Ein Projekt mit „Signalwirkung“

Isar-Kaufhaus in Wolfratshausen: Landratsamt genehmigt Abriss und Neubau

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Heute bietet sich Passanten ein ganz anderes Bild. Der Laden wurde geschlossen, Waren gibt es in den Schaufenstern längst nicht mehr zu sehen. Nun bricht für den Standort am Untermarkt eine neue Zeit an. Das Kaufhaus soll abgerissen und ein neues Gebäude errichtet werden.
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Das Landratsamt hat die Erlaubnis erteilt: Das ehemalige Isar-Kaufhaus in Wolfratshausen darf abgerissen und an der Stelle ein neues Geschäfts- und Wohnhaus errichtet werden.

Wolfratshausen – Für Dr. Harald Mosler geht „ein langer Kampf“ zu Ende. Der Geschäftsführer der Projektgesellschaft Untermarkt 7-11 hat am Freitagvormittag die offizielle Genehmigung für das Vorhaben erhalten. Das Landratsamt habe den Bauantrag „einer äußerst intensiven Prüfung unterzogen“, berichtet Pressesprecherin Marlies Peischer auf Nachfrage unserer Zeitung. Bei Bauvorhaben in dieser Größenordnung und aufgrund der exponierten Lage sei das die normale Vorgehensweise. Landrat Josef Niedermaier hatte in den vergangenen Monaten mehrfach auf die Komplexität des Verfahrens hingewiesen. Aber er betonte stets, dass der Antrag der Projektgesellschaft hohe Priorität genieße: „Wir wissen sehr wohl, was das Vorhaben für die Stadt Wolfratshausen bedeutet.“

Die Untermarkt 7-11 GmbH will wie berichtet das marode ehemalige Isar-Kaufhaus abreißen und an dieselbe Stelle ein neues Geschäfts- und Wohnhaus bauen. „Wir sind absolut froh, dass wir jetzt alle notwendigen Unterlagen haben“, sagt Mosler. Der Rechtsanwalt ist voller Tatendrang: „Das Projekt geht jetzt a tempo weiter.“

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Zunächst würde der Kaufvertrag vollzogen. Das Dokument sei zwar schon lange unterschrieben, allerdings unter dem Vorbehalt, dass das Landratsamt den Plänen zustimmt. Erst jetzt ist zudem die Überweisung der Kaufsumme fällig. Die gesamten Formalitäten abzuwickeln „dauert ein paar Tage“, mutmaßt Mosler. Doch schon in naher Zukunft soll die Abrissbirne in der Wolfratshauser Marktstraße schwingen. „Der Auftrag ist schon vergeben, das geht jetzt zügig weiter.“ Ein genauer Zeitplan stehe noch nicht fest, „aber wir wollen das Projekt schnellstmöglich realisieren“. Dass die Projektgesellschaft mehrere Monate auf die endgültige Baugenehmigung warten musste, habe man bei allen Planungen im Vorfeld berücksichtigt.

„Natürlich ist das ehemalige Isar-Kaufhaus kein ganz einfaches Projekt. Es müssen viel mehr Aspekte beachtet werden als bei einem normalen Einfamilienhaus, das gebaut werden soll“, sagt Mosler. Ein Beispiel: Weil der Neubau am Untermarkt direkt an der Bundesstraße 11 entsteht, müssten beim Dr.-Happ-Gassl, das am Gebäude in Richtung Bergwald vorbeiführt, „besondere Sichtwinkel“ beachtet werden. Mosler ist von der Zusammenarbeit mit allen Behörden „beeindruckt“. „Es gab niemanden, der versucht hat, uns Steine in den Weg zu legen. Ganz im Gegenteil, die Kommunikation war immer geprägt von einem konstruktiven Abwägen.“

Bei der Eröffnung des Isar-Kaufhauses im März 1966 standen die Menschen Schlange.

Der Wirtschaftsreferent des Stadtrates ist froh über die „positive Nachricht“ aus dem Landratsamt. „Für Wolfratshausen ist das Projekt immens wichtig“, sagt Helmut Forster. Er hofft wie viele Gewerbetreibende, dass der Neubau für frischen Wind in der Altstadt sorgt. „Seit das Isar-Kaufhaus geschlossen hat, fehlen im Markt gefühlt 400 bis 500 Kunden pro Tag.“ Ende 2012 wurde das Gebäude geräumt. Der Wirtschaftsreferent rechnet damit, dass ein Ankermieter, ein populäres Geschäft, in den Neubau einziehen wird. „Das kann den Markt beleben. Davon profitieren auch die Läden, die bereits jetzt am Ober- und Untermarkt sind.“ Forster, der in regem Kontakt mit Mosler steht, wünscht sich, „dass das Projekt bald umgesetzt wird“.

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Auch die Händler, Dienstleister und Handwerker in der Altstadt hätten die Baugenehmigung „sehnlichst erwartet“, berichtet die Vorsitzende des Werbekreises, Ingrid Schnaller. „Die Händler wollen, dass hier etwas passiert.“

Schnaller hofft nun auf eine Signalwirkung: „Die Leute sehen jetzt hoffentlich bald, dass sich hier etwas bewegt.“ Dadurch könnte zum Beispiel die Vermietung der aktuell leer stehenden Ladenlokale in der Altstadt einfacher werden. Der Standort Wolfratshausen könnte für Unternehmer an Attraktivität gewinnen, wenn am Untermarkt 7-11 wieder Leben einkehrt. Nicht zuletzt setzt die Werbekreischefin auf eine höhere Kundenfrequenz, wenn der Neubau am Untermarkt bezogen sein wird. Schnaller: „Davon profitieren am Schluss alle.“ Dominik Stallein und Carl-Christian Eick

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