Geiseldrama am Flughafen

Das ist über den Flughafen-Geiselnehmer bekannt

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Über 900 Einsatzkräfte der Polizei waren am Flughafen Hamburg im Einsatz, als ein Mann mit seiner Tochter auf das Vorfeld fuhr. 18 Stunden lang dauert die Geiselnahme.

Hamburg – Für 18 Stunden und 25 Minuten war das kleine vierjährige Mädchen in den Händen von Salman E. – ihrem eigenen Vater. Anfangen hat die Tortur in Stade bei Hamburg. Mit einem Trick, so berichtet es die BILD, hat der Mann sich Zutritt zur Wohnung seiner Ex-Frau verschafft. Die Zeitung berichtete davor, dass der Mann mit einer falschen E-Mail-Adresse seine Ex-Frau angeschrieben hat. Er soll auf eine Kleinanzeige reagiert und Kaufinteresse vorgetäuscht haben – ein perfider Plan.

Geiselnahme in Hamburg: Das ist über den Täter bekannt

Das ist über den Geiselnehmer am Flughafen Hamburg bekannt

Bei dem Geiselnehmer handelt es sich um den 35-jährigen Salman E.. Er lebte in einem Hochhausblock in Buxtehude. Bereits 2022 soll der Mann mit seiner Tochter unerlaubt in die Türkei ausgereist sein. Seine Ex-Frau stellte damals bei der Polizei Stade Anzeige. Auslöser der Geiselnahme soll, so die Polizei, Sorgerechtsstreitigkeiten gewesen sein. Während der Geiselnahme hätte der Mann sich in einer psychischen Ausnahmesituation befunden, so die Polizei Hamburg. Nach 18 Stunden und 25 Minuten hat der Mann aufgegeben, seine Tochter den Einsatzkräften übergeben und sich widerstandslos verhaften lassen.

Gegen 19 Uhr klingelte der „angebliche Käufer“ an der Eingangstür. Als die Mutter (38) die Haustür öffnete, stürmte Salman E. hinein. Hierbei schoss der Mann mit einer Waffe einmal in die Luft. Anschließend entriss der Mann seiner Ex-Frau die Tochter und fuhr in einem geliehenen schwarzen Audi A4 davon. Kurz darauf alarmierte die Frau bereits die Polizei und gab die Kindesentführung zur Anzeige. Hierbei soll die Mutter bereits erwähnt haben, dass ihr Ex-Mann mit ihrer Tochter wohl auf dem Weg zum Flughafen sei.

Gegen 20 Uhr wurde die Aussage der Mutter bestätigt. Salmann E. durchbrach beim Nordtor mehrere Schranken, bog links ab und fuhr auf das Vorfeld des Hamburg Airports. Auf dem Vorfeld, so zeigen es Internetvideos, zündete der Mann zwei Brandsätze. Hierbei soll es sich nach unbestätigten Aussagen um Molotowcocktails gehandelt haben.

Am Nordtorportal durchbrach Salman E. mit einem Audi A4 mehrere Schranken und fuhr auf das Vorfeld.

Als Einsatzkräfte der Flughafenfeuerwehr anrückten, um den Brand zu löschen, fuhr Salman E. mit dem schwarzen Audi A4 in Richtung der Passagiermaschine der Fluglinie „Turkish Airlines“, die noch am Gate stand. Mutmaßlich wollte der Mann gemeinsam mit seiner Tochter über eine Treppe in das Flugzeug gelangen und in die Türkei ausreisen. Bereits 2022 hatte Salman E. mit seiner Tochter zusammen unerlaubt das Land verlassen. Daraufhin musste der Mann eine Geldstrafe zahlen, so die Staatsanwaltschaft.

Nach dem Geisel-Drama in Hamburg – was wir über den Täter wissen

Nachdem der Mann die Passagiermaschine offenbar nicht betreten konnte und sich im Audi A4 mit seiner Tochter eingesperrt hatte, umstellten Einsatzkräfte der Polizei und Bundespolizei das Fahrzeug. Gegen 22 Uhr konnten Einsatzkräfte sich telefonisch mit dem Mann unterhalten. Wie die Pressesprecherin der Polizei Hamburg mehrmals berichtete, konnten die Einsatzkräfte der Polizei das Kind durchgängig sehen. Auch in Telefonaten, so die Sprecherin, war das Kind zu hören. In den Telefonaten soll der Mann mehrmals die Ausreise in die Türkei verlangt und mit einer Bombe gedroht haben. Er würde sie Zünden, sollten Einsatzkräfte vorhaben, das Fahrzeug zu stürmen. Die Drohung wurde von der Polizei als ernst eingestuft, da der Mann zuvor bereits mehrmals mit einer halb automatischen Selbstladekurzwaffe auf dem Vorfeld des Flughafens geschossen habe.

Nach 18 Stunden und 25 Minuten gab der Mann schließlich auf. Er stieg aus dem Fahrzeug, nahm sein Kind auf dem Arm und ging auf die Einsatzkräfte zu. Ungefähr 10 Meter vor den Einsatzkräften blieb Slaman E. stehen, kniete sich zu seinem Kind herunter. Ungefähr fünf Minuten lang sprach der Mann zu der Vierjährigen auf dem Vorfeld. Anschließend wurde das Kind zunächst von Mitgliedern des Verhandlungsteams der Polizei in Sicherheit gebracht. Danach fuhren Einsatzkräfte des SEK vor, umstellten den Mann und nahmen ihn vorläufig fest. Wenige Stunden später wurde gegen den Mann ein Haftbefehl erlassen.

Während der Mann abgeführt wurde, untersuchten noch Spezialisten das Fahrzeug. Zwei auffällige Pakete wurden mit einem Roboter weggefahren und gesprengt. Gegen 17:30 Uhr konnten die ersten Passagiermaschinen am Flughafen Hamburg nach rund 20 Stunden Stillstand wieder starten und landen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Peters

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