Der Kinder- und Jugendförderverein muss ab September voraussichtlich eine rekordverdächtige Zahl an Kindern betreuen. Fritz Meixner ist vor der Herausforderung nicht bange.
Wolfratshausen – Der Kinder- und Jugendförderverein Wolfratshausen (KJFV) erwartet ein Rekordjahr. 442 Schulkinder könnten ab September einen Platz in einem Betreuungsangebot des Vereins belegen. KJFV-Chef Fritz Meixner ist zuversichtlich, dass der Verein diese Zahl stemmen kann. Eine Schule in Wolfratshausen hingegen könnte große Probleme bekommen.
Meixner stellte die aktuellen Prognosen im Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Soziales vor. Die Zahl der Anmeldungen ist nicht fix: „Es gibt beispielsweise einige Viertklässler, die noch nicht wissen, ob sie im kommenden Schuljahr in eine andere Schule übertreten.“ Auch sogenannte Korridorkinder, also Kindergartenkinder, die noch nicht entschieden haben, ob sie im September schon in die Schule gehen, machen eine exakte Prognose schwierig. Meixner betonte zwar, dass man nach aktuellem Anmeldestand alle Kinder in einer Einrichtung unterbringen kann. Probleme könne es trotzdem geben.
Derzeit bietet der Kinderhort Waldram 80 Plätze. 86 Kinder haben jedoch Interesse an einem Platz im kommenden Schuljahr. Meixner geht „davon aus, dass sich diese Zahl bei 80 einpendeln wird, sodass wir jedem einen Platz anbieten können“. Die Räumlichkeiten der Schule im südlichsten Wolfratshauser Stadtteil könnten trotzdem eng werden: In Waldram werden rund 100 Kinder an unterschiedlichen Tagen die Mittagsbetreuung des Vereins besuchen. „Das bedeutet, dass wir jeden Tag 120 bis 140 Kinder in der Mensa mit Mittagessen versorgen müssen.“ Mehr als 50 Plätze kann die Mensa nicht bieten. Meixner: „Es ist schon jetzt eine Herausforderung, das werden wir aber schaffen.“
An der Schule am Hammerschmiedweg in Wolfratshausen ist die Situation in der Nachmittagsbetreuung weniger angespannt. Weil der KJFV im Vorjahr seinen Kinderhort auf 170 Plätze vergrößerte, „haben wir einen Puffer für die nächsten Jahre geschaffen“. Selbst wenn alle Buben und Mädchen, die bislang für September angemeldet sind, die Einrichtung tatsächlich besuchen, wäre der Hort nicht voll. Ein Grund, warum deutlich mehr Kinder als bislang die erweiterte Einrichtung besuchen werden: Über 100 Kinder werden am Hammerschmiedweg aller Voraussicht nach eingeschult.
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Auch in den kommenden Jahren liegt diese Zahl deutlich über 100 – bis zu 130 neue ABC-Schützen könnten eine erste Klasse in der städtischen Schule besuchen. Und in die aktuelle Prognose ist der Zuzug von Familien in die Loisachstadt noch nicht eingerechnet. Derzeit ist die Grundschule aber schon zu klein für die vielen Klassen – „und es braucht sehr oft äußerst kreative Lösungen“, so Meixner. Zwar hat die Kommune beschlossen, die Schule am Hammerschmiedweg aufwendig zu erweitern. Vor 2023 wird dies aber nicht abgeschlossen sein. „Das wird so nicht funktionieren“, schlug Meixner Alarm. „Die Schule braucht schon früher eine Zwischenlösung für das Raumproblem.“ Abhängig davon wie viele der Kindergartenkinder heuer eingeschult werden „brauchen wir das vielleicht bereits für das kommende Schuljahr“
Klaus Heilinglechner beruhigte Meixner: „Wir arbeiten derzeit daran.“ Was genau die Kommune an der Lehreinrichtung plane, verriet der Rathauschef aber nicht. Grünen-Stadträtin Annette Heinloth pflichtete Meixners Wunsch nach baulichen Zwischenlösungen bei. Die Mittagsbetreuung, die der KJFV in der Schule anbietet, sei nämlich räumlich „jetzt schon grenzwertig“. Auch für diese Einrichtung rechnet der Verein mit einem Zuwachs. Dominik Stallein
