VonMagnus Reitingerschließen
Es ist unübersehbar: Die Admiral-Hipper-Straße in Weilheims Altstadt wird teilweise zur Baustelle. Grund sind Sanierungsarbeiten am Rathaus, für die ein Kran aufgestellt werden muss. Die Straße wird dadurch gut ein Jahr lang verengt sein – mit Folgen insbesondere für Radler.
Weilheim – Es war eine nicht zu unterschätzende Verbesserung für den Radverkehr in Weilheim, als der Stadtrat vor dreieinhalb Jahren beschlossen hat, dass in der Admiral-Hipper-Straße gegen die Einbahnrichtung geradelt werden darf. Seitdem können Radler etwa aus der Oberen Stadt direkt Richtung Marienplatz fahren – wenngleich das Kopfsteinpflaster und der Gegenverkehr dort eine echte Herausforderung sind.
Seit kurzem aber ist die kleine Verkehrsinsel an der Fußgängerampel der Hipper-Straße, welche die Einfahrt für Radler erst möglich machte, wieder verschwunden. Grund dafür sind Bauarbeiten in diesem Bereich. Auch die Fahrradständer vor dem Restaurant Torito wurden abmontiert, dort findet sich jetzt eine plane Kiesfläche. Und darauf wird demnächst ein Kran aufgestellt.
Arbeiten im Rathaus-Trakt an der B2 sind abgeschlossen
Nötig ist all das, um die Rathaussanierung fortführen zu können. Im Trakt entlang der B 2 sind die Arbeiten inzwischen abgeschlossen, erklärt Stadtkämmerer Christoph Scharf auf Tagblatt-Anfrage. Die Abteilungen, die von dort längere Zeit ausgelagert waren, konnten wieder einziehen. Dafür wurde nun der Gebäudeteil an der Admiral-Hipper-Straße vorübergehend geräumt; das Veranstaltungsbüro zog beispielsweise ins Stadttheater. Und in diesem Teil des Rathauses kann nun die Deckensanierung fortgeführt werden. Das soll vorläufig der letzte Akt der dortigen Renovierungsarbeiten sein, die bereits 2012 begonnen haben und deren Kosten sich inzwischen auf gut elf Millionen Euro summieren.
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Für die Baustelleneinrichtung wird ein Teil der Hipper-Straße benötigt. Die dicke Kiesschicht dort ist laut Scharf notwendig, um das Kopfsteinpflaster zu schützen und gleiches Niveau zum Gehweg herzustellen, wenn dort der Kran aufgestellt wird. Und: Durch die Verengung – so erläutert Walter Weber, der Leiter des städtischen Ordnungsates – hat die Fahrbahn nicht mehr die Breite, die vorgeschrieben ist, um Radlern das Fahren gegen die Einbahnrichtung zu erlauben. Deshalb also die Sperrung der Einfahrt von der B 2 und der Abbau jener Verkehrsinsel, die in Anspielung auf den früheren Ordnungsamts-Chef mal als „Andis Wunder-Insel“ bekannt wurde.
Ampel an der Admiral-Hipper-Straße zwar zwischenzeitlich verhüllt
Die veränderte Situation brachte in den letzten Tagen allerdings ein bisschen Chaos mit sich. Weil sich einige Autos beim Ausfahren aus der Admiral-Hipper-Straße nun zu weit links einordneten, wurden sie vom Ampelsensor nicht mehr erfasst. Deshalb riefen Verkehrsteilnehmer an einem Abend die Polizei herbei, die wiederum die staatliche Straßenmeisterei verständigte, wie Weber berichtet. Und Letztere habe die Ampel an der Hipper-Straße zur Lösung des Problems kurzerhand verhüllt.
Das war insofern zulässig, als es sich hier um eine „staatliche Ampel“ (weil zur Bundesstraße gehörig) handelt. Doch Weilheims Ordnungsamts-Leiter sah darin keinen tragbaren Zustand und setzte sich umgehend dafür ein, die Ampel wieder „aufzumachen“. Um zu verhindern, dass sich Autos zu weit links einordnen und vom Sensor wieder nicht erkannt werden, ließ Weber dort nun Baken aufstellen.
In gut einem Jahr soll an dieser Stelle dann wieder alles so eingerichtet werden, wie man es zuletzt gewohnt war. So lange allerdings wird die Baustelle dort währen, sagt Kämmerer Scharf. „Dann ist das Rathaus saniert“, fügt er mit hörbarer Erleichterung hinzu. Allenfalls die alte Remise im Hof müsse dann noch renoviert werden. Das bedeute dann aber keine Beeinträchtigungen mehr für den Parteiverkehr und für Passanten. Und es wird wohl nicht gleich, sondern „irgendwann später“ gemacht, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt. Denn aktuell, so Scharf, habe die Stadt Weilheim wahrlich „andere Baustellen“.
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