Sarah Lössl-Mende und Susanne Scheck sind die neuen Jugendsozialarbeiterinnen an den Wolfratshauser Grundschulen. Sie haben ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Kinder.
Wolfratshausen – Als sich Sarah Lössl-Mende den Kindern der Grundschule am Hammerschmiedweg vorstellte, hatte sie ein Kuscheltier im Gepäck. Sie zeigte einen sogenannten Sorgenfresser. „Ich habe den Kindern erklärt, dass das auch meine Aufgabe ist.“ Lössl-Mende ist seit September Jugendsozialarbeiterin der Grundschule. Zeitgleich trat Susanne Scheck diese Stelle an der Grundschule in Waldram an.
„Damit haben wir eine Lücke in der Infrastruktur geschlossen“, sagte Fritz Meixner, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendfördervereins Wolfratshausen, auf einer Pressekonferenz. Die beiden Frauen haben bereits für den Verein gearbeitet: Lössl-Mende leitete bis zum Beginn ihrer Elternzeit vor etwa zwei Jahren das Jugendhaus La Vida, Scheck war Koordinatorin des Projekts Familienpaten. In ihrem neuen Job sehen sich beide als Vermittler zwischen Schülern, Lehrern und Eltern und als Ansprechpartner für die Kleinen, wenn sie für einen Konflikt selbstständig keine Lösung finden. „Sie sind Brückenbauer“, fasste Meixner zusammen.
Lesen Sie auch: Geistlicher erklärt, warum Jugendliche einmal das Kloster Taizé besuchen sollten
Die Probleme, mit denen die Kinder sich an die beiden Damen wenden, sind vielfältig: „Manche erzählen davon, dass ihnen in der Pause ein Kuscheltier gestohlen worden ist“, sagte Lössl-Mende. Scheck ergänzte: „Andere kommen mit Problemen in der Familie zu uns.“ Ganz gleich was die Kinder besprechen wollen, die Frauen hören zu. „In dem Alter sind auch vermeintlich kleine Konflikte eine große Belastung für die Kinder“, meinte die Jugendbeauftragte für die Landkreis-Gemeinden, Verena Peck.
Die Lehrer an den Wolfratshauser Grundschulen freuen sich über die neuen Mitarbeiterinnen. „Das ist für uns eine Entlastung. Es gibt viele Probleme, denen wir uns im Unterricht nicht ausreichend widmen können“, sagte Frank Schwesig, Rektor der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg. „Der Zugang zum Kind ist im Einzelgespräch ganz anders als in der Klassensituation“, ergänzte der Waldramer Schulleiter Josef Märkl.
Die neuen Jugendsozialarbeiterinnen bewerteten die ersten Wochen an der neuen Schule sehr positiv. Auch die Mädchen und Buben sehen das wohl so. „Oft, wenn ich auf dem Pausenhof stehe, kommen Kinder zu mir, umarmen mich und sagen, dass sie auch mal bei mir vorbeikommen“, so Scheck. Dominik Stallein
Auch interessant: Wie ein Theaterprojekt Schülern dabei hilft, Depressionen vorzubeugen