Organisiert von Weilheimern

Sport trifft Politik: Snowboard-Profis kämpfen für Klimaschutz

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Großes Interesse – nur nicht seitens der CSU – herrschte am „Klimadialog“ auf der Zugspitze, den der Wintersportler Elias Elhardt (Mitte) initiiert hatte.
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Die Ortsgruppe Weilheim des Vereins „Bürgerlobby Klimaschutz“ war Mitorganisator eines „Klimadialogs“ auf der Zugspitze - mit einer außergewöhnlichen Konstellation.

Weilheim/Garmisch – Es war eine außergewöhnliche Konstellation: Bei einem „Klimadialog“ auf der Zugspitze diskutierten Vertreter aus Politik und Outdoorsport, wie Bayern die selbst auferlegte Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 erreichen kann. Initiiert hatte die Veranstaltung der deutsche Snowboardprofi Elias Elhardt, für die Organisation sorgten die von Sportlern getragene Initiative „Protect Our Winters“ sowie die Ortsgruppen Weilheim und München des Vereins „Bürgerlobby Klimaschutz“.

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Outdoorsportler „leben einen Widerspruch“ in puncto Klima

„Wir sind uns bewusst, dass wir Outdoorsportler einen Widerspruch leben“, sagte Elhardt: Einerseits verbrauche man durch Anreise und Ausrüstung oft viele Ressourcen, „andererseits stärkt der Sport auch unsere Verbundenheit zur Natur“. Durch ihre täglichen Erfahrungen sähen die Sportler „die Veränderungen, die der Klimawandel verursacht, und wissen, dass etwas passieren muss.“ Da man für eine strukturelle Erneuerung die Politik brauche, suche man nun den Dialog.

Gefolgt waren der Einladung mit Florian Streibl (FW) und Ludwig Hartmann (Grüne) zwei Fraktionsvorsitzende aus dem bayerischen Landtag, dazu der Münchner FDP-Landtagskandidat Michael Ruoff und der Grassauer Bürgermeister Stefan Kattari (SPD), „welcher sogar mit dem Fahrrad angereist war“, wie es in einer Pressemitteilung der Bürgerlobby heißt. Die CSU habe „trotz mehrfacher Nachfrage“ keinen Vertreter entsendet.

„Alles, was wir jetzt aufschieben, wird später teurer“

Die Politiker diskutierten mit mehreren Wintersportlern sowie mit Stephan Kigle von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München, die eine Studie über die Wege verfasst hat, wie Bayern bis 2040 klimaneutral werden kann. „Alles, was wir jetzt aufschieben, wird später teurer“, betonte Kigle: „Wir haben die Technologien wie E-Autos oder Wärmepumpe. Je schneller wir sie jetzt nutzen, desto günstiger wird es am Ende.“

Bayerns Ziel der Klimaneutralität bis 2040, festgeschrieben im Anfang 2023 in Kraft getretenen Klimaschutzgesetz, sei ambitioniert, würdigte Mats Mosel von „Protect Our Winters“. Doch gebe das Gesetz zu viel „Kann“ und zu wenig „Muss“ vor: „Es ist wie manchmal im Sport – es wurden Ziele gesetzt, aber der Weg vergessen. Wir brauchen einen Trainingsplan für die nächsten 17 Jahre!“

Als Vertreter der „Bürgerlobby Klimaschutz“ äußerte der Weilheimer Michael Schröder-Schulze am Ende der zweistündigen Diskussion im „Münchner Haus“ den Wunsch, „dass die Politik nicht Ängste schüren, sondern mehr Sachorientierung in den Dialog mit den Bürgern bringen“ und diesen gegenüber „ehrlich und transparent auftreten“ solle. Elias Elhardt kündigte an, weitere Klimadialoge organisieren zu wollen.  

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