Die Bürger von Wang ärgern sich seit zwei Jahren über die Situation am Ligeder Berg. Nun hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die endlich Verbesserungen sehen möchte.
Wang – So gut wie jeder Bürger der Gemeinde Wang ärgert sich seit fast zwei Jahren über die Staatsstraße, die im Bereich des Ligeder Berges wegen der Instabilität des Hanges nur einseitig befahrbar ist. Am 17. Dezember feiert die Straße das traurige Jubiläum der zweijährigen Sperrung. Kurz davor hat sich nun die Bürgerinitiative Ligeder Berg formiert. Sie startete am Mittwochabend mit einer Informationsveranstaltung.
Bis heute keine Messstellen für Veränderungen
Wolfgang van Thiel, der so etwas wie der Gründungsvater der Bürgerinitiative ist, stellte das Projekt recht neutral vor. Dabei betonte er, dass es auch heute noch keine Messstellen für Veränderungen im Berg gebe, aber dafür beim Gehweg und der Leitplanke. Man könne deshalb nicht von einem sich verändernden Hang reden, sondern nur vom Gehweg.
Der Grund ist seiner Ansicht nach der Schwerlastverkehr, für den der Gehweg immer wieder ein Ausweichbereich beim Begegnungsverkehr sei. „Das wird der teuerste Gehweg Bayerns“, sagte van Thiel mit Blick auf die anstehenden Sanierungsarbeiten. „Ich möchte einfach nicht mehr über einen Feldweg fahren“, beschrieb Marlies John ihren Antrieb, als Sprecherin der Bürgerinitiative zu fungieren. Besagter Feldweg ist der Fürstenweg, über den die Anlieger seit zwei Jahren bergauf fahren müssen. Mit der für Januar angekündigten Ampellösung habe man „eine bessere Interimslösung“, aber das Problem sei weitreichender. John blickte auch über die Hangsanierung hinaus und machte deutlich, dass die Staatsstraße in der Gemeinde Wang mehrere Engstellen habe, an denen Begegnungen von Lastwagen aussichtslos seien. „Das ist keine Staatsstraße“, sagte John.
Unterschriften gesammelt
Die Bürgerinitiative sammelte erst einmal Unterschriften von Unterstützern der Bewegung. Von den 60 Bürgern, die zur Auftaktveranstaltung gekommen waren, unterschrieben 55. John betonte, dass man sich als Unterstützer beim Kampf um Lösungen sehe. Die neu gegründete Bürgerinitiative will sich zudem in den laufenden Prozess einmischen und auch den Kontakt zum Staatlichen Bauamt suchen.
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Arbeitsgruppen geplant
Für Januar plant die Initiative die erste Sitzung eines Arbeitskreises. Ausgehend davon, sollen dann Arbeitsgruppen gebildet werden, die sich Spezialthemen annehmen – wie des Verbots von Schwerlastverkehr, Geschwindigkeitsbeschränkungen, der Abgrenzung des Gehwegs von der Straße oder auch der Herunterstufung der Staatsstraße.
Mehrere Engstellen
Die Vertreter der Bürgerinitiative machten am Mittwoch mehrfach deutlich, dass die Straße mehrere Engstellen habe, wo Begegnungen von Autos eng und von Lastwagen unmöglich seien. Eine Staatsstraße sollte mindestens sechs Meter breit sein, was bei der Kurvenstrecke durch die Gemeinde Wang auch außerhalb des Ligeder Bergs nur in wenigen Teilstücken der Fall ist.
Ab Januar sollen wieder beide Fahrspuren nutzbar sein
Wangs Bürgermeister Hans Eichinger rechnet damit, dass der Ligeder Berg ab Januar wieder in beide Fahrtrichtungen genutzt werden kann. Seit zwei Jahren ist eine Einbahnstraße ausgewiesen, weil der Hang neben der Staatsstraße stabilisiert werden muss. Der Bürgermeister berichtete dem Gemeinderat von den Diskussionen im Petitionsausschuss des Bayerischen Landtag und seine Besprechungen im Staatlichen Bauamt. Er berichtete, dass dem Beginn der Bauarbeiten nicht mehr viel entgegenstehe. Es fehlt nur noch die Zustimmung des Eisenbahn-Bundesamts, dann könnte es laut Eichinger losgehen: „Der Freistaat Bayern übernimmt erst einmal die Kosten und wenn wir Glück haben, dann bleibt es dabei.“
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Ampel soll helfen
Bis zum Beginn der Hangsanierung samt Straßenerneuerung soll nun eine Ampellösung bei beidseitige Straßenbefahrung ermöglichen. Eichinger erklärte, dass bergab fahrend die Ampel auf der Höhe der Querungshilfe aufgestellt wird. Bergauf wurde festgelegt, dass die dortige Ampel in der Ebene bei der Kreuzung installiert werden soll. Eine eigene Ampel bekommt der Ligeder Hof. Wenn dort landwirtschaftliche Fahrzeuge ausfahren wollen, muss die Bedarfsampel auf dem Hof aktiviert werden. Eichinger sagte, dass er mit dem Aufbau der Ampeln im Januar rechne. Vor Weihnachten habe das Staatliche Bauamt nicht mehr die Möglichkeit, die benötigte Technik zu bekommen.
