VonMagnus Reitingerschließen
Am Weilheimer Stadtbach wird einiges neu, wenn die Erneuerung des Uferverbaus zwischen Gögerlweg und Trachtenheim abgeschlossen ist. Die gefällten Alleebäume aber werden nachgepflanzt, da ist sich der Bauausschuss einig – obwohl eine Behörde anderes empfohlen hat.
Weilheim – Die jüngsten Baumfällungen in der Oberen Stadt haben viele Bürger verärgert (wir berichteten). Doch laut Stadt waren sie unvermeidlich: Sieben Bäume habe man fällen müssen, weil sie nicht mehr standsicher waren, heißt es aus dem Stadtbauamt, „hauptsächlich wegen Eschentriebsterben oder zu engem Lebensraum mit Streusalzbelastung neben der Durchgangsstraße“. Rund ein halbes Dutzend weiterer Bäume fiel der nötigen Erhöhung der Brücke bei der Fußgängerampel an der Einmündung Römerstraße zum Opfer. Auch diese hätte man „in den nächsten Jahren aus Standsicherheitsgründen sowieso fällen müssen“, betont das Stadtbauamt.
Fachbehörde empfiehlt, auf neue Bäume am Stadtbach zu verzichten
Dass es dafür Nachpflanzungen geben soll, stand für das Rathaus außer Frage. Doch eine Nachfrage beim Wasserwirtschaftsamt zur Vorgehensweise und zum Pflanzmaterial ergab: Die Fachbehörde empfiehlt, auf die Anpflanzung neuer Bäume zu verzichten – „aus Gründen der Sicherheit der Böschung bzw. des Dammes“, wie Bauverwaltungsleiter Manfred Stork am Dienstag im Bauausschuss des Stadtrates berichtete. Stork bat indes ausdrücklich um einen „Beschluss für Bäume“, und zwar „unabhängig davon, ob der Damm dadurch beschädigt werden kann“. In der Vergangenheit habe es in dieser Hinsicht keine Probleme gegeben.
„Die Bäume sind ein Markenzeichen für die Obere Stadt“
Bei den Ausschussmitgliedern rannte er damit offene Türen ein. Einstimmig beschloss das Gremium Nachpflanzungen. Die Bäume seien „ein Markenzeichen für die Obere Stadt“, meinte etwa CSU-Vertreter Klaus Gast. Somit werden nach Abschluss der Bauarbeiten (wohl im Frühjahr 2023) neue Bäume gepflanzt – „wo sie sinnvoll sind, wo wir Platz dafür haben, wo es funktioniert“, wie Stork sagte.
Brücke auf Höhe Römerstraße wird fahrradfreundlicher
Weniger Platz bleibt dafür wohl bei der für Fußgänger und Radler wichtigen Brücke nahe der Römerstraße. Die soll „barriereärmer und fahrradfreundlicher als bisher“ werden, so das Stadtbauamt. Weil sie zugleich höher über dem Bach liegen muss, sind deutlich längere Rampen zur Auf- und Abfahrt nötig. Die Betonbrücke wird deshalb etwas weiter östlich neu gebaut, mit einer Breite von 1,80 bis zwei Metern. Radfahrer werden dort jedoch „weiter absteigen müssen“, betonte Stork, „wie bisher auch“. Die Rampe wird dann etwa acht Prozent Gefälle haben.
Die kleineren Brücken werden reduziert und verlegt
Diesen Brückenneubau hat der Bauausschuss ebenso einstimmig beschlossen wie Veränderungen bei den kleinen Holzbrücken in diesem Bereich. „Um fünf bis sechs Bäume im Bestand zu schützen“, werden diese Brückerl zwischen Gögerlweg und Rastkapellenstraße von drei auf zwei reduziert und „an geeignete Stellen verlegt“. Die Fundamente dafür seien im ersten Bereich bereits fertig, wie es hieß. Im Bereich mit Ensembleschutz habe man auch das Denkmalamt über die Änderung informiert.
„Ein Provisorium für einige Monate“
Was die Brücke bei der Fußgängerampel betrifft – sie ist laut Radverkehrskonzept Teil einer der Hauptrouten für Radler zwischen dem Süden und dem Norden Weilheims –, muss nach Auskunft des Stadtbauamtes „übergangsweise ein Provisorium für einige Monate als Verkehrsweg dienen, bis die weitere Brückenplanung ausgearbeitet ist“.
