Neues Bildungszentrum

Es wird ernst mit Riesen-Neubau am Stadtrand von Weilheim

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Auf diesen Feldern neben der neuen Berufsschule will die Handwerkskammer ihr neues „Bildungszentrum Weilheim“ bauen. Der Stadtrat entscheidet nächste Woche über die dafür nötige Flächennutzungsplan-Änderung.
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Für den geplanten Neubau der Handwerkskammer auf grüner Wiese am Narbonner Ring beginnt nun offiziell das Verfahren. Im Bauausschuss gab es jetzt viel Lob für das Vorhaben – aber auch fundamentale Kritik.

Weilheim – Es geht um eine Fläche von 3,6 Hektar am Stadtrand von Weilheim: Auf freiem Feld zwischen dem Berufsschul-Neubau und dem Bolzplatz am Narbonner Ring will die Handwerkskammer für München und Oberbayern ihr neues „Berufsbildungszentrum Weilheim“ errichten (wir berichteten). Das Areal dafür, bisher landwirtschaftlich genutzt, ist noch etwas größer als das der benachbarten Berufsschule. Nun hat das Königsdorfer Büro „U-Plan“ im Auftrag der Handwerkskammer den Entwurf für die dafür nötige Flächennutzungsplan-Änderung vorgelegt. Am 28. September soll der Stadtrat darüber entscheiden, damit wird das Verfahren dann offiziell eingeleitet.

Grünen-Vertreterin: Bau auf grüner Wiese „nicht mehr zeitgemäß“

Bei der Vorberatung am Dienstag im Bauausschuss gab es seitens der Grünen erneut fundamentale Kritik an dem Vorhaben. Der geplante Neubau auf grüner Wiese sei „einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagte Luise Nowak und verwies auf aktuelle Untersuchungen, wonach es in Deutschland 2035 sieben Millionen Erwerbstätige weniger als heute geben werde: Angesichts dieser Entwicklung müsse es genügen, dass die Handwerkskammer bereits bestehende Gebäude und Einrichtungen nutze.

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Diese Aussagen wiesen die Vertreter anderer Fraktionen zurück. Man müsse berufliche und insbesondere handwerkliche Bildung fördern, das sei „einer der zentralen Punkte für Zukunftsfähigkeit“, betonte CSU-Sprecherin Marion Lunz-Schmieder. Die Neubaupläne der Handwerkskammer seien deshalb „begrüßenswert fürs Oberzentrum Weilheim“. Den Verlust landwirtschaftlicher Fläche müsse man dafür in Kauf nehmen, ergänzte ihr Parteifreund Klaus Gast – zumal ja an den bisherigen Standorten der Handwerkskammer in Weilheim „Entwicklungsflächen“ frei würden, die wiederum zusätzliche Bebauung im Grünen ersparten.

Bürgermeister Loth: „Dringend nötige Investition ins Handwerk“

Angesichts des „Werts für die Bildung“ sei der Flächenverlust für die Landwirtschaft in diesem Fall hinnehmbar, meinte auch Rupert Pentenrieder (BfW), der Stadtratsreferent für Landwirtschaft. Und wenn es Weilheim nicht zulasse, so fügte er an, würde die Handwerkskammer „woanders bauen – dann ist es auch Flächenverbrauch.“ Für Bürgermeister Markus Loth (BfW) steht fest: „Wir müssen unbedingt in berufliche Bildung investieren, das Handwerk sucht händeringend Personal.“ Der Standort neben der Berufsschule sei „sinnvoll“, so der Rathaus-Chef, zugleich habe das Bildungszentrum „nichts mit der Schule zu tun“.

Die Parkplatzfrage ist entscheidend

Grünen-Vertreter Alfred Honisch begründete seine Ablehnung des Handwerkskammer-Neubaus mit der Parkplatzfrage: „Mit oberirdischen Autostellplätzen lehne ich es ab“, betonte der 3. Bürgermeister und störte sich an einer Aussage des Bauwerbers, wonach der Neubau mit Tiefgarage zu teuer käme. Die Aussage sei nur gewesen, dass man sich „nicht schon im Vorfeld auf eine Tiefgarage einschränken“ könne, korrigierte Bauverwaltungsleiter Manfred Stork. Eine mögliche Tiefgarage oder ein Parkdeck würden Thema im späteren Bebauungsplan-Verfahren.

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Eine Tiefgarage wäre „ökologisch eher fragwürdig“, befand Gerd Ratter (ÖDP), doch mit einem Parkdeck gelte es hier „die Bausünde der Berufsschule“ auszugleichen, wo ein Großparkplatz entstand. Generell sei das geplante Berufsbildungszentrum „eine sinnvolle Investition in die Zukunft“, so Ratter, freilich müssten „ökologisches Bauen und die Radweg-Anbindung gewährleistet sein“.

Für die Flächennutzungsplan-Änderung stimmten bei der Vorberatung alle Ausschuss-Mitglieder außer den beiden Grünen-Vertretern.

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