VonThomas Kuzajschließen
Die Bremer Polizei verstärkt zu Silvester ihre Präsenz. Die Einsatzkräfte bereiten sich auf eine herausfordernde Nacht vor. Während die Behörden auf Feuerwerksverbotszonen hinweisen, fordern die Grünen ein generelles Böllerverbot.
Bremen – Die Bremer Polizei werde in der Silvesternacht „mit verstärkten Einsatzkräften im gesamten Stadtgebiet präsent sein“. Das hat Polizeisprecher Nils Matthiesen am Freitag angekündigt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bremen „hofft auf einen friedlichen Jahreswechsel“, sagte unterdessen deren Landesvorsitzender Nils Winter. „Silvester ist der Abschluss eines äußerst herausfordernden Jahres.“
Ein Gefahren-Hotspot ist die marode Bürgermeister-Smidt-Brücke, die gegenwärtig ertüchtigt wird. Die Polizei, das Bauressort und das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) warnen eindringlich davor, die Brücke zu betreten, wie es in der vorherigen Silvesternacht geschehen war. Auf der Baustelle bestehe „weiterhin höchste Gefahr für Leib und Leben“, so ein Ressortsprecher. Zudem sei die Brücke „in einem sensiblen Zustand und könnte durch unbefugte Eingriffe stark beschädigt werden, was den bisherigen Baufortschritt zunichtemachen könnte“. Die Brücke bleibe „vollständig gesperrt“, betont auch Polizeisprecher Matthiesen.
Bußgelder von bis zu 5.000 Euro drohen
Er weist zudem auf Böllerverbote hin. Sie gelten „rund um das Rathaus, im Schnoorviertel, auf der Teerhofbrücke und an der Schlachte.“ Und: „Im Bereich der Teerhofbrücke und der Schlachte ist zudem das Mitführen von Feuerwerkskörpern untersagt.“ Rund um das Rathaus gilt das Feuerwerksverbot in einem Umkreis von 150 Metern, so René Möller, Sprecher des Innenressorts. Er verweist auf den Welterbe-Status des Bauwerks mit seinen „großflächig bemalten Holzdecken, einem historischen Ständerwerk sowie Holzschnitzereien“. Kurzum: „Hier besteht ein großes Risiko, dass eventuelle Brände große Schäden anrichten könnten.“ Feuerwerksverbote gelten zudem in einem 150-Meter-Radius um Reet- und Fachwerkhäuser, Tanklager und Tankstellen sowie am Flughafen.
Und an der Schlachte? Hier geben die Erfahrungen vergangener Jahre den Takt vor: „An der Schlachte gab es während der Silvesterfeiern in früheren Jahren viele gefährliche Situationen im Zusammenhang mit Feuerwerk und großen Menschenansammlungen.“ Zuwiderhandlungen gegen die Polizeiverordnung für die Schlachte können mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden.
Bremer Grüne fordern generelles Verbot privater Böllerei
Auch in der Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Seniorenheimen sowie Kirchen darf kein Feuerwerk abgebrannt werden, so Polizeisprecher Matthiesen. Die allgemeine Sicherheitslage werde die Polizei in der Silvesternacht „kontinuierlich bewerten“. Matthiesen: „Derzeit gibt es keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung für die Stadtgemeinde Bremen.“ Gleichwohl habe die Sicherheit der Einsatzkräfte „höchste Priorität“. Also: „Zur Prävention und Verfolgung von Straftaten sind unter anderem der Einsatz von Bodycams sowie eine gezielte Videoüberwachung geplant. In den vergangenen Jahren kam es zu Übergriffen auf Einsatzkräfte, teilweise unter Einsatz von Feuerwerkskörpern. Solche Vorfälle werden konsequent verfolgt.“ Das begrüßt auch GdP-Chef Winter. An Silvester sei bei Polizei, Feuerwehr, Rettungskräften und Ordnungsdienst nicht an Entlastung zu denken. Man gehe „gemeinsam in eine ungewisse Nachtschicht“.
Michael Labetzke, innenpolitischer Sprecher der Grünen und vor seiner Abgeordnetenzeit viele Jahre bei der Bundespolizeiinspektion Bremen, hat am Freitag „ein Ende der privaten Schwarzpulver-Böllerei an Silvester“ gefordert. Gleich zu Beginn des neuen Jahres müsse ein Verbot privater Böllerei auf den Weg gebracht werden – unter anderem mit Blick auf die „ohnehin hoch belasteten Sicherheitskräfte in ganz Deutschland“.

