EM 2024

EM 2024: Bei diesen Spielen gibt es in Frankfurt wohl die lautesten Autokorsos

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Die EM 2024 steht vor der Tür. Frankfurt hat unzählige Einwohner:innen aus anderen europäischen Ländern. Es wird also nicht nur nach Deutschen Spielen gefeiert.

Frankfurt – Bald ist es so weit, die EM 2024 beginnt mit der Partie Deutschland gegen Schottland. Erster Höhepunkt in der „Frankfurt Arena“, wie das Waldstadion während des Turniers heißen wird, ist das dritte Gruppenspiel der DFB-Elf am 23. Juni gegen die Schweiz. Neben drei weiteren Gruppenspielen unter Beteiligung von England, Dänemark, Belgien, Slowakei und Rumänien steigt am 1. Juli dann noch ein Achtelfinale in der Mainmetropole.

Die Stadt Frankfurt hat sich zu diesem Anlass nicht lumpen lassen, nimmt zur Austragung der Spiele und für die „Fan Zone“ am nördlichen Mainufer, die vom 14. Juni bis zum 14. Juli täglich geöffnet sein wird, rund 30 Millionen Euro in die Hand. Auf zehn Bildschirmen werden hier alle 51 Spiele der EM übertragen. Besonderes Highlight ist ein „Big Screen“ mit einer Fläche von 144 Quadratmetern, der auf dem Main verankert sein wird.

Bereits bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hatte es am Mainufer ein viel besuchtes Public Viewing mit einem schwimmenden Bildschirm gegeben. Auch einen schwimmenden Bolzplatz soll es während der EM 2024 geben, zudem zwei weitere Fußball-Kleinfelder in der „Fan Zone“. Für einen kleinen Kick auf dem Main hat sich bereits EM-Botschafter und „Fußballgott“ Alex Meier angemeldet, der das „Floating Pitch“ als „coole Sache“ bezeichnete.

Rumänien hat bei der EM 2024 in Frankfurt echten Heimvorteil

Feiern dürften auf dem 1,4 Kilometer langen Fan-Fest dann natürlich nicht nur deutsche Staatsbürger:innen, sondern auch die Frankfurter:innen mit ausländischem Pass. Ende 2023 hatten nach Angaben der Stadt rund 244 000 Ausländer:innen ihren Hauptwohnsitz in Frankfurt, was einem Anteil von etwas mehr als 30 Prozent an der städtischen Bevölkerung entspricht. Menschen aus insgesamt 179 Nationen lebten im vergangenen Jahr in der Mainmetropole, die meisten davon aus Europa. Gefeiert wird in Frankfurt während der EM 2024 also nicht nur, wenn die deutsche Mannschaft gewinnt.

Deutsche und türkische Fußballfans bei der EM 2008 beim Public-Viewing in der Innenstadt von Frankfurt.

Besonders laut dürfte es in der Mainmetropole am 18. Juni werden, wenn die Türkei ihr erstes Gruppenspiel gegen Georgien austrägt. Etwa 24.500 Türk:innen leben in Frankfurt, mit Abstand die häufigste Staatsangehörigkeit. Auf die Türkei wartet in Gruppe F am 22. Juni mit Portugal dann der Gruppenfavorit, bevor es am 26. Juni gegen Tschechien geht – anschließender Autokorso durch die Stadt bei einem Weiterkommen der Türkei nicht ausgeschlossen.

Auf den Plätzen zwei und drei der in Frankfurt lebenden Ausländer:innen folgen Kroat:innen (rund 15.300 Menschen) und Italiener:innen (14.900) – beides ebenfalls EM-Teilnehmerländer. Zu lautstarker Unterstützung in der Mainmetropole dürfte es daher auch am 24. Juni kommen, wenn beide Teams in der (Hammer-)Gruppe B aufeinandertreffen. Neben Kroatien und Italien kämpfen in der Gruppe Spanien und Underdog Albanien um den Einzug ins Achtelfinale. Gut für die Frankfurter:innen mit kroatischem, italienischem und spanischem Pass, von denen rund 8.000 in der Stadt leben: Bei der EM 2024 kommen neben den beiden Erstplatzierten aller sechs Gruppen auch die vier besten Gruppendritten weiter. Zumindest das Achtelfinale dürfte also für alle drei Mannschaften zu erreichen sein.

Alle Spiele in Frankfurt im Überblick:

  • 17. Juni 2024, 18 Uhr: Belgien gegen die Slowakei
  • 20. Juni 2024, 18 Uhr: Dänemark gegen England
  • 23. Juni 2024, 21 Uhr: Schweiz gegen Deutschland
  • 26. Juni 2024, 18 Uhr: Slowakei gegen Rumänien
  • 1. Juli 2024, 21 Uhr: Achtelfinale, Sieger Gruppe F – Dritter Gruppe A/B/C

Einen echten Heimvorteil haben die in Frankfurt lebenden Menschen aus Rumänien (10.700), denn ihr Team trägt am 26. Juni tatsächlich ein Spiel im Deutsche Bank Park aus – gegen die Slowakei. An Unterstützung dürfte es der Mannschaft von Trainer Eduard Iordănescu dann nicht mangeln.

Die zehn häufigsten Staatsangehörigkeiten in Frankfurt:

Türkei24.452 (Einwohner)
Kroatien15.299
Italien14.909
Rumänien10.753
Indien10.692
Polen10.528
Serbien9.860
Ukraine9.419
Bulgarien9.047
Spanien8.095
Quelle: Stadt Frankfurt (Stand 31.12.2023)

Ausgelassen feiern und ihre Elf unterstützen werden aber sicher auch die Frankfurter:innen mit polnischem, ukrainischem, serbischem und spanischem Pass, die allesamt häufig in der Stadt vertreten sind. Bulgarien konnte sich für die EM 2024 nicht qualifizieren.

Grundsätzlich beträgt der Anteil der EU-Ausländer:innen an der ausländischen Bevölkerung in Frankfurt mit rund 95.000 Menschen (Stand 2023) 38,9 Prozent. Etwa zwei Drittel der Menschen in Frankfurt ohne deutschen Pass stammen aus Europa (inklusive EU).

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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