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In der Hansestadt Hamburg gibt es insgesamt 15 öffentliche Badestellen, an denen regelmäßig die Wasserqualität geprüft wird. An diesen gilt heute Badeverbot.
Hamburg – Gerade in einer Großstadt wie Hamburg sind Bewohnerinnen und Bewohner froh über jede Bademöglichkeit. Ein Sprung ins kühle Nass verspricht Erfrischung an einem heißen Sommertag – und ist bei den explodierenden Preisen für Eis oft auch die kostengünstigere Variante. Die Qualität des Badewassers in Hamburg wird regelmäßig durch die Umweltbehörde überprüft. An diesen Badestellen in der Hansestadt sollte man heute nicht schwimmen gehen.
Für diese Badegewässer in Hamburg gibt es heute Warnungen
| Badegewässer: | Warnhinweis (Stand 4. September 2023): | Empfehlung: |
|---|---|---|
| Eichbaumsee (Badestelle Nord) | gesperrt | Baden verboten |
| Eichbaumsee (Badestelle Ost) | Blaualgen | Baden verboten, Kinder sollten nicht am Ufer spielen |
Die Warnung vor Zerkarien im Eichbaumsee wurde aufgehoben, ebenso das Badeverbot aufgrund von Blaualgen im See Hinterm Horn. Die aktuelle Badewasserqualität in Hamburg wird regelmäßig durch die Umweltbehörde der Stadt Hamburg überprüft.
Wie sich ein Zerkarien-Befall bei Menschen äußert
Zerkarien oder Gabelschwanzlarven sind Larven von kleinen Saugwürmern. Sie suchen sich normalerweise Wasservögel als Wirte, befallen aber auch Menschen. Die menschliche Haut können sie allerdings nicht durchdringen, sie bleiben in der Hautoberfläche stecken und sterben nach kurzer Zeit ab. Doch ihre Bisse können allergische Reaktionen verursachen, die sich oft in juckendem Hautausschlag äußern
Verlauf und Intensität der sogenannte Bade-Dermatitis sind individuell verschieden. Bei hypersensibilisierten Personen können unter Umständen Fieber und Schockzustände auftreten. Experten raten, den Körper vor dem Baden mit wasserunlöslicher Creme einzureiben. Zerkarien treten besonders häufig nach Schönwetterperioden auf, so der NABU auf seiner Internetseite. Weil Besucher wegen der lästigen Saugwürmer ausblieben, geriet das Naturbad Kiwittsmoor im letzten Jahr in die Krise.
Warum Blaualgen für Menschen und Tiere schädlich sind
Bei den Blaualgen handelt es sich eigentlich nicht um Algen, sondern um Bakterien. Die Cyanobakterien enthalten einen grün-blauen Farbstoff, dem sie den umgangssprachlichen Namen „Blaualgen“ zu verdanken haben. Sie kommen hauptsächlich in Seen und Flüssen vor, können aber durchaus auch im Meer auftreten. In normaler Konzentration sind die Bakterien ungefährlich. Vor allen Dingen bei hohen Wassertemperaturen kommt es aber zu explosionsartiger Vermehrung.
Eine Gesundheitsgefahr für Menschen und Tiere stellen die Giftstoffe dar, die einige Blaualgen produzieren. Sie können Hautreaktionen und bei regelmäßigem Schlucken zu Vergiftungen führen. Daher sollten insbesondere Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Kleinkinder und Schwangere nicht in belasteten Gewässern baden. Für Vierbeiner, von denen es in Hamburg mittlerweile mehr als 100.000 gibt, können Blaualgen ebenfalls gefährlich werden. Besonders das Schlucken von Wasser, das mit Blaualgen belastet ist, kann auch bei Hunden zu Vergiftungen führen.
Übelkeit und Durchfall: Diese Symptome können bei einer Vergiftung durch Blaualgen auftreten
Häufig führt der Kontakt mit Blaualgen zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen. Die Bakterien können aber auch Übelkeit, Durchfall, Entzündungen, Fieber oder Atemwegserkrankungen auslösen. Das Schlucken von sehr viel Wasser kann gerade für Kinder lebensgefährlich sein, informiert das Umweltbundesamt.
Laut Informationen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) können Blaualgen außerdem Bindehautentzündung hervorrufen oder die Leber schädigen. Und zwar nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Katzen und Hunden. Je nach Giftstoff können die Blaualgen bei Vierbeinern nicht nur zu Leberversagen führen, sondern auch Muskelkrämpfe, Lähmungen und Hautentzündungen. Und die tückischen Bakterien sind nur eine der Gefahren in Gewässern, auf die Hundebesitzer im Sommer achten sollten.
Bei diesen Badegewässern in Hamburg wird die Wasserqualität geprüft
- Allermäher See (Nordspitze)
- Boberger See (Sandstrand)
- Eichbaumsee (Badestelle Nord)
- Eichbaumsee (Badestelle Ost)
- Hohendeicher See (Badestelle Süd)
- Hohendeicher See (Badestelle West)
- Insel Neuwerk (Anleger)
- Naturbad Kiwittsmoor
- Naturbad Stadtparksee
- Öjendorfer See (Badestelle Nord): Badesaison seit 1. September 2023 beendet
- Öjendorfer See (Badestelle Süd) : Badesaison seit 1. September 2023 beendet
- See Hinterm Horn
- Sommerbad Duvenstedt: Badesaison seit 1. September 2023 beendet
- Sommerbad Farmsen
- Sommerbad Ostende
- Sommerbad Volksdorf: Badesaison seit 1. September 2023 beendet
Wasserqualität in Badegewässern: Daran erkennt man Blaualgen
Grundsätzlich sollte man sich immer schon vorab über mögliche Belastungen des Badewassers in der Region informieren. Nicht nur in der Hansestadt Hamburg, sondern bundesweit wird die Wasserqualität an öffentlichen Badestellen überprüft. Zusätzlich rät der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) auf seiner Informationsseite über Blaualgen in folgenden Fällen vom Baden ab:
- Das Wasser wirkt grünlich oder bläulich-grün
- Schlierenbildung oder Algenteppiche sichtbar
- Wolkenartige Verteilung im Wasser sichtbar
- An der Wasseroberfläche treiben tote Fische
- Beim Stehen bis zu den Knien im Wasser sind die Füße kaum oder nicht sichtbar
Zwar können die beschriebenen Phänomene auch durch harmlose Grünalgen hervorgerufen werden, da eine spezifische Bestimmung aber nur im Labor möglich ist, sollte man lieber auf Nummer sicher gehen. Das gilt übrigens – unabhängig vom aktuellen Zustand des Wasser – auch für die Elbe, in der man in Hamburg grundsätzlich nicht baden sollte, weil dort noch ganz andere Gefahren lauern.
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