VonAndreas Steppanschließen
Der Freizeitdruck auf den Walchensee ist groß. Der RVO möchte nun dazu beitragen, dass zumindest das Verkehrsproblem kleiner wird.
Walchensee – Autokolonnen rollen an schönen Tagen Richtung Walchensee. Die dadurch bedingten Verkehrsprobleme sorgen für reichlich Kopfzerbrechen. Kann da der Öffentliche Nahverkehr einen Beitrag zur Entspannung der Lage leisten? Der RVO sagt: Ja. In diesem Sommer hat das Unternehmen nach eigenen Angaben zahlreiche Zusatzbusse eingesetzt. Im kommenden Jahr soll das Angebot weiter ausgebaut werden.
„Seit dem ersten Wochenende im August setzt der RVO zusätzliche Busse an den Wochenenden ein, um den Ansturm der Ausflügler bewältigen zu können“, erklärt der zuständige Niederlassungsleiter Ralf Kreutzer. Da auf der betroffenen Strecke ohnehin größere Busse mit 120 Plätzen unterwegs seien, steige die Kapazität dann inklusive Zusatzbus bei einer Abfahrtszeit auf bis zu 200 Personen.
Walchensee: In den Stoßzeiten werden die Buskapazitäten erhöht
Auf der Linie 9608 fährt im Sommer an Samstagen, Sonn- und Feiertagen achtmal täglich ein Bus vom Kochler Bahnhof über Urfeld und Herzogstandbahn bis Walchensee-Seestüberl. Diese Strecke wird laut Fahrplan in 20 Minuten zurückgelegt. Auch das beliebte Walchensee-Südufer ist mit dem Bus erreichbar. Denn sechsmal geht die Fahrt weiter nach Einsiedl (Abzweigung zur Mautstraße) – und von dort übrigens weiter über Wallgau und Krün bis Garmisch-Partenkirchen. In die Gegenrichtung fahren die Busse an Wochenenden sechsmal – letzte Abfahrt zum Beispiel in Walchensee-Ortsmitte um 18.58 Uhr. Dieser Fahrplan gilt bis 27. Oktober.
Er hat sich gegenüber dem Vorjahr laut Kreutzer nicht geändert – nur dass wegen der gestiegenen Nachfrage zu Stoßzeiten die Kapazitäten erhöht wurden. Die Linie sei bei schönem Wetter gut ausgelastet. „Viele fahren mit dem Zug nach Kochel und steigen dort in den Bus um“, sagt er. Badegäste und Wanderer: „Da ist alles querbeet dabei. Häufig sieht man auch Gruppen von 10 bis 15 Personen, die mit dem Bayernticket unterwegs sind.“
Walchensee: Gespräche für eine Taktverdichtung ab 1. Mai 2020 laufen
Ob ein Bus knallvoll ist oder absolut leer, das variiert freilich stark nach Wetterlage. „Das ist eben die Kunst, das richtig zu kalkulieren und die Verstärkerbusse gegebenenfalls abzubestellen“, sagt der Niederlassungsleiter. Da den Fahrern der kurzfristig stornierten Zusatzbusse trotzdem ein Mindestentgelt bezahlt werden müsse, entstünden dadurch Kosten für den RVO, „die wir aber auf unsere Rechnung nehmen“, so Kreutzer.
Nach seiner Einschätzung besteht großer Bedarf nach einer Erweiterung des Angebots. „Wenn sich der Fahrplan verbessert, können wir bestimmt noch mehr Menschen zum Umsteigen bewegen.“ Gespräche für eine Taktverdichtung ab 1. Mai 2020 laufen laut Kreutzer. „Wir sind da in engem Kontakt mit dem Landkreis und den Gemeinden.“ Spruchreif sei aber noch nichts. Dass die Fahrt an den Walchensee per ÖPNV gefragt ist, freut ihn, „Was gibt’s Schöneres?“
Lesen Sie auch:
25 Jahre Herzogstandbahn wurde vor wenigen Tagen gefeiert: Volle Gondeln im Minutentakt: Ansturm auf den Herzogstand am Jubiläumstag
Nach Ekel-Alarm am Walchensee:

