VonThomas Kuzajschließen
Bremen – Mehr als drei Wochen lang keine Regenfälle in Bremen, tagsüber vielfach drückende Hitze, Temperaturen an der 30-Grad-Grenze – da ächzt und stöhnt nicht nur der Mensch, auch Pflanzen und Bäume haben mit dem Bremer Frühsommer zu kämpfen. Fragen und Antworten zum Thema.
Wie reagieren die Behörden auf Wetter und Klima?
Die „die hohen Temperaturen und vielen Sonnenstunden“ bringen auch Risiken mit sich, heißt es übereinstimmend im Umwelt- und im Gesundheitsressort. Unter Federführung des Umweltressorts werde gegenwärtig „ein Hitzeaktionsplan für das Land Bremen und die beiden Stadtgemeinden“ entwickelt. „Die fortschreitende Klimakrise wird in Zukunft zu noch längeren und intensiveren Hitzeperioden führen.“
Wer muss besonders aufpassen?
Bremen will „vulnerable Bevölkerungsgruppen“ vor „zu starken Hitzebelastungen“ schützen. „Dazu zählen ältere und pflegebedürftige Menschen, vor allem, wenn diese alleine leben, aber auch Menschen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere und Säuglinge; Menschen, die körperlich im Freien arbeiten, Menschen, die in schlecht isolierten Gemeinschaftsunterkünften leben, Wohnungslose sowie Kinder und Jugendliche“, heißt es. Zudem gelte es, Quartiere zu benennen, in denen an Hitzetagen die Belastung groß ist – „beispielsweise aufgrund schlechter Bausubstanz, einer hohen Bebauungsdichte oder fehlender Grünräume“.
Wie will Bremen helfen?
Kurzfristig zum Beispiel mit der Einrichtung von „öffentlich zugänglichen kühlen Räumen“, mittelfristig mit „temporären Schattensegeln über besonders exponierten Plätzen“, langfristig auch durch „mehr Stadtgrün“.
Wann soll der Hitzeaktionsplan fertig sein?
Ende des Jahres; Umsetzung ab 2024.
Wie können Bürger sich jetzt schon schützen?
Die Stadtgemeinde hat einen „Hitzeknigge“ mit Tipps und Tricks herausgegeben. Er ist im Internet unter dieser Adresse zu finden. Im Knigge stehen viele Hinweise für den Alltag – am frühen Morgen lüften, kein Sport oder Einkaufsstress zur heißesten Tageszeit (etwa 11 bis 18 Uhr), Trinkwasserspender und schattige Plätze im Stadtgebiet (Wallanlagen, Stadtwald, Bürgerpark).
Apropos Bürgerpark – hat das feuchte Frühjahr den nach trockenen Jahren gesunkenen Grundwasserspiegel wieder ausreichend angehoben?
Nicht dauerhaft. „Es geht wieder los“, sagt Bürgerparkdirektor Tim Großmann im Gespräch mit unserer Zeitung – und er meint den „Trockenstress“, der Sträuchern und Bäumen zu schaffen macht. Neupflanzungen etwa seien noch nicht tief genug verwurzelt, sie müssen gewässert werden. Auch Flachwurzler wie Rhododendron seien als erste betroffen. „Es trocknet von oben nach unten durch.“ Junge Bäume bekommen pro Gießgang 50 bis 100 Liter Wasser, „sechs bis sieben“ Mitarbeiter seien mit der Bewässerungsarbeit beschäftigt. Sorge bereitet Großmann, dass es noch länger heiß und sonnig bleiben soll.
Wie sieht es in Bremen derzeit mit dem Gießen der kommunalen Park- und Straßenbäume aus?
„Die Entwicklungspflege eines neu gepflanzten Baumes inklusive einer kontinuierlichen Bewässerung wurde schon vor einiger Zeit von drei auf fünf Jahre verlängert“, sagt Kerstin Doty, Sprecherin des Umweltbetriebs. „Das Bewässerungsmanagement sieht zudem eine regelmäßige Bewässerung der jungen Bäume über das ganze Jahr verteilt vor. Indem die Bäume auch außerhalb der Hitze- oder Trockenphasen gewässert werden, bleibt der Boden konstant feucht.“
Erfrischendes Nass genießt der Mensch im Schwimmbad. Was plant die Gesellschaft Bremer Bäder mit Blick auf die Hitze?
Sonnabend und Sonntag, 17. und 18. Juni, werden die Öffnungszeiten an das Wetter angepasst, so Sprecherin Marilena Koch: „Alle Bremer Freibäder, also das Horner Bad, Stadionbad, Freibad Blumenthal und Schloßparkbad, werden am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet haben.“ Für die Hallenbäder gilt: „Schwimmfans können Sonnabend und Sonntag im Hallenbad des Horner Bades von 10 bis 13 Uhr schwimmen. Das Südbad hat am 17. Juni regulär geöffnet und am 18. Juni geschlossen. Das Vitalbad hat am 17. Juni geschlossen.“ Das Ote-Bad schließt aufgrund des Wetters an beiden Tagen.

