Kundgebung muss Ort wechseln

„Hamburg steht auf“: Demo gegen Rechts muss Standort wechseln

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Die Demonstration „Hamburg steht auf“ gegen Rechtsextremismus wird vom Rathausmarkt auf den Jungfernstieg verlegt aufgrund einer AfD-Sitzung.

Hamburg – Die für Freitag, 19. Januar 2024, geplante Kundgebung unter dem Titel „Hamburg steht auf - gegen Rechtsextremismus und neonazistische Netzwerke“ in Hamburg muss überraschend den Standort wechseln. Die Veranstaltung wird vom Rathausmarkt auf den Jungfernstieg verlegt, wie die Hamburger Polizei am Donnerstag bestätigte. Diese Änderung resultiert aus einer parallel stattfindenden Fraktionssitzung der AfD im Rathaus, die aufgrund des Hamburgischen Bannkreisgesetzes keine Versammlungen vor dem Rathaus zulässt, wenn dort Sitzungen abgehalten werden. Auch in Bremen gehen die Menschen gegen die AfD auf die Straßen.

Demo gegen Rechts: „Hamburg steht auf“ findet am Jungfernstieg statt – die wichtigsten Informationen im Überblick

Thema:Hamburg steht auf - gegen Rechtsextremismus und neonazistische Netzwerke
Wann:Freitag, 19. Januar 2024, um 15:30 Uhr
Wo:Jungfernstieg (Verlegung von Rathausplatz)
Wie viele Menschen werden erwartet:rund 10.000 Personen

Die Veranstalter, darunter der Hamburger DGB und der Verein „Unternehmer ohne Grenzen e.V.“, erwarten eine Teilnehmerzahl von etwa 10.000 Personen, eine deutliche Steigerung gegenüber der anfänglichen Schätzung von 2.000. Die Demonstration erhält Unterstützung von verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen, einschließlich Gewerkschaften, Kirchen, Wirtschaftsverbänden, Migrantenorganisationen und bekannten Persönlichkeiten wie Udo Lindenberg und John Neumeier. Sportinstitutionen wie der FC St. Pauli und der Hamburger Sportbund beteiligen sich ebenfalls, ebenso wie Fans verschiedener Hamburger Fußballvereine.

AfD-Sitzung bewirkt Ortswechsel für „Hamburg steht auf“ Kundgebung

Geplante Redner bei der Veranstaltung sind unter anderem Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD). Kirsten Fehrs, die amtierende Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, wird ebenfalls eine Ansprache halten. Kazim Abaci, Mitorganisator der Kundgebung und SPD-Politiker, betont die Bedeutung des Engagements der Bürgerschaft zur Verteidigung der parlamentarischen Demokratie.

Großdemonstration gegen Rechts: Hamburg versammelt sich am Jungfernstieg

Die Demonstration reagiert auf nationale Entwicklungen, insbesondere auf Treffen von AfD-Politikern mit bekannten Rechtsextremen. Ähnliche Proteste fanden bereits in anderen Städten statt, so auch in Köln, wo eine Demonstration eine Teilnahme von über 30.000 Menschen verzeichnete.

Die für Freitag, 19. Januar 2024, geplante Kundgebung unter dem Titel „Hamburg steht auf - gegen Rechtsextremismus und neonazistische Netzwerke“ in Hamburg muss überraschend den Standort wechseln. (Symbolfoto)

Die Veranstalter der Hamburger Demonstration äußern, dass das Vorgehen der AfD, welches zur Verlegung der Kundgebung führte, die Entschlossenheit der Zivilgesellschaft nur verstärke. Sie kritisieren, dass die AfD demokratische Prozesse nutzt, um gegen Grundrechte vorzugehen. Die Kundgebung am Jungfernstieg bekräftigt die Werte der Hamburger Verfassung, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit ausspricht.

Dirk Nockemann, Fraktionschef der AfD, wies die Kritik zurück und distanzierte sich von den in Potsdam geführten Gesprächen sowie deren Inhalten. Er erklärte, dass die AfD die Einrichtung von Asylzentren in sicheren Staaten befürwortet, was seiner Meinung nach im Einklang mit dem Grundgesetz steht.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Carsten Thesing

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