Verantwortliche gehen auf Nummer Sicher

Wegen Drückjagd: Ortsverbindungsstraße gesperrt

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Die Straße im Sachsenrieder Forst wird gesperrt.

Das gibt es auch nicht alle Tage: Wegen einer groß angelegten Drückjagd im Sachsenrieder Forst wird am morgigen Samstag, 16. November, die Ortsverbindungsstraße von Dienhausen nach Osterzell gesperrt.

Dienhausen „Durch die Jagd wird das Risiko von Wildwechsel und freilaufenden Jagdhunden auf der Straße stark erhöht. Eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern und Hunden soll so verhindert werden“, sagte ein Sprecher des Staatsforsts.

Bei einer Drückjagd werden Rehe und Wildschweine von Jagdhunden aufgespürt und mit lautem Bellen verfolgt. Von Hochsitzen aus haben dann die Jäger des Forstbetriebs eine Chance, Wild entsprechend der Abschussvorgaben zu erlegen.

Für die unmittelbar an das Jagdgebiet angrenzende Straße besteht jedoch das Risiko, dass Hunde oder von ihnen verfolgtes Wild plötzlich vor ein Auto geraten. „Zusammen mit den zuständigen Landratsämtern Landsberg und Ostallgäu haben wir uns deswegen dazu entschlossen, auf Nummer sicher zu gehen und die Straße für den Zeitraum von 8 bis 14 Uhr komplett zu sperren“, erklärt Forstbetriebsleiter Robert Bocksberger. „Wir müssen ausschließen, dass einer unserer vierbeinigen Jagdhelfer oder Wild angefahren wird oder gar ein Mensch zu Schaden kommt.“

Auch Waldwege sind gesperrt

Alternativen wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung mussten verworfen werden: „Einzelne Verkehrsteilnehmer ignorieren solche Vorgaben leider regelmäßig und setzen sich und andere dadurch einem hohen Risiko aus“, so Bocksberger. Er bittet die Verkehrsteilnehmer, die entstehenden Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Auch für Erholung suchende Spaziergänger und Radler wird es am Samstag Einschränkungen geben, denn die Waldwege im Jagdgebiet sind ebenfalls gesperrt.

Wildschweine und Rehe sollen erlegt werden

Im Zuge der Jagd sollen Wildschweine und Rehe erlegt werden, um Wildschäden an landwirtschaftlichen Flächen einerseits und Verbiss an Jungbäumen andererseits zu minimieren. „Gerade in Zeiten des Klimawandels ist es eine unserer Kernaufgaben, das Aufwachsen stabiler und klimatoleranter Mischwälder sicherzustellen“, sagte Bocksberger. Die Wildtiere würden zwar an diesem Tag einem hohen Verfolgungsdruck ausgesetzt. Dafür sei danach der Jagddruck durch die Ansitzjagd entsprechend reduziert.  sn

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Der Wald spielt für das Klima eine wichtige Rolle. Damit er diese erfüllen kann, muss er besser geschützt werden, sagen die Grünen. Sie fordern deshalb, den Wildverbiss anzugehen und den Jagddruck zu erhöhen – notfalls auch mit Nachtsichtgeräten. Die Empörung bei den Jägern im Landkreis ist groß.

Die Wildschwein-Abschusszahlen im Landkreis Weilheim-Schongau sind zuletzt massiv eingebrochen. Auch zu wenig Rehwild wurde laut der Unteren Jagdbehörde geschossen.

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