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Nur eine neue Folge war den Zuschauern der in Bad Tölz gedrehten Serie „Tonio & Julia“ kürzlich vergönnt. Zwei weitere sind bereits fertig, laufen aber später.
Bad Tölz – Jahrelang sorgte der „Bulle von Tölz“ dafür, dass Bad Tölz einem breiten Fernsehpublikum bekannt wurde. Seit Kurzem tut dies nun die ZDF-Serie „Tonio & Julia“, die in der Kurstadt spielt. Durchschnittlich fünf Millionen Zuschauer verfolgen jede Ausstrahlung der Geschichte über den jungen Pfarrer Tonio (Maximilian Grill) und Familientherapeutin Julia (Oona Devi Liebich).
Vor Kurzem war die achte Folge im ZDF zu sehen. Zwei weitere Filme sind bereits abgedreht. Doch jetzt müssen die Fans Geduld haben. „Die Erstausstrahlung der Folgen neun und zehn wurde auf Herbst 2020 verschoben“, sagt Andreas Wanner. Der Tölzer ist der Motivaufnahmeleiter.
Neuer Sendetermin für neue Folgen von „Tonio & Julia“ steht noch nicht fest
Laut Wanner macht sich die Corona-Krise auch im Film-Business bemerkbar. Geplante Dreharbeiten könnten nicht stattfinden. Deshalb habe das ZDF sein Programm und seine Strategie geändert. In diesem Jahr soll es eine Mischung aus Wiederholungen und neuen Filmen geben. Damit will man den Zwangspausen bei den Dreharbeiten begegnen. Genaue Sendetermine von „Tonio & Julia“ stehen noch nicht fest, sagt Wanner.
Die Tölzer Tourist-Info hadert damit jedoch nicht. Die Spielfilme seien insgesamt ein sehr guter Werbeträger für die Stadt, sagt die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier. Denn die Motive würden dem Zuschauer nicht als fiktive Orte verkauft, und auch in der Handlung komme der Name Bad Tölz immer wieder vor. Ähnliches gab es zuvor nur im „Bullen von Tölz“.
Drehorte von „Tonio & Julia“ in Bad Tölz sollen Teil von Stadtführungen werden
„In Zeiten wie diesen hoffen wir auf einen guten Werbeeffekt für die Stadt“, sagt Frey-Allgaier. Wenn die Corona-Krise vorbei sei und die Tölzer Stadtführungen auf Filmspuren wieder beginnen, werde man auch „Tonio & Julia“ berücksichtigen. Bislang zeigte man den Teilnehmern Drehorte des „Bullen von Tölz“, von „Hubert und Staller“ sowie von „Irgendwie und Sowieso“. Frey-Allgaier lobt zudem die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Filmteam. Bad Tölz habe „viel dazugelernt“ und eine gute Routine bei der Kooperation mit Filmprojekten erarbeitet. „Das Ergebnis ist, dass schöne und vielfältige Orte in der Stadt und auf dem Land authentisch gezeigt werden.“ Nicht umsonst sei Tölz für die Wahl zum „Filmort des Jahres 2019“ nominiert worden. Die Wahl fiel jedoch auf Passau.
Gasthof Zantl in Bad Tölz stellt in „Tonio & Julia“ das Pfarrhaus dar
Auch Andreas Wanner lobt die „angenehme und respektvolle Zusammenarbeit“ mit der Stadt. „Es ist auch ein großer Vorteil, dass ich aus Tölz komme und mich hier gut auskenne“, sagt der Motivaufnahmeleiter. Eines der häufigsten Motive in „Tonio & Julia“ ist ein Beratungszentrum. Früher diente das Münchner Klinikum Haar als Kulisse, nun ist es die Kaserne in Lenggries. „Dadurch haben wir auch die gesamte Produktion samt Büros ins Tölzer Land verlegt“, sagt Wanner. Auch im Tölzer Gries wurde häufig gedreht: „Dort kann man die kleinen Tölzer Gassen perfekt einfangen.“ Ein Hauptmotiv ist auch der Tölzer Gasthof Zantl. Er wurde für die Serie zum Pfarrhaus neben der Mühlfeldkirche verwandelt.
„Für jede Folge gibt es ein Episoden-Hauptmotiv“, erklärt Wanner. „Dieses kommt dann, je nach Handlung, in einer Folge vermehrt vor.“ Das seien zum Beispiel auch der „Jägerwirt“ an der Kohlstattstraße oder der Willibald-Hof in Wackersberg. „Bei vielen Motiven weiß jeder Tölzer, wo es ist. Andere haben wir so sehr umgebaut, dass es die wenigsten wieder erkennen“, sagt Wanner und lächelt.
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