- VonFabian Pieperschließen
Das Land Bremen möchte vorerst weiter an der fünftägigen Isolationspflicht und weiteren niedrigschwelligen Corona-Maßnahmen festhalten.
Bremen – „Wir erleben in diesem Winter die erste endemische Welle mit Sars-CoV-2, nach meiner Einschätzung ist damit die Pandemie vorbei.“ – Das sagte Christian Drosten, Chef-Virologe der Berliner Charité, am Montag gegenüber dem Tagesspiegel. Da Drostens Wort im Laufe der Corona-Pandemie viel Gehör geschenkt wurde, werden nun die Stimmen derjenigen lauter, die ein baldiges Ende sämtlicher Corona-Maßnahmen wie der Isolations- und Maskenpflichten fordern. Doch während in anderen Bundesländern viele Maßnahmen bereits aufgehoben worden sind, will das Land Bremen vorerst weiterhin an niedrigschwelligen Maßnahmen festhalten.
Dabei gehen neidische Blicke in andere Bundesländer: Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein haben bereits im November das sofortige Ende der fünftägigen Corona-Isolationspflicht sowie teilweise die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln beschlossen – Schritte, zu denen sich Bremen noch nicht durchringen möchte. Zwar brachte Bürgermeister und Ministerpräsident Andreas Bovenschulte (SPD) am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur ein mittelfristiges Ende der Isolationspflicht ins Spiel („Wenn die Pandemie zur Epidemie wird, dann ist es sinnvoll, die Verantwortung für den Infektionsschutz wieder an die Menschen zurückzugeben.“); doch wolle sich das Bundesland weiterhin eng mit den Nachbarn aus Niedersachsen abstimmen.
Bremer Gesundheitsressort wirbt für Festhalten an Masken- und Corona-Isolationspflicht im Winter
Zudem wies das Bremer Gesundheitsressort am Mittwoch im Gespräch mit buten un binnen Forderungen nach einer schnellen Aufhebung der Schutzmaßnahmen zurück. Sprecherin Diana Schlee könne ein Ende der Pandemie in Bremen nicht beobachten und verwies auf die derzeit hohen Zahlen von Atemwegsinfektionskrankheiten. Auch der Bremer Klinikverbund Geno warb laut buten und binnen aufgrund der hohen Krankenzahlen und der urlaubs- und krankheitsbedingt dünnen Personaldecke beim Krankenhauspersonal für ein Festhalten an den wichtigsten Maßnahmen über den Winter.
Aufgrund der starken Pendler-Bewegungen zwischen Bremen und Niedersachsen wollen sich beide Länder auf ein gemeinsames Vorgehen abstimmen. Zwar hatte Bremen Mitte Dezember ein Ende der Maskenpflicht mit Stichtag 1. März 2023 ins Spiel gebracht, doch will sich das Land Niedersachsen bislang nicht auf ein konkretes Datum für deren Abschaffung festlegen. Deshalb hält Andreas Bovenschule auch ein längeres Festhalten an der Maskenpflicht für möglich: „Wenn Niedersachsen dann die Maskenpflicht ein paar Wochen später auslaufen lassen will, würden wir im Sinne der Einheitlichkeit sicherlich mitziehen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sehe er auch, dass die Akzeptanz der Maskenpflicht in der Bevölkerung nachlasse.