Verkehr

Bremer Brücken-Sperrung: Pendler müssen sich umstellen

+
Eine Straßenbahn fährt auf die Bürgermeister-Smidt-Brücke – damit ist es ab Montag erst einmal vorbei. Links einer der tonnenschweren Ballast-Blöcke, mit denen die Brücke temporär gesichert wurde.
  • schließen

Ab Montag sperrt Bremen die Bürgermeister-Smidt-Brücke, sie muss dringend „ertüchtigt“ werden. Pendler müssen sich neu orientieren.

Bremen – Jetzt wird‘s ernst. Am Montag, 4. November, beginnt die Sperrung der maroden Bürgermeister-Smidt-Brücke. Sie verbindet die Neustadt mit der Brill-Kreuzung und der Bremer Innenstadt. Autofahrer und Fußgänger, Radler und Bus- und Bahn-Fahrgäste müssen sich umstellen. Nicht zuletzt für Pendler aus dem Umland bedeutet die monatelange Sperrung Einschnitte und Umstellungen.

Es ändert sich einiges. Die Straßenbahnlinie 8 sowie die Buslinien 26 und 27 überqueren ab dem 4. November die Weser nicht mehr. Die Linie 8 pendelt als Linie 14 zwischen Huchting und Arsten, die Linien 26 und 27 enden am Hauptbahnhof beziehungsweise an der Haltestelle Pappelstraße. Die Linie 1 wird in einem angepassten Takt über die Wilhelm-Kaisen-Brücke umgeleitet; dafür wird der Fahrplan der Linien 4 und 6 zeitweilig ausgedünnt, um diese Brücke nicht zu überlasten. Zusätzlich wird die Linie 45 als neue Verbindung zwischen Huckelriede und Sebaldsbrück eingerichtet.

Die Regionalbuslinien enden an Haltepunkten in der Bremer Neustadt. „Um von links der Weser in die City zu kommen, sind der Umstieg an der Haltestelle Huckelriede – in die Linie 4 in Richtung Lilienthal – und an der Haltestelle Gastfeldstraße – in die Linie 6 in Richtung Universität – am einfachsten“, erklärt eine Sprecherin der Bremer Straßenbahn AG (BSAG). Und: „Fahrgäste der Buslinien 46 und 47 sowie der Regionalbusse 101, 102, 120, 226 und 750 können auch an der Haltestelle Gastfeldstraße in die Straßenbahnlinie 6 umsteigen, um aus dem Bremer Süden die Weser zu queren.“

Links der Weser, rechts der Weser: Geteilte Buslinien

Buslinien 46 und 47? Nun, auch die Linien 26 und 27 werden geteilt. Rechts der Weser fahren sie zwischen Überseestadt (Linie 26) beziehungsweise Weidedamm-Nord (27) und Hauptbahnhof. Links der Weser pendeln die Busse als neue Linie 46 zwischen Kattenturm und Pappelstraße sowie als neue 47 zwischen Brinkum-Nord und Pappelstraße. So sorgt die Brücken-Ertüchtigung für neue Linien im BSAG-Netz.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) den Verkehr auf der Bürgermeister-Smidt-Brücke bereits eingeschränkt. So wurden zwei Fahrspuren gesperrt, schwere Lastwagen durften überhaupt nicht mehr über die Brücke fahren. Nach Erhebungen des Verkehrsressorts fahren normalerweise täglich mehr als 15 000 Autos sowie 750 Straßenbahnen und Busse über die Brücke. Die Sanierungsarbeiten sollen planmäßig bis Februar oder März 2025 dauern, bei ungünstiger Witterung auch länger, wie es heißt. Die Kosten beziffert das Ressort auf etwa 2,3 Millionen Euro.

Nichts geht (und fährt) mehr! Hinweisschild zur Brücken-Sperrung.

Bei Prüfungen waren im vorigen Jahr Risse an Lagern und Zugankern der Bürgermeister-Smidt-Brücke gefunden worden. Die Zuganker sollen eigentlich verhindern, dass sich die Brücke an ihren Übergängen „anhebt“, wenn durch das Gewicht der Fahrzeuge in ihrer Mitte normale Senkbewegungen ausgelöst werden. Zur Sicherheit waren zwischenzeitlich tonnenschwere Blöcke als Ballast aufgestellt worden, um ein Anheben an der „Naht“ zur Fahrbahn zu verhindern. Eine Dauerlösung aber ist das natürlich nicht.

Staatsrat wirbt für Verständnis: „Wat mutt, dat mutt“

Deshalb nun die Ertüchtigungsarbeiten. „Um die Tragfähigkeit der Brücke zu sichern, sind umfangreiche Verstärkungen notwendig. Insbesondere auf der Brill-Seite müssen 16 beschädigte Zuganker durch Stahl-Laschen stabilisiert werden“, so ein Sprecher des Bau- und Verkehrsressorts. „Dies erfordert komplexe Arbeiten auf engem Raum, weshalb die bestehende Notballastierung entfernt und durch eine leistungsfähigere Lösung ersetzt wird.“ Rick Graue, Chef des Amts für Straßen und Verkehr: „Diese Maßnahmen sind unumgänglich, um eine dauerhafte Sperrung der Brücke zu verhindern. Da die Arbeiten in das Tragwerk der Brücke eingreifen und ein hohes Gefährdungspotential für Passanten besteht, ist eine vollständige Sperrung notwendig.“

Die Vollsperrung sei „eine Herausforderung“ für alle Verkehrsteilnehmer, das ist auch Staatsrat Ralph Baumheier klar. Doch: „Mit den nun anstehenden Ertüchtigungsmaßnahmen der Bürgermeister-Smidt-Brücke sichern wir diese zentrale Weserquerung für die Zukunft.“ Und: „Bremen braucht stabile und belastbare Brücken – für die Wirtschaft, den öffentlichen Nahverkehr und das tägliche Leben in der Stadt. Wir bitten daher um Verständnis – wat mutt, dat mutt.“

Kommentare