Das Fahren eines Elektroautos ist kostengünstig, umweltschonend und bringt auch Vergünstigungen wie kostenloses Parken mit sich. Immer noch kompliziert in der Handhabung ist dagegen das Aufladen an öffentlichen Ladesäulen – wenn sie denn funktionieren.
Weilheim – Ein rot-weißes Absperrband ist da, wo früher die Stromtankstelle am Unteren Graben in Weilheim zu finden war. Die Ladestation ist seit Mai außer Betrieb und wurde abgebaut. Kurze Zeit später verabschiedete sich auch die Ladesäule an der Murnauer Straße. In Weilheim kann man folglich seit Monaten nicht mehr sein Elektrofahrzeug aufladen. Hieß es zunächst, dass Ende Juli die Säulen wieder in Betrieb sind, ist nun auf einem Infoblatt zu lesen, dass es voraussichtlich bis Ende September dauern wird.
„Die Ladesäulen hatten beide einen technischen Defekt am Display“, so Peter Müller, Leiter der Weilheimer Stadtwerke. Eine Reparatur und ein Aufrüsten der Säulen wäre teurer gekommen als neue, technisch hochwertigere Stromtankstellen zu kaufen. Um diese bestellen zu können, muss ein neuer Förderungsantrag an die Landesregierung gestellt werden. „Wir haben diesen Antrag sofort, also schon Ende April, gestellt. Aber bis heute kam keine Antwort. Wir warten stündlich darauf“, sagte Müller. Die Ladesäulen seien sofort lieferbar. „Am Lieferanten liegt es nicht, sondern an der Bürokratie der Landesregierung – irgendwie typisch deutsch“, so Müller.
Lesen Sie auch: Zum Tanken ans Rathaus: Eine E-Tankstelle für Hohenpeißenberg.
Ganz schnelle Säulen wären zu teuer gewesen
Die neuen Säulen werden jeweils zwei 22-Kilowatt-Anschlüsse haben, bieten also eine schnellere Ladezeit als die alten Säulen. Die ganz schnellen 100-Kilowatt-Säulen wären zu teuer gewesen, so Müller. Außerdem wird das Abrechnungssystem, das bei den vielen Anbietern unterschiedlich ausfällt, benutzerfreundlicher. „Es ist auch ein Spontanladen möglich“, sagte Müller. So kann man ohne Kundenkarte oder komplizierte App auf dem Smartphone nach dem Laden mit der EC-Karte bezahlen.
Steingaden: E-Tankstelle für schnelles Aufladen eingeweiht.
Unklar ist hingegen, wie viel die E-Auto-Fahrer am Ende pro Kilowattstunde berappen müssen. Das könne man pauschal nicht sagen, meinte Müller auf Nachfrage. Denn es gebe viele verschiedene Anbieter mit jeweils unterschiedlichen Preis- und Abrechnungsmodellen.
Von Regina Wahl-Geiger
Das könnte Sie auch interessieren: Sperrung der Ortsumgehung Peißenberg: Darum mussten die beiden Tunnel wieder gewartet werden.