Innenstadt

Der Potenzialstandort: Erste Ideen für das frühere C&A-Haus in Bremen

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Platz für Innenstadt-Wohnungen: Ausblick vom Dach des früheren C&A-Gebäudes in Richtung Wall.
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Mehr als 100 Millionen Euro sollen in das frühere C&A-Gebäude in der Bremer Innenstadt fließen. Einer der neuen Eigentümer hat am Mittwoch erste Ideen und Pläne für den „Potenzialstandort“ genannt.

Bremen – „Ein sehr schönes Projekt. Es macht mir richtig Spaß.“ So spricht der Immobilienunternehmer Marco Bremermann (Müller & Bremermann) über das frühere C&A-Gebäude am Hanseatenhof in der Bremer Innenstadt. Bremermann hat es gekauft, allerdings nicht allein – sondern als einer von mehreren Investoren aus Bremen und Hamburg, die eine Objektgesellschaft gegründet haben. Müller & Bremermann kümmert sich um die weitere Entwicklung des Gebäudes. Und hat damit, wenn man so will, eben den Spaß am Projekt.

Am Mittwoch hat Bremermann erste Einblicke in die Pläne der Gesellschaft gegeben, Namen weiterer Beteiligter nannte er dabei nicht. Aber doch schon das eine oder andere Detail. In der Nutzung des Gebäudes etwa will man sich an der klassischen Innenstadtaufteilung orientieren, wie sie bis zum Zweiten Weltkrieg selbstverständlich war. Unten Einzelhandel, in der Mitte Büros, oben Wohnraum. Zunächst wird mit Interessenten verhandelt und geplant. Ende 2025, so das Ziel, soll baurechtlich alles geklärt sein. 2026 wollen die neuen Eigentümer mit den Umbauarbeiten loslegen.

80er-Jahre-Bau soll weitere Geschosse bekommen

Rolltreppe aufwärts: Investor Marco Bremermann im früheren C&A-Gebäude am Hanseatenhof.

Vor knapp drei Jahren, im Oktober 2021, war das Modehandelsunternehmen C&A aus dem Gebäude am Hanseatenhof ausgezogen und in die Obernstraße gewechselt, um sich zu verkleinern. Am Hanseatenhof hatte das Textilhaus einst etwa 5.000 Quadratmeter auf fünf Etagen gefüllt; an der Obernstraße wurden daraus 2.500 Quadratmeter auf vier Etagen. Der Bau am Hanseatenhof, aus dem sich vor C&A auch schon das Bistro „Alex“ zurückgezogen hatte, stand seither leer. 1988 erbaut, verteilen sich hier 20.000 Quadratmeter Nutzfläche auf sechs Stockwerke (inklusive Keller). Die neuen Eigentümer würden gerne aufstocken, sprich: zwei oder drei Geschosse hinzufügen, so Bremermann auf Nachfrage. Die Orientierungsmarken in Sachen Höhe geben die Bauwerke in der Nachbarschaft vor, so etwa der Lloydhof.

Der einstige C&A-Bau gilt mit Blick auf seine Größe und seine Lage als eine der entscheidenden Immobilien für die weitere Entwicklung der Bremer Innenstadt: Das Gebäude – bisher Eigentum der AIK Immobilien-Investmentgesellschaft – liegt genau zwischen dem Lloydhof und dem früheren „Galeria-Kaufhof“-Haus, aus dem nun das „Opti“-City-Möbelhaus auszieht und dessen Zukunft seit Jahren intensiv diskutiert wird. Ein „superinteressanter Potenzialstandort“, so nennt Bremermann das. Den Bereich Karstadt, Parkhaus Mitte, „Opti“ neu zu denken, das „eine einmalige Chance, die andere Innenstädte nicht haben“. Mittendrin – eben – das Gebäude am Hanseatenhof, der zu einer Schnittstelle der Bremer City werden könnte. Mit den Anrainern sei man bereits im Gespräch, so Bremermann.

Platz für einen Innenstadt-Hörsaal?

Für das frühere C&A-Gebäude sei vieles denkbar – neben Einzelhandel und Wohnen die schon erwähnten Büros. Warum Büros? In der Innenstadt gebe es Bedarf an großen und zugleich modernen Büroflächen, sagt Bremermann. Und sonst? Eine Hotelnutzung gilt als denkbar, ein Hörsaal ebenfalls – schließlich zieht die rechtswissenschaftliche Fakultät der Bremer Uni nach dem Willen des rot-grün-roten Senats ins frühere Landesbank-Gebäude am Domshof, in dem es keinen Hörsaal gibt. Was genau aus dem einstigen C&A-Bau wird, werden die Gespräche mit den Interessenten ergeben, hieß es am Mittwoch weiter.

Und was lassen sich die Investoren aus Bremen und Hamburg den Spaß kosten? Den Kaufpreis nennt Bremermann nicht. Investiert werde (inklusive Kaufpreis) ein dreistelliger Millionenbetrag. Es werde langfristig gedacht, deshalb auch die Gründung der Objektgesellschaft. Investieren, umbauen, wieder verkaufen – so sei es nicht gedacht. Bremermann: „Das ist ein Bestandsobjekt.“

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