VonCarl-Christian Eickschließen
Eine ehemalige Sekretärin hat Geld im Rathaus unterschlagen. Der Fall sorgte für Aufsehen. Nun äußerte sich auch der CSU-Bürgermeisterkandidat dazu.
Wolfratshausen – Die Unterschlagungen der ehemaligen Sekretärin des Bürgermeisters sind in den Augen der Wolfratshauser CSU nur die Spitze des Eisbergs. In der Verhandlung gegen die 53-Jährige vor dem Amtsgericht sei deutlich geworden, dass in der Stadtverwaltung „ohne Kontrolle und Führung gehandelt wird“, stellte CSU-Ortsvorsitzende Susanne Thomas fest – und legte Rathauschef Klaus Heilinglechner den Rücktritt nahe. Thomas erinnerte daran, dass die Verwaltung den Stadträten „Unterlagen nicht vollständig, fehlerhaft oder nicht rechtzeitig“ zur Verfügung stellen würde.
CSU-Fraktionschef und Bürgermeisterkandidat Günther Eibl sah sich in der Stadtratssitzung am Dienstag zu einer persönlichen Erklärung veranlasst: „Ich stelle fest, dass sich die Kritik in der Sache nicht gegen die Arbeitsweise und Arbeitsleistung der Stadtverwaltung und deren Mitarbeiter gerichtet hat.“ Den Rathausmitarbeitern bescheinigte Eibl, „hervorragende Arbeit“ zu leisten. Und: Die „jetzige Amtsführung“ sei tadellos, die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Heilinglechner sei vertrauensvoll und sachlich.
„Ich stelle aber auch klar, dass es Aufgabe der Politik ist, in der Sache nachzuhaken, wenn verwaltungstechnische Vorgänge nicht in Ordnung sind“, so Eibl. Dafür sei der Rathauschef verantwortlich. In der „Causa Chefsekretärin“ hätten zudem der damalige Geschäftsführende Beamten und der Budgetverantwortliche „vorgegebene verwaltungstechnische Verfahrensabläufe“ nicht eingehalten beziehungsweise nicht kontrolliert.
Eibl bedauerte, dass der Bürgermeister an der Gerichtsverhandlung nicht persönlich teilnahm. Dies wäre „als Zeichen der Solidarität und Wertschätzung gegenüber den prozessbeteiligten Mitarbeitern der Stadtverwaltung schön gewesen“. cce
