Vierter Bauabschnitt

„Fahrrad-Premiumroute“: Vollsperrung in der Bremer City

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Zwischen Herdentor und Bürgermeister-Smidt-Straße wird der Wall bis Mitte Mai voll gesperrt.
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Bremen – Und weiter geht‘s mit dem Bau der „Fahrrad-Premiumroute“ entlang der Wallanlagen. Während nach wie vor unklar ist, wie Bremen die fehlenden etwa drei Millionen Euro für das Prestigeprojekt von Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) aufbringen will, beginnen am Montag, 13. März, die Arbeiten am vierten Bauabschnitt der Route. Dazu wird der Wall zwischen Herdentorsteinweg und Bürgermeister-Smidt-Straße für den Individualverkehr voll gesperrt – „voraussichtlich bis Mitte Mai“, so das Amt für Straßen und Verkehr (ASV).

Mitte Mai bedeutet, dass der genannte Abschnitt praktisch bis zur Bürgerschaftswahl am 14. Mai dicht bleibt. Bis dahin werden dort Radwege saniert beziehungsweise neu angelegt, Straßenbefestigungen erneuert und Fahrbahntrenner zwischen den Rad- und Autospuren errichtet. Die „AOK-Brücke“ bleibt „über die gesamte Bauzeit voll gesperrt“, heißt es. „Ziel der Maßnahme ist es, eine Richtung des Radverkehrs auf die Fahrbahn zu verlegen und diesen zu beschleunigen“, so das ASV weiter.

Schon jetzt voll in Fahrt ist die oppositionelle FDP. „Wir dürfen den Bremern keine weiteren Verkehrsblockaden zumuten. Ganz zu schweigen von weiteren rund drei Millionen Euro für das grüne Prestigeprojekt, die Bremen jetzt selbst finanzieren muss“, so FDP-Spitzenkandidat Thore Schäck. „Die gesamte Route am Wall ist einer der Hauptverkehrswege Bremens, weshalb die völlig unnötige zusätzliche Fahrradspur am Wall schnellstmöglich und vollumfänglich wieder für den Autoverkehr genutzt werden sollte.“Mitten im ab Montag gesperrten Wall-Abschnitt liegt auch die Zentrale der Bremer CDU. Fühlt sich die Oppositionspartei nun während des Wahlkampfs gleichsam aus dem Verkehr gezogen? Keineswegs, so CDU-Sprecher Andreas van Hooven auf Nachfrage. „Die Baumaßnahme ist mit uns abgestimmt.“

Die „AOK-Brücke“ im Bremer Zentrum bleibt weiterhin gesperrt.

Noch vor der Wahl: Neue Fahrradbügel in der Bremer Innenstadt

Vorfahrt für das Fahrrad – diesen Kurs setzt Senatorin Schaefer weiter fort. „Der Radverkehr spielt für das Erreichen der Verkehrswende eine wichtige Rolle“, erklärte die Spitzenkandidatin der Grünen dieser Tage einmal mehr. Anlass dafür war der Beginn einer weiteren Maßnahme: In der Bremer Innenstadt werden – ebenfalls bis Mitte Mai – 660 zusätzliche Fahrradbügel aufgestellt, was 1.320 Fahrrad-Abstellmöglichkeiten entspricht. Sie kosten nach Angaben eines Ressortsprechers etwa 240.000 Euro. Sie sollen dazu beitragen, das wilde Abstellen von Rädern zu reduzieren, das unter anderem Fußgängern und Rettungskräften oftmals Probleme bereitet.

Neue Bügel kommen unter anderem in die Bahnhofstraße, an den Herdentorsteinweg, in die Rembertistraße und in die Violenstraße. Die ersten der neuen Parkbügel stehen bereits – in der Birkenstraße. Insgesamt etwa zehn Straßenkilometer haben die ASV-Mitarbeiter auf der Suche nach geeigneten Bügel-Standorten abgesucht; vielfach müssen Autoparkplätze den Fahrradbügeln weichen. Die Parkbügel würden „an vielen Stellen die Verkehrssicherheit erhöhen, indem sie – sinnvoll platziert – Querungsstellen für den Fußverkehr und Einmündungsbereiche von parkenden Kraftfahrzeugen freihalten und so die Sichtverhältnisse verbessern“, hieß es dazu.

Mehr Platz für Räder auch am Osterdeich in Bremen

Zurück auf die „Fahrrad-Premiumroute“, aber nicht auf den prestigeträchtigen „Wall-Ring“ der Route. Stattdessen geht es an den Osterdeich. Auch hier soll der Radweg zur „Premiumroute“ ausgebaut werden, so wollen es die Grünen.

Die 1.300 Meter lange Strecke zwischen Tiefer und Lüneburger Straße wird demnach für Radfahrer um einen auf mehr als vier Meter Breite erweitert. Dafür müssen die Autoparkplätze hier weichen. „Die Parkplätze werden im Abschnitt zwischen Lüneburger Straße und Sielwall auf die gegenüberliegende Seite auf die Fahrbahn verlegt“, so ein Sprecher der Grünen-Fraktion. „Im Bereich zwischen Sielwall und Tiefer werden Ersatz-Parkflächen gegenüber der Theatergarage auf der Fahrbahn angeordnet. Die Parkflächen an der Sielwallfähre sollen indes für Car-Sharing genutzt werden.“ Kosten soll all das etwa 2,8 Millionen Euro. Davon übernehme der Bund mit mehr als 2,5 Millionen Euro „den Löwenanteil“, so die Grünen.

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