„Hansebau“ und „Altbautage“

Messe Bremen: „Tiny Houses“, Heiztechnik und Wohndesign

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Tischlermeister Stephan Wöhltjen aus Achim an der Küchenzeile im „Tiny House“ des Typs „Karl“. Die Treppe führt zum Schlafbereich.
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Bremen – Viel Raum auf wenig Fläche, so funktioniert ein „Tiny House“. Bei der Messe-Kombi aus „Hansebau“ und „Altbautagen“ kommen die kleinen Häuser jetzt ganz groß raus. In den Hallen auf der Bürgerweide ist ein kleines „Tiny-House“-Dorf zu finden – einer der vielen Messeschwerpunkte in der Zeit von Freitag bis Sonntag, 20. bis 22. Januar.

Zu den (insgesamt 350) Ausstellern gehört Tischlermeister Stephan Wöhltjen aus Achim. Wöhltjen und sein Team haben sich auf „Tiny Houses“ spezialisiert, die individuell auf Kundenwünsche und -bedürfnisse zugeschnitten sind. Auf der Messe präsentiert er das Modell „Karl“ mit Küche, Bad, Treppe und vier Schlafplätzen. Der Holzrahmenbau mit Fassade aus Aluminium und Holz bringt all das und mehr auf 22 Quadratmetern unter. Kosten? „Ab 85.000 Euro“, antwortet Wöhltjen.

Wie ist die Achimer Möbeltischlerei auf die Idee gekommen, „Tiny Houses“ zu fertigen? Wöhltjen: „Auf Messen haben wir unsere Möbel in einem kleinen Haus präsentiert. Die Leute sagten, die Möbel sind toll, wir wollen aber auch so ein Haus haben. Und dann haben wir die Idee weiterentwickelt.“ Seit sieben Jahren produziert Wöhltjen nun „Tiny Houses“. Als sich die kleinen Bauwerke zum Trend entwickelten, waren die Achimer damit schon am Markt.

Ein Drucker für Wandflächen in der Bremer Messehalle 6

Ein Gespür und einen Blick für Trends hat auch Malermeister Daniel Reich aus Loxstedt, ebenfalls einer der Aussteller auf der Bürgerweide. Er zeigt in Halle 6 unter anderem Produkte des österreichischen Herstellers „Organoid“: Tapeten und Flächen aus Naturmaterialien wie Almheu, Edelweißblüten und Kaffeepulver. „So kommt die Alpenwiese ins Wohnzimmer.“ Ebenfalls dabei hat Reich den „Wall-Pen“ – das ist praktisch ein Drucker für Wandflächen. „Damit bedrucken wir Flächen bis zu vier Metern Höhe – Holz, Glas, Metall, jeden möglichen Untergrund. Vom Porträt der geliebten Oma bis zur Traumlandschaft ist alles möglich.“

Malermeister Daniel Reich mit dem „Wall-Pen“ – praktisch ein Drucker für Wandflächen.

In den Messehallen 5, 6 und 7 sind „alle Gewerke vertreten“, sagt Kerstin Renken, Bereichsleiterin für Publikumsmessen bei der Gesellschaft „M3B“. „Der Schwerpunkt liegt auf Bremen und Niedersachsen, denn das Messepublikum braucht natürlich Handwerker aus der Nähe, Handwerker aus Bremen und Umgebung.“ Aus Erfahrung wissen es die Messeorganisatoren: „Viele Besucher bringen Architektur- und Baupläne mit.“

Bremer Messethema: „Heiztechnik mit Zukunft“

Die „Hansebau“ gibt es seit 2010, die mit ihr verbundenen „Altbautage“ erleben bereits ihre 15. Auflage. Ihre Themen sind aktueller denn je, das weiß auch Martin Grocholl von der Klimaschutzagentur „Energiekonsens“. Dämmung, Wärmeversorgung, Heiztechnik, das sind die Stichworte. „Wir wollen Möglichkeiten zeigen, sich nicht fossil mit Wärme zu versorgen: Wärmepumpen, Holzpellets, Fernwärme- und Nahwärmenetze.“ Es gibt Beratung zu Fördermöglichkeiten und Informationen über Solarenergie.

Neben „Heiztechnik mit Zukunft“ und „Tiny Houses“ gehört erstmals ein Wohndesignbereich zu den Sonderschauen im Rahmen des Messe-Duos. „Heizen mit Holz“ ist ein weiteres Extrathema, Modernisieren ebenso. Und dann ist da noch das Thema „Garten“ – hier reicht das Spektrum von Werkzeuganbietern wie „Gartenpaul“ bis zu einem 100 Quadratmeter großen Schaugarten. Der Frühling lässt grüßen.

In den Messehallen ist auch die Bremer Handwerkskammer mit von der Partie. Am Messe-Freitag beteiligen sich 27 Betriebe an einer „Azubi-Initiative“, so Oliver Kriebel von der Handwerkskammer. Knapp 50 Ausbildungsplätze sind zu haben. Kriebel rät, „Zeugnisse und Lebenslauf mitzubringen“. Erstmals gibt es zudem eine Handwerks-Stellenbörse.

Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr. Kartenpreise online: zehn Euro (ermäßigt 8,50 Euro); der Preis vor Ort: zwölf Euro.

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