VonThomas Kuzajschließen
In der Martinistraße, Zankapfel und Sinnbild bremischer Verkehrspolitik, soll es jetzt vorangehen. Das kündigt die neue Bremer Bau- und Verkehrssenatorin Özlem Ünsal (SPD) an.
Bremen – Die Neugestaltung beginnt Anfang Oktober. Langfristige Planungen hingegen stehen noch aus – weil noch nicht entschieden ist, ob es zu einer Verlegung der Straßenbahn von der Obern- in die Martinistraße kommen wird.
Verkehrs-Fachleute haben zwar von einer Verlegung abgeraten, doch die Variante Martinistraße ist noch im Spiel, solange es keine abschließende Festlegung gibt. Dazu wird die für Herbst angekündigte Machbarkeitsstudie abgewartet. Erst, wenn in Sachen Straßenbahn alles geklärt ist, dürfte es um die endgültige Gestaltung der Martinistraße gehen.
Gegenwärtig kommt es dort – gerade im Berufsverkehr – auf der wichtigen Innenstadt-Querung regelmäßig zu Staus, in denen dann auch die Busse der Linie 25 feststecken. Und welche Bereiche momentan als Radspuren gelten, ist ebenfalls nicht jedem Verkehrsteilnehmer klar, das ist Tag für Tag zu beobachten. Zumindest in diesem Punkt aber soll es nun Klarheit geben: Ünsals Ressort und das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) setzen jetzt um, was noch unter Ünsals Vorgängerin Maike Schaefer (Grüne) ausgetüftelt und angekündigt worden war – die Schaffung von rot markierten Fahrradspuren. In diesem Herbst gehe es „ausschließlich um Markierungsarbeiten“, die eine „deutlich verbesserte Erkennbarkeit der Wegeführungen“ bewirken sollen, so ein Ressortsprecher. Ziel sei ein „aufgeräumterer“ Gesamteindruck des Straßenzugs. Und eben dazu dienen sie, die Markierungsarbeiten für den – wie es in der Behördensprache heißt – „straßenbegleitenden Radfahrstreifen“.
Radweg-Markierung: Wanderbaustelle in der Woche ab 25. September
Die Vorbereitungen dafür beginnen in der 39. Kalenderwoche (ab Montag, 25. September), denn dann werden „in Form einer Wanderbaustelle ohne wesentliche Verkehrseinschränkungen die vorhandenen Poller und Baken demontiert“, so ASV-Projektleiterin Petra Megger. „Im Anschluss erfolgen umfangreiche Fräsarbeiten zur kompletten Entfernung der vorhandenen Markierung im Abschnitt zwischen Am Brill und Kreuzungsbereich Bredenstraße.“
In der Zeit von Donnerstag, 5. Oktober, bis Freitag, 13. Oktober, wird dann die gesamte Weiß- und Rotmarkierung erneuert. Während dieser Arbeiten „bleibt die Martinistraße dann jeweils im Einrichtungsverkehr befahrbar“, so der Ressortsprecher. Das Parkhaus Martinistraße bleibe „jederzeit erreichbar“, auch Fußgänger sollen stets durchkommen können. Autofahrer müssen sich auf temporäre Einschränkungen einstellen: „Im Rahmen der vorgesehenen Arbeiten lassen sich aus Sicherheitsgründen im Zeitraum vom 4. bis 5. Oktober kurzfristige Sperrungen für den Autoverkehr leider nicht komplett vermeiden“, heißt es dazu. Für die Buslinie 25 der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) werde über die gesamte Bauzeit eine Umleitung über die Obernstraße eingerichtet. Die Busse fahren dann praktisch genau dort, wo auch die Straßenbahnlinien 2 und 3 unterwegs sind, um deren mögliche Verlegung (oder auch nicht) gestritten wird.
Ünsal: Bremen will Position als fahrradfreundlichste Großstadt ausbauen
Der Einstieg in eine Neugestaltung der Martinistraße ist für Senatorin Ünsal ein „erster erkennbarer Schritt zur Aufwertung der Martinistraße“, über den sie sich freue. Am Rande der „Hochstraßentour“ hatte Ünsal jüngst angekündigt, Bremens Position als „fahrradfreundlichste Großstadt Deutschlands“ weiter auszubauen. Bremen sei „eine herausragende Fahrradstadt“. Und: „Gemeinsam mit den Nachbargemeinden Bremens arbeiten ich und mein Ressort daran, auch die Fahrradverbindungen in die Region zu verbessern und auszubauen.“


