VonMagnus Reitingerschließen
Spätestens im Herbst soll die lange geplante „Erlebnisrunde Marnbach-Deutenhausen“ eingeweiht werden. Spielen können Kinder dort vielleicht sogar schon in ein paar Wochen. Die Vorfreude ist groß – auch wenn eine Station entfallen musste.
Weilheim – Fünf Jahre sind vergangen, seit sich der Verein „Erlebnisrunde Marnbach-Deutenhausen“ gegründet hat. Fünf Jahre mit viel, viel Arbeit für die rund 20 Eltern, die sich vorgenommen hatten, eine Route mit mehreren attraktiven Spielstationen zwischen den beiden Dörfern zu schaffen. Nun ist das Ziel zum Greifen nah: Spätestens im kommenden Herbst soll Einweihung sein, heißt es aus dem Weilheimer Rathaus. Die Bauarbeiten laufen, einzelne Geräte können womöglich schon im Spätsommer genutzt werden.
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Viel Arbeit für die Eltern im Verein
Die Stadt Weilheim hat mittlerweile die Trägerschaft für die „Erlebnisrunde“ übernommen, doch die Arbeit an dem außergewöhnlichen Projekt läuft weiterhin über den Verein. Die Kosten belaufen sich laut 1. Vorsitzendem Michael Bauer auf insgesamt rund 125.000 Euro. 54.000 davon steuert die EU über das so genannte Leader-Projekt bei, an die 40.000 Euro wurden laut Bauer mittlerweile gespendet. Den Rest trage vorläufig die Stadt. Wobei für den nötigen Zaunbau und die Bepflanzungen kein Geld eingeplant sei – das übernehme der Verein „Erlebnisrunde Marnbach-Deutenhausen“ in Eigenregie, zusammen mit dem örtlichen Verein für Gartenkultur.
Denkmalschutz verhinderte Spielgeräte an Kapelle
Nach einem Planungsworkshop 2022 mit den Eltern und Kindern hat die Konzeption der Runde das in Wolfratshausen ansässige Büro „Naturgrün“ ausgearbeitet. Auch wasserschutz- und denkmalschutzrechtliche Prüfungen waren notwendig. Aufgrund Letzterer musste die ursprüngliche Planung um eine Station reduziert werden: Spielgeräte direkt an Marnbachs denkmalgeschützter Feldkapelle St. Michael an der Hardtstraße – das geht der Fachbehörde zufolge gar nicht, erklärt Weilheims Stadtbaumeisterin Katrin Fischer.
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Jede Station hat ein besonderes Thema
So entstehen nun also fünf statt sechs Stationen für die „Erlebnisrunde“, jeweils mit einem bestimmten Thema und einem Holztier – und zwar folgende:
- Sportplatz Marnbach: Rollenspiel/Verstecken, Balancieren – Thema: Sand-Burg; Holztier: Eidechse.
- Deutenhausen, Bach: Wasser, Zusammenkommen, kreatives Spielen – Thema: Wildfluss; Holztier: Fisch.
- Gögerl, Waldwiese: Flying Fox, Pausenplatz, Naturbeobachtung – Thema: Biotop; Holztier: Frosch.
- Flurbereinigungsdenkmal: Balancieren, Naschen, Naturbeobachtung – Thema: Leben am Wegesrand; Holztier: Feldlerche.
- Gemeindehaus Marnbach: Schaukeln, Klettern, Rollenspiel, Rutsche – Thema: Theater; Holztier: Eichhörnchen.
Spielgeräte für die Erlebnisrunde sind nicht von der Stange
Die Runde ist insgesamt rund 6,5 Kilometer lang und wird eigens ausgeschildert. Sie kann zu Fuß – auch mit Kinderwagen – begangen sowie mit Rädern befahren werden. Die Spielgeräte sind übrigens nicht von der Stange, betont Fischer, sondern werden von der Firma „Naturgartenbau“ aus Seeshaupt selber gefertigt. Auch Bänke und Verweilmöglichkeiten für die erwachsenen Begleiter sollen an den Stationen entstehen.
„Es ist für jeden was dabei“, verspricht Michael Bauer, auch wenn eine geplante Station wegfallen musste. „Schade“, meint der Vereinsvorsitzende dazu, „aber es ist einfach so“. Ärgern will sich in Marnbach und Deutenhausen niemand mehr über die Planänderung, die dadurch nötig wurde. Jetzt regiert ganz klar die Vorfreude auf die baldige Fertigstellung und auf die Einweihung der „Erlebnisrunde Marnbach-Deutenhausen“.
