„Brauchen eine Lösung“

Akute Raumnot an der Hammerschmiedschule: Auch im Lehrerzimmer wird unterrichtet

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Eng und immer enger: Für die Grund- und Hauptschule am Hammerschmiedweg braucht es eine Lösung.

Die Hammerschmiedschule platzt aus allen Nähten: Womöglich benötigt die Einrichtung schon ab September weitere Räumlichkeiten, um der großen Kinderzahl Herr zu werden.

Wolfratshausen – Über 100 Schüler könnten im September am Hammerschmiedweg die erste Klasse besuchen. In den kommenden Jahren wird diese Zahl noch größer: Im Jahr 2020 könnten es schon 114 Kinder sein – und da ist der mögliche Zuzug in die Loisachstadt noch gar nicht eingerechnet. Schon jetzt beunruhigt die eklatante Raumnot die Lehrkräfte. „Wir brauchen für dieses Thema eine Lösung“, erklärt Schulleiter Frank Schwesig. Womöglich benötigt die Einrichtung schon ab September weitere Räumlichkeiten, um der großen Kinderzahl Herr zu werden.

Zur Erinnerung: Der Stadtrat hat eine umfangreiche Baumaßnahme für die Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg beschlossen. An dem Schulstandort sollen unter anderem neue Klassenzimmer entstehen, um alle Schüler unterzubringen. Vor dem Jahr 2023 wird das Mammutprojekt Schulerweiterung jedoch nicht abgeschlossen sein. Zu spät, um kurz- und mittelfristig alle Schulklassen unterzubringen.

Der Schulreferent des Stadtrates und Geschäftsführer des Kinder- und Jugendfördervereins Wolfratshausen, Fritz Meixner, machte im Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Soziales auf die Situation aufmerksam. „Schon jetzt braucht es in der Einrichtung oft kreative Lösungen“, sagte er. Diese Aussage war eine freundliche Umschreibung, wie man im Gespräch mit Schwesig heraushört. „Wir haben eine erhebliche Raumnot“, betont der Schulleiter. Es fehle beispielsweise ein Raum für die Jugendsozialarbeit der Grundschule. „Derzeit muss sich diese Kraft drei Räume mit anderen Angeboten teilen“, berichtet der Rektor. Wenn Schülergruppen mit Lesepaten Texte in kleinen Gruppen bearbeiten, müssen sie auf dem Gang oder in der Aula lesen. „Manchmal sind zwei dieser Gruppen sogar im Lehrerzimmer untergebracht, um dort zu arbeiten“, sagt Schwesig. Kleinere Gruppen, die beispielsweise Deutsch als Zweitsprache lernen, besetzen Klassenräume, deren Schüler gerade in der Turnhalle beim Sportunterricht sind. „Wir versuchen, Räume so gut es geht doppelt zu nutzen“, erklärt Schwesig. Die derzeitige Situation könne man zwar im Moment „irgendwie“ händeln, „aber mit einer fünfzügigen ersten Klasse ginge das nicht mehr“.

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Ob es bereits im kommenden Schuljahr fünf erste Klassen an der Wolfratshauser Grundschule geben wird, ist unklar – werden alle Kinder im schulfähigen Alter eingeschult, ist eine fünfte erste Klasse unausweichlich. Genaue Zahlen gibt es erst im April, wenn die Schuleinschreibungen abgeschlossen sind.

In den kommenden Schuljahren sprechen die Zahlen eine klare Sprache: „Wir müssen perspektivisch auf jeden Fall fünfzügig planen“, stellt Rektor Schwesig fest. In jeder Jahrgangsstufe der Grundschule wird seit Jahrzehnten eine Klasse in einem Außengebäude im Ortsteil Weidach unterrichtet. Diese Entlastung alleine reiche aber nicht, um die Raumnot zu beheben.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner betonte im Jugendausschuss des Stadtrats, dass man derzeit an einer Zwischenlösung für die Schule am Hammerschmiedweg arbeite. Wie genau eine Entlastung aussehen könnte, verriet er aber nicht. Auch Schwesig möchte noch nicht ins Detail gehen: „Wir müssen verschiedene Möglichkeiten erst ausloten, bevor wir darüber öffentlich sprechen.“ Mit dem Rathauschef und dem Schulreferenten Meixner stehe er in einem engen Austausch. Schwesig: „Ich habe beiden das Problem beschrieben.“

Dominik Stallein

Der Kinder- und Jugendförderverein Wolfratshausen (KJFV) erwartet ein Rekordjahr. 442 Schulkinder könnten ab September einen Platz in einem Betreuungsangebot des Vereins belegen. Eine Herausforderung.

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