VonSebastian Petersschließen
Wegen der Angriffe auf Einsatzkräften wird in Hamburg nun geprüft, ob ein größeres Böller-Verbot für die Hansestadt infrage kommt. Die Feuerwehr hat schon Konsequenzen gezogen.
Hamburg – Die Übergriffe auf die Rettungskräfte der Feuerwehr und Polizei in Hamburg hat nicht nur in der Hansestadt für Schlagzeilen gesorgt. Im gesamten Bundesland waren die Attacken auf die Retter ein Thema. Auch in weiteren Bundesländern wie Berlin wurden Retter in Uniform Ziel von Pyro-Attacken der Silvester-Chaoten.
Zu Silvester 2023/2024 drohen weitere Pyro-Verbote – Politiker lassen Sperrzonen prüfen
Doch wie verhindert man solche Übergriffe in der Zukunft? In Hamburg ist dies Thema in der Politik. Die Feuerwehr Hamburg hat bereits erste Konsequenzen gezogen und rüstet auf. Mehrere Rettungs- und Löschfahrzeuge wurden mit Splitterschutzfolie ausgestattet. Damit soll verhindert werden, dass Scheiben durch Wurfgeschosse zersplittern oder abgeschossene Pyrotechnik ins Innere des Einsatzfahrzeuges gelangen.
Bodycams oder Dashcams werden in Zukunft aber nicht eingesetzt. Was aber vermutlich kommen wird, sind weitere Verbote an Silvester. Wie bereits in den Jahren zuvor war das Abbrennen von Pyrotechnik am Jungfernstieg und weiteren Bereichen in der Innenstadt untersagt. Einheiten der Lands- und Bundespolizei haben das Verbot engmaschig kontrolliert und diverse Raketen, Böller und weiteres Feuerwerk beschlagnahmt. Dieses Verbot soll nun auf weitere Bereiche der Hansestadt ausgeweitet werden – nicht nur im Innenstadtbereich.
Gewerkschaften von Polizei und Feuerwehr fordern bereits generelles Böllerverbot
In Unterlagen, die Ippen.Media vorliegen, wird beschrieben, dass die Politik weitere Bereich auch in Wohngebieten überprüft. Darunter fallen Bereiche in Hausbruch, Lurup oder Steilshoop. Überall dort, wo im letzten Jahr Einsatzkräfte der Polizei und/oder Feuerwehr attackiert wurden. Nach einer detaillierten Auswertung soll in Bereichen, in denen im Jahreswechsel 2022/2023 Straftaten im Zusammenhang mit Pyrotechnik dokumentiert wurden, Verbote eingeführt werden. Vertreter und Vertreterinnen der Gewerkschaften von Polizei und Feuerwehr haben sich gegenüber den Fraktionen im Senat überrascht von der Aggressivität geäußert. Die Gewerkschaften forderten bereits ein generelles Böllerverbot für den Jahreswechsel.
Dies hätte für einige Hamburger Bewohner schwere Auswirkungen. Sie müssten viele Menschen auf das Silvesterfest, wie es Millionen andere Deutsche feiern, verzichten. Silvester 2022 hatte die Stadt Hamburg sogar Alternativen für das große Feuerwerk an den Hamburger Landungsbrücken überlegt. Wie es in diesem Jahr wird, bleibt noch abzuwarten.
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