Wahlkampf in Benediktbeuern mit Rudi Mühlhans (FBM)

Auf Spurensuche in der Heimat: Der Wandel ist das Beständige

+
Wahlkampfabend mit dem Thema Heimat: Rudi Mühlhans (Mi.) mit BR-Sprecher Peter Weiß (li.) und Musiker Martin Regnat im Gasthof Herzogstand.

Was bedeutet Heimat? Zu einem Diskussionsabend mit Musik lud der Benediktbeurer Bürgermeisterkandidat Rudi Mühlhans ins Gasthaus Herzogstand ein.

Benediktbeuern – Wohnraum, Zuzug neuer Mitbürger, Sicherung von Arbeit im Ort: Diese Stichworte fallen im aktuellen Wahlkampf in Benediktbeuern. Dass die Dorfbewohner auch schon vor Jahrhunderten damit zurechtkommen mussten, zeigte Bügermeisterkandidat Rudi Mühlhans beim Gesprächsabend „Zukunft Heimat – gestern, heute, morgen“ im Gasthof Herzogstand.

Direkt am Vorabend war die große Podiumsdiskussion des Tölzer Kurier mit allen drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt im Kloster über die Bühne gegangen. „Den Livestream im Internet haben auch viele gesehen“, berichtete der Gemeinderat der Freien Bürgerliste Miteinander. Viele aktuellen Themen waren besprochen. Mühlhans gestaltete deshalb einen Abend der anderen Art: Er blickte zurück in die Geschichte des Dorfes. Heimatforscherin Maria Eckl, Organisatorin der historischen Vortragsreihe „Spurensuche“, hatte drei Kapitel zusammengestellt. Diese trug der bekannte BR-Sprecher und Schauspieler Peter Weiß mit seiner markanten und lebendigen Art vor. Mühlhans fügte jeweils seine Gedanken hinzu, und Martin Regnat umrahmte den Abend musikalisch mit der Harmonika. Alle drei konnten sich über rund 40 Zuhörer freuen, die trotz Biergartenwetter ins Gasthaus gekommen waren.

Mühlhans sagte: „Ich will verstehen, wie sich das Dorf entwickelt hat. Wie damals stellt sich heute die Frage: Wo ist Platz, damit keinem seine Lebensgrundlage entzogen wird?“ Waren es um 1700 zehn Familien, die neben Arbeit auch Wohnraum zugeteilt bekamen, so zogen 1951 bereits 617 neue Bewohner in den 2217-Einwohner-Ort Benediktbeuern.

Lesen Sie auch: Jugendliche fragen Benediktbeurer Kandidaten: „Was verdient ein Bürgermeister?“

„Der Siedlerzuzug brachte auch Reibungen mit sich in dieser Zeit des Mangels“, betonte Mühlhans. „Aber Veränderungen kommen automatisch.“ Der Kandidat sagte: „Wer hierher zieht, der gehört dazu, es ist unser aller Dorf.“ Wandel sei das einzig Beständige. Den Wandel zu gestalten, sei die Aufgabe aller. „Deshalb habe ich auch das hochkomplexe Thema Wohnungsbaugenossenschaft bewusst aufgenommen, obwohl es dafür keine einfachen Lösungen gibt.“ Wohnraum solle auch nach dem Einheimischenmodell geschaffen werden. „Wir brauchen städtebauliche Verträge, damit auch gebaut wird und keine Flächen brach liegen.“

Der Abend machte neben dem Vortrag von Weiß auch durch Beiträge der Zuhörer deutlich, wie stark das Dorf mit dem Kloster, heute den Salesianern, verbunden ist. Mühlhans bekam dort die eigene pädagogische Ausbildung. Diese Zusammenarbeit ist für Mühlhans „zentral“. Wirtschaftliche Investitionen und Ausbildung vor Ort sowie Fachkräfte von außerhalb retteten nach der Säkularisation Kloster und Ort. „Das ist auch heute nötig“, sagte Mühlhans. Er schloss mit der Bitte, dass die Bürger bei allen drei Kandidaten „kritisch hinschauen“ und auf jeden Fall wählen gehen sollten.  (Birgit Botzenhart)

Bürgermeister-Neuwahl in Benediktbeuern am 30. Juni:

Das sind die Kandidaten: Rudi Mühlhans (Freie Bürgerliste Miteinander), Hanns-Frank Seller (CSU), Toni Ortlieb (Bürgervereinigung)

Lesen Sie auch: Vom Brauhaus über Museum bis Begegnungsstätte: Was kann aus der Alten Apotheke werden? - Aktion von Toni Ortlieb (Bürgervereinigung)

Kommentare