VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
Der Erinnerungsort in Waldram hat inzwischen den 4000. Besucher begrüßt. Der Erfolg drückt sich allerdings nicht finanziell aus. Dem Verein fehlen rund 20 000 Euro.
Wolfrathausen/Bad Tölz – Mit 20.000 Euro fördert der Landkreis jedes Jahr kulturelle Projekte. Der Topf wurde 2017 auf Antrag der Grünen eingerichtet – und in regelmäßigen Abständen versucht Barbara Schwendner (Grüne) seitdem, ihren Kreistagskollegen mehr Geld dafür aus den Rippen zu leiern. So auch in der jüngsten Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses.
Der hatte gerade beschlossen, die Sportförderung für Vereine von jährlich 70 000 auf 100 000 Euro zu erhöhen. Genau dieselbe Anhebung forderte Schwendner für den Kulturtopf. „Denn die Kulturarbeit ist ebenso wichtig“, sagte die Kreisrätin. Dafür sollte es dann auch das Ziel sein, dass „wirklich alle Förderungen aus dem Bereich Kunst und Kultur über dieses Budget laufen und gemäß der Richtlinien vergeben werden“, betonte Schwendner.
Die Grünen-Kreisrätin sagte dies mit Blick auf einen Antrag des Vereins „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“, der vor gut einem Jahr den Erinnerungsort eröffnet hat. Mehr als 4000 Interessierte haben die Dokumentationsstätte, die die bewegte Geschichte des Wolfratshauser Stadtteils nachzeichnet, seitdem besucht. Getragen wird das Ganze von Ehrenamtlichen, die tausende Arbeitsstunden in das Projekt steckten und immer noch stecken. Nun übersteigen die laufenden Ausgaben des Badehauses allerdings die Einnahmen. Tatsächlich klafft eine Lücke von mehr als 20.000 Euro, wie Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) in der Sitzung aus einem Schreiben des Vereins zitierte. In diesem bitten die Initiatoren den Landkreis um eine „einmalige Anschubfinanzierung im ersten Betriebsjahr“ und um den Ausgleich des Defizits.
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Die Ausschussmitglieder waren skeptisch. „Ich glaube nicht, dass das ,einmalig‘ wirklich ,einmalig‘ ist“, sagte Kreisrat Günther Fuhrmann (FDP/Ausschussgemeinschaft). Auch Landrat Niedermaier war zurückhaltend. Dass in Waldram etwas Gutes entstanden sei, sei unstrittig, betonte er. „Aber wir haben viele gute Museen hier, die wir alle nicht fördern.“ Wenn man damit einmal anfange, sei das schwierig wieder zu stoppen.
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Auch Barbara Schwendner war der Meinung, dass für die Förderung des Badehauses dieselben Bedingungen wie für alle anderen Kunst- und Kulturprojekte gelten müssten. Das bedeutet, dass der Erinnerungsort aus dem allgemeinen Topf mit maximal 2500 Euro gefördert werden kann. Das wurde vom Ausschuss einstimmig beschlossen. Keine Mehrheit fand dagegen die von Schwendner angeregte Erhöhung des allgemeinen Förderbudgets um weitere 30 000 Euro. Der Antrag wurde mit 9:4 Stimmen abgelehnt. va
