Nach Schafrissen nahe München – Jägerin: Wer mit Hund unterwegs ist, sollte vorsichtiger sein
VonCharlotte Borst
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Nach dem mehrfachen Schafriss in Großhelfendorf herrscht weiter Ungewissheit: War es ein Wolf oder nicht? Eine Jägerin erklärt, worauf Spaziergänger jetzt Acht geben sollten.
Landkreis – Bei der Gemeinde Aying sind bislang keinerlei Hinweise auf Wolfssichtungen eingegangen. Im Zuge des Verdachts auf einen Wolfsriss in Großhelfendorf hat der Münchner Merkur im Rathaus nachgefragt. Es hätten sich bisher keine Menschen gemeldet, die vermuteten oder sicher gewesen wären, dass sie einen Wolf gesehen hätten, teilt Zweite Bürgermeisterin Karin Lechner mit.
Auch Andrea Rudelt, die im Bereich Großhelfendorf als Jägerin unterwegs ist, hat bisher keinen Wolf gesichtet. Sie kam am Freitagmorgen dazu, als Landwirt Michael Riesenberger auf der Weide in Großhelfendorf zwei gerissene Schafe tot aufgefunden hatte. „Bis zum DNA-Abgleich hat man keine Gewissheit, dass es ein Wolf war“, sagt Rudelt. Es deute aber viel auf einen Wolfsriss hin. Ein Fachmann habe die Wahrscheinlichkeit auf 75 bis 80 Prozent eingeschätzt, berichtet sie.
Dass das Tier fünf Schafe mit Kehlbissen attackierte, aber keines gefressen habe, erklärt sich Rudelt damit, dass es wahrscheinlich gestört worden sei. „Vielleicht gab es ein Geräusch.“ Die Attacke sei ja nur 15 Meter vom Wohnhaus entfernt gewesen. „Ein Wolf ist sehr scheu“, er weiche dem Menschen normalerweise aus. „Ein normaler Wolf würde sofort Reißaus nehmen.“ Beunruhigter dürfte sein, wer mit einem Hund unterwegs ist: „Die Begegnung zwischen Hund und Wolf ist kritischer, weil der Wolf eine Konkurrenz im Hund sieht.“ Grundsätzlich weist Rudelt darauf hin: „Man muss sich bewusst machen, dass diese Tiere wieder in Deutschland leben.“
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