwaltungswirt ab und arbeitet seit mehr als 40 Jahren für die Stadt München. Er ist verheiratet und Vater eines Kindes. Als Amtsinhaber gilt Reiter als Topfavorit für die diesjährige Oberbürgermeisterwahl. Für unsere Videoreihe „30 Sekunden für München“ stand er leider nicht zur Verfügung.
Dominik Krause (Grüne): Reiters Stellvertreter Krause ist unter den drei großen Parteien mit 35 Jahren der jüngste OB-Kandidat. Er leistete nach seinem Abitur Zivildienst an einer Montessori-Schule und studierte Physik in München. Ihm ist eine nachhaltige und soziale Stadt besonders wichtig, deswegen setzt er sich für bezahlbaren Wohnraum und Klimaschutz ein. Außerdem will er die Verkehrswende vorantreiben und kämpft für ein weltoffenes München. Seit 2024 ist er mit seinem Partner verlobt. Im Video verrät Krause, welche konkrete Maßnahme er als erste Amtshandlung gegen Mietwucher und Leerstand ergreifen würde.
Clemens Baumgärtner (CSU): Baumgärtner feiert 2026 seinen 50. Geburtstag und war 15 Jahre als selbstständiger Rechtsanwalt tätig. 2019 wurde er Referent für Arbeit und Wirtschaft. In diesem Amt gelang es ihm unter anderem, Unternehmen wie Apple nach München zu holen. Als Oberbürgermeister lägen ihm die Themen Wirtschaft und Sicherheit besonders am Herzen. Baumgärtner ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sehen Sie im Video: Baumgärtner erklärt, mit welcher radikalen Maßnahme er Münchens Baustellen in den Griff bekommen will.
Auch sie kämpfen um das Amt: das sind alle Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in München
Stefan Jagel (Linke): Jagel ist in Traunstein geboren und lebt seit 15 Jahren in München. Beruflich arbeitet er als Krankenpfleger und sitzt seit 2020 im Stadtrat. Er steht hinter den Interessen von Arbeitnehmern und setzt sich unter anderem für gute Arbeits- und Lebensbedingungen, die Bekämpfung von Armut sowie eine gut ausgestattete Gesundheitsversorgung ein. Im Video macht Jagel eine klare Ansage, was er als erste Amtshandlung gegen das „Disneyland für Reiche“ unternehmen würde.
Markus Walbrunn (AfD): Der ausgebildete Kaufmann für Bürokommunikation hat Politikwissenschaften in München studiert. Er sitzt ebenfalls seit 2020 im Stadtrat. Walbrunn ist es wichtig, dass München eine sichere Heimat für seine Bürger bleibt und auf dem Fundament traditioneller, abendländischer und demokratischer Werte gestaltet wird. Sehen Sie im Video: Walbrunn verrät, was er als erste Amtshandlung im Rathaus sofort abschaffen würde.
Jörg Hoffmann (FDP): Der Professor und Doktor schloss ein Studium der Betriebswirtschaftlehre ab und arbeitet an der Hochschule in Augsburg. Hoffmanns Schwerpunkte liegen als Fraktionsvorsitzender unter anderem bei Stadtplanung, Wohnungsbau und Finanzpolitik. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Im Video verrät Hoffmann, welcher überraschende Plan das Stadtbild Münchens sichtbar verändern würde.
Tobias Ruff (ÖDP): Ruff hat nach seinem Studium der Forstwirtschaft bei der Arbeitsgruppe Fischbiologie gearbeitet und ist nun als Gewässerökologe angestellt. Er bezeichnet die Energiepolitik der SPD und der Grünen der letzten Jahre als Fehlentscheidungen. Ihm ist es deshalb ein großes Anliegen, diese zu korrigieren und so die Weichen für eine klimafreundliche Stadt neu zu stellen. Sehen Sie im Video: Ruff verrät, was er als erste Amtshandlung gegen Münchens unkontrolliertes Wachstum tun würde.
Michael Piazolo (Freie Wähler): Als Hochschulprofessor und Bildungspolitiker steht Piazolo vor allem für eine bessere Bildung. Für ihn als Münchner stehen auch Themen im Vordergrund, die die Wachstums- und Metropolregion und die Landeshauptstadt selbst betreffen. Er tritt für sachorientierte und bürgernahe Entscheidungen ein. Im Video verrät Piazolo, welche zentralen Themen er als Oberbürgermeister direkt zur Chefsache machen würde.
Felix Sproll (Volt): Sproll ist gelernter Bankkaufmann und inzwischen als Finanzberater selbstständig. Als Stadtrat vertritt er Volt in der Fraktion Die Grünen – Rosa Liste – Volt und ist in den Ausschüssen Arbeit und Wirtschaft, IT, Finanzen sowie Mobilität aktiv. Er will, dass München auch Vorbild für andere europäische Metropolen wird. Sehen Sie im Video: Was würde Sproll als erste Amtshandlung gegen Münchens drängendstes Problem tun?
Dirk Höpner (München-Liste): Er ist Mitgründer der München-Liste und sieht seinen politischen Schwerpunkt in der Zusammenarbeit und Unterstützung der vielen Münchner Bürgerinitiativen, Vereine und Gruppierungen, die sich für ein lebenswertes München einsetzen. Außerdem ist er Geschäftsführer eines großen Münchner Sozialunternehmens. Im Video verrät Höpner, was er als erste Amtshandlung für Münchens Verkehr tun würde.
Wahlforum unserer Redaktion
Dieter Reiter (SPD), Clemens Baumgärtner (CSU) und Dominik Krause (Grüne) haben sich in einem Triell den Fragen unserer Leser gestellt. Die tz, der Münchner Merkur und IPPEN.MEDIA veranstalten am 10. Februar das Wahlforum in der Alten Rotation im Pressehaus. Den Schlagabtausch können Sie im Video oben im Artikel nachschauen.
Richard Progl (Bayernpartei): Progl hat Betriebswirtschaft studiert und ist Geschäftsführer eines Münchner Transportunternehmens. Er beschreibt die Bayernpartei als die einzig verbliebene konservative Partei in München. Ihm ist es ein Anliegen, dass die bayerische Landeshauptstadt mit ihrem eigenen Charme erkennbar bleibt und nicht zu einer Allerwelts-Metropole wird. Im Video verrät Progl, warum er als erste Amtshandlung einen kompletten Haushaltsstopp für unumgänglich hält.
Philipp Drabinski (Die Partei): Der Münchner nimmt es mit seinen Wahlversprechen als Oberbürgermeisterkandidat nicht ganz so ernst. Mit einem Augenzwinkern fordert er zum Beispiel, dass das Oktoberfest ab sofort 365 Tage im Jahr stattfinden soll und will eine neue Mietpreisbindung einführen: Wenn die Maßpreise steigen, sinken die Mieten. Für unsere Videoreihe „30 Sekunden für München“ stand er leider nicht zur Verfügung.
Christiane Pfau (Bündnis Kultur): Pfau tritt als einzige Frau zur Oberbürgermeisterwahl in München an. Sie studierte Theaterwissenschaften, Germanistik und Sozialpsychologie und ist in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Sie will erreichen, dass es weiterhin Kultur gibt, in allen Lebensbereichen. Damit sich was ändert, will sie aktiv mitgestalten. Im Video verrät Pfau, wen sie als Allererstes zu einem ernsten Gespräch bitten würde.
Repräsentative Umfrage: Reiter liegt klar vorne, Krause und Baumgärtner streiten sich um Platz zwei
Eine repräsentative Forsa-Umfrage zeigt, dass höchstwahrscheinlich nur die Kandidaten der drei größten Parteien eine Chance auf den Posten haben werden. Demnach liegt Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) bei 45 Prozent – und verfehlt damit die absolute Mehrheit von 50 Prozent, was bedeutet, dass es zur Stichwahl kommen würde. Den zweiten Platz teilen sich Dominik Krause (Grüne) und Clemens Baumgärtner (CSU) mit jeweils 20 Prozent – ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Von den anderen Kandidaten folgen mit weitem Abstand Markus Walbrunn (AfD) und Stefan Jagel (Linke) mit jeweils fünf Prozent.
Wer letztlich der (neue) Oberbürgermeister Münchens wird, können Sie durch Ihre Stimme am 8. März mitentscheiden. (Quellen: muenchen.de, Webseiten der Oberbürgermeisterkandidaten, eigene Recherche) (res)
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