Bauarbeiten gestoppt

Zukunft des Elbtowers: Wird Hamburgs Milliardenprojekt bald fortgesetzt?

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Der Elbtower soll das dritthöchste Hochhaus Deutschlands werden. Doch die Bauarbeiten sind gestoppt und die Zukunft des Projekts ist ungewiss.

Hamburg – Infolge der Bauverzögerung beim milliardenschweren Hamburger Elbtower-Projekt nimmt der politische Druck auf den Projektentwickler Signa zu. „Beim Elbtower handelt es sich – anders als bei der Elbphilharmonie – um ein Projekt im Risiko der privaten Investoren, die bei einem Abbruch des Vorhabens in dieser Phase einen großen wirtschaftlichen Schaden hätten“, äußerte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) gegenüber dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

„Die Stadt wird in diesem Zusammenhang keine finanziellen Belastungen übernehmen, sondern auf die Einhaltung der vertraglichen Regelungen achten“, so Tschentscher. Er drückte die Hoffnung aus, „dass die Investoren daher im eigenen Interesse eine Lösung für die Wiederaufnahme der Bautätigkeit finden“.

„Vom Elbtower sind wir nach wie vor absolut überzeugt“: Hoffnung liegt auf Investoren

Commerz Real, der Vermögensverwalter der Commerzbank, der im vergangenen Sommer mit einem Anteil von 25 Prozent in das Projekt eingestiegen war, erwartet eine rasche Wiederaufnahme der Bauarbeiten. Commerz Real stehe sowohl mit dem für den Rohbau zuständigen Bauunternehmen Lupp als auch mit Signa „im Gespräch, um rasch eine Lösung zu finden“ in Kontakt, erklärte ein Sprecher von Commerz Real am Freitag auf Anfrage der dpa. „Vom Elbtower sind wir nach wie vor absolut überzeugt und gehen davon aus, dass die Bauarbeiten bald wieder aufgenommen werden können.“

Wie steht es um den Elbtower?

Signa Real Estate, der Projektentwickler und Teil der Signa-Holding des österreichischen Milliardärs René Benko, hat bisher nicht auf Anfragen zu den Gründen für die Bauverzögerung und zum weiteren Verlauf beim Elbtower reagiert. Der Sprecher von Commerz Real teilte mit, dass sein Unternehmen direkt von der Firma Lupp informiert wurde, bevor diese die Arbeiten einstellte.

Das Hochhaus am östlichen Ende der Hamburger Hafencity, einem der größten städtischen Entwicklungsprojekte in Europa, soll mit 65 Stockwerken und einer Höhe von 245 Metern nach dem Commerzbank-Turm und dem Messeturm in Frankfurt das dritthöchste Hochhaus in Deutschland werden. Laut früheren Angaben von Signa Real Estate wird der Wolkenkratzer voraussichtlich 950 Millionen Euro kosten.

Elbtower kostet fast eine Milliarde Euro: „Ein Projekt im Risiko der privaten Investoren“

Der Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne, der in Medienberichten als potenzieller Geldgeber für den Elbtower gehandelt wurde, steht nach eigenen Angaben nicht als Finanzier zur Verfügung. „Die Kühne Holding ist von einem Elbtower-Engagement weit entfernt und lediglich an dem einen oder anderen Gespräch über Teil- oder Gesamtlösungen in Sachen Signa Prime am Rande beteiligt“, teilte Kühne dem „Hamburger Abendblatt“ auf Anfrage mit. „Zurzeit zeichnen sich keine Lösungen unter Mitwirkung der Kühne Holding ab.“

Tschentscher erinnerte an den Grundstückskaufvertrag, den die Stadt Hamburg mit Signa abgeschlossen hatte. „Dazu gehören detaillierte Meilensteine zur Fertigstellung des Gebäudes, die mit entsprechenden Vertragsstrafen in zweistelliger Millionenhöhe bis hin zur Rückübertragung des Grundstücks mit den bereits erstellten Gebäudeteilen reichen“, sagte der Bürgermeister. „Die Verträge sind gut verhandelt und sichern die Interessen der Stadt umfassend ab.“

Der Elbtower, der 65 Etagen haben soll, wird eine Höhe von 245 Metern erreichen. Damit wird das von dem renommierten Architekten David Chipperfield entworfene Gebäude nach dem Commerzbank-Turm und dem Messeturm in Frankfurt das dritthöchste Hochhaus in Deutschland.

Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung bearbeitet und vor der Veröffentlichung vom Redakteur Adriano D‘Adamo sorgfältig geprüft.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Markus Matzel

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