Jahresversammlung

Zwei Großprojekte fordern den Alpenverein in Bad Tölz

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Die „Tölzer Hütte“ am Schafreuter wird saniert und vergrößert. Unter anderem bekommt sie eine verglaste Veranda. Hier ein Bild von der Feier der traditionellen Bergmesse.

Der Tölzer Alpenverein ist mit aktuell knapp 7000 Mitgliedern der mit Abstand größte Verein im Landkreis. Und er hat sich für heuer einiges vorgenommen - unter anderem ein großes Vorhaben an der Tölzer Hütte am Schafreuter.

Bad Tölz – Der Tölzer Alpenverein ist mit aktuell knapp 7000 Mitgliedern der mit Abstand größte Verein im Landkreis. Die Zahl ging seit Eröffnung des Kletterzentrums vor 15 Jahren regelrecht durch die Decke. Allein 2018 kamen 378 neue Mitglieder dazu. Jahr für Jahr ist ein Zuwachs von rund sechs Prozent zu verzeichnen. Und es wird auch wieder viel Geld verbaut: Über eine Million Euro für die Vergrößerung und Sanierung der „Tölzer Hütte“ und 100 000 Euro (Anteilsdarlehen) für die neue Boulderhalle. Kassenprüfer Peter Wiedemann nannte den Verein in der Jahresversammlung am Montag in der Franzmühle eine „gut geführte mittelgroße Firma“.

Der Aufwand für die Verwaltung und Betreuung der Mitglieder und die Abwicklung der zahlreichen Kurse und geführter Touren, für Buchhaltung, Verleih von Ausrüstung, Betreuung der neu gestalteten Homepage und vieles mehr lassen sich schon lange nicht mehr rein ehrenamtlich bewältigen. Fast alle Kurs- und Tourenanmeldungen laufen mittlerweile elektronisch, berichtete Anke Ellmann, eine von drei Teilzeitkräften in der Geschäftsstelle des Vereins.

Einen „absoluten Diamanten“ nannte Vorsitzender Paul Schenk die neue Boulderhalle, die zukünftig das Kletterzentrum auf der Flinthöhe ergänzen wird. Bauherr ist ein Trägerverein, dem sieben AV-Sektionen aus der Region angehören. Sie teilen sich die Investition mit der Stadt Bad Tölz, die bei der gut besuchten Versammlung durch die Stadträte Ingo Mehner (Sportreferent), Michael Lindmair und Peter Wiedemann vertreten war. Der Vorsitzende des Trägervereins, Peter Naumann, informierte über den Sachstand: „Trotz Umplanungen liegen wir gut im Zeitplan. Demnächst ist Baubeginn, die Fertigstellung erfolgt bis Herbst.“

Tölzer Hütte am Schafreuter bekommt eine verglaste Veranda

Und dann steht noch die bislang umfassendste Baumaßnahme an der „Tölzer Hütte“ bevor, dem bald 100 Jahre alten, 1830 Meter hoch gelegenen alpinen Unterkunftshaus des Vereins im Vorkarwendel. Hüttenreferent Max Nichtl erläuterte die Pläne: „Wir machen das jetzt nicht mehr Schritt für Schritt, sondern alles auf einmal komplett.“ Augenfälligstes Detail ist eine deutlich vergrößerte, nach Süden hinausragende verglaste Veranda. Daneben geht es um Küche, Personal- und Trockenraum, Haustechnik und Witterungsschutz.

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„Wir rechnen mit einem Baubeginn im Herbst und einem halben Jahr Bauzeit. Der Hauptverein wird uns mit einem Zuschuss und einem Darlehen unterstützen“, teilte Nichtl mit. Und noch eine Information: „Unsere langjährigen Wirtsleute haben gekündigt. Jetzt suchen wir neue Pächter.“

Schatzmeister Matthias Balbierz versicherte, dass die Finanzierung gesichert sei, weil der Verein jedes Jahr ein fünfstelliges Plus erwirtschaftet, wozu wesentlich die Mitgliedsbeiträge (rund 270 000 Euro) beitragen. Weiterhin habe der Verein entsprechende Rücklagen gebildet.

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Auch den Wegeerhalt lässt sich der Verein einiges kosten. Referent Anton Glasl leistet da zusammen mit freiwilligen Helfern sehr viel, doch manchmal braucht man – wie im Fall des Reitsteigs – die Unterstützung von Profis. Dort musste eine Brücke erneuert werden. Umweltreferent Franz Mettal rief dazu auf, den Vortrag und die Exkursion zum Thema Isar („das Problem vor unserer Haustür“) am 17./18. Mai zu besuchen. Anna Glasl von der AV-Jugend warb für die Aktion Daunen-Recycling (Abgabe in der Geschäftsstelle). Mitglied Toni Lautenbach aus Benediktbeuern, mehrfacher deutscher Meister im Skibergsteigen, zeigte Bilder von seinem Extremsport.

Rainer Bannier

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