Nach 34 Jahren ist Schluss: Der Werbeverein Neufahrner Schaufenster hat sich aufgelöst. Der Verein ist den Herausforderungen nicht mehr gewachsen.
Neufahrn – Das war’s dann – nach 34 Jahren: Bei seiner Mitgliedervollversammlung am 11. März wurde der Werbeverein Neufahrner Schaufenster aufgelöst. Man sei den Herausforderungen nicht mehr gewachsen gewesen, begründete die letzte Vorsitzende des Schaufensters, Sabrina Bock, den Schritt.
Ziel war es, den Einzelhandel zu stärken
Gegründet wurde das Schaufenster 1986 mit dem Ziel, den Einzelhandel in Neufahrn zu stärken und aktiv an der Entwicklung der Gemeinde mitzuwirken. Man wollte sich ursprünglich zusammen, in der Gemeinschaft, stark machen gegen die großen Supermärkte und Discounter, von denen der Einzelhandel sich damals bedroht sah. Bald schon kamen Unternehmer aus dem Dienstleistungs- und Gastronomie-Sektor dazu.
Der Verein war bestrebt, durch gemeinsame Aktionen, Kaufkraft in Neufahrn zu halten. Ziel war es, die Neufahrner Bürger auf die Mitglieder des Vereins und die Möglich
keiten im Bereich Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie aufmerksam zu machen. Man feierte Feste und gestaltete Werbeauftritte gemeinsam: Es wurden viele Jahre lang Maidult und Herbstfest am Marktplatz organisiert, es gab Rad-Rallyes und seit Jahren die Treue-Aktion, bei der Kunden der Mitgliedsbetriebe belohnt werden. Durch die Maßnahmen sollte nicht zuletzt Neufahrn für die Anwohner und für Neubürger attraktiver gestaltet werden.
„Konsumverhalten hat sich entscheidend geändert“
„In den vergangenen Jahren hat sich das Konsumverhalten jedoch entscheidend geändert“, sagt Bock. Nicht mehr die Supermärkte und Discounter seien die Hauptkonkurrenten der lokalen Unternehmer gewesen, sondern „das große bedrohliche, nicht direkt greifbare Internet“. Eine neue Herausforderung stand an. Der Verein hat weiter die Feste organisiert, die Kommunikation und den Austausch untereinander durch After-Work-Treffen bereichert. Bock: „Leider mussten die Aktiven des Vereins, Vorstand und Werbeausschuss aber zur Kenntnis nehmen, dass trotz aller Aktivitäten der Zeitgeist mit dem Verein in der aktuellen Form, nicht mehr abgebildet werden kann.“ Mit den laufenden Aktivitäten sei der digitale Auftritt der Mitglieder nicht verbessert werden. „Hierfür wäre eine gemeinsame Zielsetzung vonnöten gewesen und das Engagement oder zumindest die Mitwirkung der Mitglieder“, ist Sabrina Bock überzeugt.
„Wir sehen die Auflösung als Chance“
Und an diesem Punkt habe man sich eingestehen müssen, dass der Verein den Herausforderungen nicht mehr gewachsen ist. Aber, so Bock: „Wir sehen die Auflösung als Chance und Wegbereiter für einen Neuanfang!“ Man sei sich sicher, dass sich mit Anregung und Anstoß durch die Gemeinde in nächster Zeit ein neuer Unternehmerkreis bilden könne, der Zeitgeist und Anforderungen an einen modernen Unternehmer-Gewerbe-Verein abbilde.
Übrigens: Die Gewinne der Treue-Aktion können ab amtlicher Bekanntmachung noch ein Jahr lang bei den Mitgliedsbetrieben eingelöst werden. Neue Stempelkarten für die Treueaktion werden nicht mehr ausgegeben. ft
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