Studentin stellt Konzept im Gemeinderat vor

Zwei Routen für Waakirchens Bürgerbus

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Der Holzkirchner Ortsbus kurvt durchs Zentrum. Der geplante Waakirchner Bürgerbus folgt einem anderen Konzept, hat aber das gleiche Ziel: Verkehr verringern und Mobilität verbessern.
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Ab Frühjahr 2023 soll der Waakirchner Bürgerbus rollen. Ein wintertaugliches E-Fahrzeug mit neun Sitzen, gesteuert von Ehrenamtlichen. Noch bastelt die Gemeinde allerdings am Antrag für eine Förderung über das Leaderprogramm der EU.

Waakirchen - Noch ist eine Bedarfsermittlung gefordert, die auf Vermittlung von Landkreis-Leadermanager Simon Kortus durch eine studentische Arbeit der TU München erfolgt ist. Das Ergebnis wurde bereits vor der Sommerpause bei einer Präsentation im Waitzinger Keller vorgestellt. Bei der Sitzung des Waakirchner Gemeinderats legte Geografie-Studentin Gina Geiseler die Erhebung auf Wunsch von Bürgermeister Norbert Kerkel (FWG) noch einmal dar. „Damit alle Gemeinderäte es hören“, meinte er.

Im Sitzungssaal hatte die Studentin mit der Technik zu kämpfen. Ihr Kollege Simon Fischer sollte per Zoom die Methodik der Befragung erläutern, war aber mangels eines Lautsprechers fürs Laptop nicht zu verstehen. Cornelia Riepe (Grüne) eilte von dannen, um ihre private Bluetooth-Box zu holen, was sich als hilfreich erwies, aber viel Zeit kostete.

So holprig der Start der Präsentation auch war, das von Geiseler und Fischer dargelegte Konzept überzeugte – zumindest größtenteils. Unstrittig sind die Eckpunkte: Der Bürgerbus verbindet den Schaftlacher Bahnhof mit allen Ortsteilen der Gemeinde Waakirchen. Dazu gibt es eine Nord- und eine Südroute. Wichtige Haltepunkte sind neben dem Bahnhof unter anderem die Lebensmittelläden, das Sportzentrum und der Friedhof.

Um neben dem Bedarf auch die effektivste Streckenführung zu ermitteln, hatten drei Studenten – neben Geiseler und Fischer gehörte Kilian Renner zum Team – die Örtlichkeiten genau unter die Lupe genommen. Basis war ein von Initiator Eckart Schmitt aus Schaftlach entwickelter Routenvorschlag. „Aber der haut zeitlich nicht hin“, stellte Geiseler fest. Darum wurden die Routen geteilt – wobei es eine Stammstrecke gibt. 52 Minuten dauert eine Schleife jetzt. Damit ist die Vorgabe, dass der Bus immer am Bahnhof steht, wenn dort ein Zug einläuft, gerade so zu schaffen. „Zeitlich ist das am Limit“, weiß Geiseler.

Schnell ist die Verbindung zwischen der Haltestelle vor der Haustür und dem Bahnhof nicht in jedem Fall: Je nach Einstiegspunkt sind die Mitfahrer bis zu einer knappen Stunde unterwegs. Carsten Brockmann (Grüne) erkundigte sich, ob nicht vielleicht auch ein On-Demand-System wie in Holzkirchen, also ein Rufbus, Teil der Überlegungen war.

Tatsächlich, so Bürgermeister Kerkel, habe man vor der Entwicklung des Konzepts auch ein Ruf-System in Betracht gezogen. „Aber das wäre eine ganz andere Dimension mit einem viel höheren Aufwand gewesen“, meinte er. Heißt: viel teurer und nicht mit Ehrenamtlichen zu betreiben. Für den Fahrdienst stehen schon um die 20 Freiwillige bereit. Kein Mangel besteht auch an Paten für die Haltestellen. Diese werden nach örtlichen Unternehmen benannt, die für diese Form der Werbung einen Obolus entrichten.

Waakirchner Ortsbus soll Ortsteile vernetzen

„Unserer Meinung nach stellt der Bürgerbus eine sehr gute Vernetzung der Ortsteile dar“, meinte Geiseler abschließend. Zur Arbeit der Studenten gehörte vor allem auch die Bedarfsermittlung per Fragebogen. 99 Bogen wurden ausgefüllt. Sie zeigen, dass sowohl ältere Bürger als auch Kinder und Jugendliche den Bürgerbus nutzen würden.

Bürgermeister Kerkel will ihn jetzt schnell an den Start bringen. Nächster Schritt sei nun ein Termin mit Kortus, um den Förderantrag auf den Weg zu bringen. Werde dieser befürwortet, bestelle die Gemeinde einen Bus, der dann beide Routen bediene. Kerkel erklärt: „Wir rechnen mit einer Lieferzeit von sechs Monaten.“

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jm

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