VonMagnus Reitingerschließen
Die Radweg-Verbindung von Weilheim ins Gewerbegebiet Achalaich ist bislang mehr als dürftig. Jetzt soll sie ausgebaut werden. „Wir könnten loslegen“, heißt es aus dem Weilheimer Rathaus. Doch das geht nur gemeinsam mit der Gemeinde Polling.
Weilheim – Ja, es ist schon jetzt prinzipiell möglich, mit dem Fahrrad von Weilheim nach Achalaich zu kommen. Anspruchsvoll dürfen Radler hier allerdings nicht sein. Von der Kreisstadt gibt es in dieses Gewerbegebiet – das zwischen Weilheim und Polling liegt und von beiden Gemeinden gemeinsam geplant wurde – eine einzige Route, die für Radfahrer nicht von Haus aus lebensgefährlich ist: einen Feldweg, der in Verlängerung des Franziskuswegs über den Trifthofanbinder und am Forellenhof Polling vorbei nach Achalaich führt.
Auch interessant: Erneut Leitungswechsel in der Stadtbücherei Weilheim
Bisher Benutzung nur „auf eigene Gefahr“
Dieser Weg ist durchaus idyllisch und im Grunde auch per Drahtesel befahrbar, jedenfalls bei Tageslicht und guter Witterung. In der Dämmerung und bei Dunkelheit ist er Radlern ob des Schotters und der allgemeinen Beschaffenheit nicht zu empfehlen. Wohl wegen solcher Mängel weist von Achalaich aus ein Schild darauf hin, dass diese Strecke nur „auf eigene Gefahr“ zu benutzen sei. Von einem Radweg ist dabei vorsichtshalber gar nicht die Rede.
Weil aber ein Gewerbegebiet, in dem viele hundert Menschen arbeiten, ganz offiziell und auch zu dunkleren Tageszeiten mit dem Fahrrad erreichbar sein müsste, brennt dieses Thema vielen Weilheimern seit Jahren auf den Nägeln. Auch unsere Zeitung berichtete mehrfach darüber, etwa im September 2021 unter der Überschrift „Per Rad nach Achalaich – ein Abenteuer“.
Geplant: Beleuchtung des Radwegs nur bei Bedarf
Nun scheint sich etwas zu tun, und Bürgermeister Markus Loth machte bei der Bürgerversammlung jüngst Hoffnung in der Angelegenheit. Damit für die dort Beschäftigten „der tägliche Arbeitsweg mit dem Fahrrad etwas komfortabler wird“, so Weilheims Rathaus-Chef, werde „die Radwegeverbindung ins Gewerbegebiet gemeinsam mit der Gemeinde Polling ausgebaut“. Die Route Franziskusweg-Fischteiche-Achalaich werde „in den kommenden Monaten eine abschnittsweise Oberflächensanierung erfahren“, in einigen Bereichen wolle man „eine solarbasierte Beleuchtung“ installieren: Licht, das bei Bedarf per Bewegungsmelder angeht. „Auch die vielen Freizeitradler werden sich über die Verbesserung freuen“, so Loth zuversichtlich.
Das nötige Geld ist im städtischen Haushalt 2023 eingeplant, 260.000 Euro sind dafür kalkuliert. „Wir könnten von uns aus loslegen“, sagt Weilheims Stadtbaumeisterin Katrin Fischer auf Tagblatt-Anfrage. Zum Konzept gehöre auch, dass Radler über die Wohngebiete nahe dem Prälatenweg sicher zum Franziskusweg und damit Richtung Achalaich kommen. Ein kleiner Durchlass von der Pollinger Straße zur Heinrichstraße soll dafür umgebaut werden. Die Pollinger Straße kann dort über eine bereits vorhandene Verkehrsinsel überquert werden.
Ein Teil des Weges befindet sich auf Pollinger Flur
Allerdings: Der Ausbau des Feldwegs nach Achalaich funktioniert nur gemeinsam mit der Gemeinde Polling. In der Nähe der Fischweiher verläuft nämlich die Gemeindegrenze zwischen der Kreisstadt und dem Klosterdorf; ein Teil des Weges befindet sich also auf Pollinger Flur. Bezüglich des Ausbaus warte man derzeit auf ein Zeichen aus Polling, hieß es vor wenigen Tagen aus dem Weilheimer Rathaus.
Jetzt kommt Bewegung in die Sache
Der Weg sei „vorhanden, aber nicht beleuchtet und auf unserer Seite nicht asphaltiert“, bestätigte Pollings Bürgermeister Martin Pape auf Nachfrage unserer Zeitung. Doch die Planung, diesen Weg „zu verbessern, staubfrei zu machen und eine Beleuchtung anzubringen“, laufe seitens seiner Gemeinde noch. Wann es so weit ist, sei offen. Vorgestern nun vermeldete auch Pape gegenüber der Heimatzeitung Fortschritt: Er habe mit Weilheims Bürgermeister Loth – dem die Sache „sehr wichtig“ sei – gesprochen, man arbeite an der avisierten Lösung. Am heutigen Donnerstag gebe es einen Ortstermin mit dem Planer.
Es könnte also tatsächlich noch in diesem Jahr was werden mit einem Radweg zwischen Weilheim und Achalaich, der diesen Namen verdient. Jetzt muss nur noch die Ausschreibung klappen – und, wenn es so weit ist, am Ende auch das Wetter mitspielen.
