Corona Lockerungen

Warten auf die Freibad-Eröffnung

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Im Lenggrieser Freibad wurde die Zwangspause für Renovierungsarbeiten genutzt. Beispielsweise wurde der Steg zwischen Schwimmer- und Regenerationsbereich ertüchtigt.
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Schwimmen, Plantschen, in der Sonne liegen: Auf all das freuen sich schon viele. Laut den Corona-Lockerungen wäre es ab dem 8. Juni möglich, die Freibäder wieder zu öffnen. Doch die  Auflagen sind für viele Betreiber kaum oder nur schwer umsetzbar.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Bäder im Tölzer Land bleiben vorerst geschlossen. Zu hoch und zu schwer umsetzbar sind die Auflagen der Regierung, so der einhellige Tenor. 

„Wann das Naturfreibad Eichmühle aufmachen wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest“, erklärt Andrea Bacher, Pressesprecherin der Tölzer Stadtwerke, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Sicher ist nur, dass wir am Montag den Betrieb nicht eröffnen können.“ Was momentan an Auflagen gefordert werde, sei in der Eichmühle nicht umsetzbar. Das Tölzer Freibad dürfte maximal 500 Menschen hereinlassen, gerade einmal ein Drittel der regulären Besucherzahl. Pro Familie müssten 20 Quadratmeter Fläche eingerechnet werden. Um sicherstellen zu können, dass alle Vorgaben immer eingehalten werden, müssten die Stadtwerke pro Schicht sechs Mitarbeiter haben. Normal sind zwei. „Das ist sowohl personell als auch finanziell nicht machbar“, sagt Bacher. „Der Badbetrieb ist sowieso schon defizitär. Ein Drittel der Einnahmen zu haben und dafür die Personalkosten zu verdreifachen wäre ein wirtschaftliches Desaster.“

Betreiber sprechen von „wirtschaftlichen Desaster“ 

Dazu gebe es nach wie vor noch „einige undurchsichtige Vorgaben, bei denen man nicht weiß, wie man diese umsetzen soll“, erklärt die Sprecherin. Wie sollte man beispielsweise den geforderten Mindestabstand von 1,50 Metern im Becken zwischen den Schwimmern beständig kontrollieren? Die Stadtwerke hoffen auf weitere Lockerungen. Nur dann sei es möglich, die Eichmühle im Lauf des Sommers zu öffnen.

In Lenggries sollte sich ebenfalls noch keiner Hoffnungen auf Schwimmen, Baden und Sonnen im Naturfreibad machen. „Am 8. Juni aufzumachen – das klappt einfach nicht“, sagt Lorenz Demmel, Mitarbeiter der Gemeinde Lenggries. „Wir geben unser Bestes“, betont Demmel. „Aber aktuell ist nicht absehbar, ab wann wir Badegäste empfangen können.“ Das Hallenbad Isarwelle ist ebenfalls nach wie vor geschlossen.

„Wir geben unser Bestes“ 

Geschlossen bleibt auch das Alpenwarmbad in Benediktbeuern. Aber dort gibt es Licht am Ende des Tunnels. „Wir haben bis dato den 29. Juni als Eröffnungstermin anvisiert“, sagt die Leiterin der Gäste-Information, Sabine Rauscher. Derzeit werde geprüft, wie das Hygienekonzept umgesetzt werden kann. Aber auch Rauscher ist der Überzeugung, dass das „alles personell und finanziell nicht ganz einfach einzuhalten ist“. Die Gemeinde sucht noch freiwillige Helfer für den Betrieb. Interessierte sollen sich bei der Verwaltung melden, sagt Bürgermeister Toni Ortlieb.

Das Hygienekonzept für das Arzbacher Alpenbad ist bereits fertig, wie Mitbetreiberin Brigitte Pirchmoser berichtet. Und „natürlich haben wir größtes Interesse daran, sobald wie möglich aufzumachen“. Eine Eröffnung am 8. Juni sei allerdings nicht realistisch. „Wir geben uns aber Mühe, dass es so schnell wie nur irgendwie möglich klappen wird“, sagt Pirchmoser.

Hoffnung auf weitere Lockerungen bis Ende Juni 

Beim Bichler Freibad sieht es nicht besser aus. „Die Auflagen sind aktuell noch viel zu hoch, um das Bad zu eröffnen“, sagt Bürgermeister Benedikt Pössenbacher. „Das ist aktuell für uns nicht umsetzbar“ – vor allem mit Blick auf das benötigte Personal. Pössenbacher hofft aber, dass sich die Lage bis Juli etwas entspannt und das Bad dann seine Türen öffnen kann.

Geschlossen ist nach wie vor auch der Freibereich am Kochler Trimini: „Das Außenbecken bleibt weiterhin leer“, schreibt die Kristall-Therme auf Instagram. Ein Eröffnungstermin stehe momentan noch nicht fest.

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