Fußball-EM

Fünf Spiele und riesiges Fan-Fest: EM 2024 in Frankfurt kostet Stadt 30 Millionen Euro

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30 Millionen lässt sich die Stadt Frankfurt die Austragung von fünf Spielen bei der EM 2024 kosten. Das Geld fließt unter anderem in eine große Fan-Meile am Main. Lohnen sich die Investition?

Frankfurt - Wenn am 14. Juli die EM 2024 in Deutschland mit dem Finale im Berliner Olympiastadion endet, wird die Stadt Frankfurt tief in die Tasche gegriffen haben. Rund 30 Millionen Euro lässt sich die Stadt die Austragung von vier Gruppenspielen und einem Achtelfinale im Deutsche Bank Park sowie einem riesigen Fan-Fest am nördlichen Mainufer kosten.

Rund die Hälfte des Geldes steckt die Tourismus- und Congress Frankfurt GmbH (TCF) in die „Fan Zone“ zwischen Friedensbrücke und dem Eisernen Steg. Neben einer 144 Quadratmeter großen Public-Viewing-Leinwand auf dem Main wird dort während der EM 2024 auch ein sogenannter „Floating Pitch“ aufgebaut, ein schwimmender Bolzplatz. Alle 51 Spiele der EM werden auf der Fan-Meile zudem auf mehreren Bildschirmen gezeigt. 30.000 Menschen sollen am nördlichen Mainufer täglich Platz finden.

EM 2024 in Frankfurt kostet Stadt 30 Millionen Euro

Die andere Hälfte der 30 Millionen soll laut einer Magistratsvorlage in die Modernisierung des Waldstadions, in Sicherheit, Mobilität und Nachhaltigkeit fließen. Die Spielstätte von Eintracht Frankfurt wurde zuletzt vor der Heim-WM 2006 großflächig renoviert und als reines Fußballstadion neu eröffnet. Nach 18 Jahren Nutzung brauche das Stadion manche Neuerung, begrüßte Clarissa Böckl von der städtischen Stadion GmbH die Investitionen der Stadt. Rechtzeitig zur EM 2024 soll in Sachen Mobilität zudem beispielsweise die U-Bahnstation am Hauptbahnhof Frankfurt wieder barrierefrei zugänglich sein.

Zuschauer auf der Fanmeile bejubeln 2011 ein Tor beim Public Viewing in Frankfurt. (Archivbild)

Als sich Frankfurt 2017 als Austragungsort für die EM 2024 beworben hatte, waren zunächst 15 bis 17 Millionen Euro als Budget im Gespräch gewesen. Der heutige Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) bezeichnete den Betrag später als „Kostenschätzungen“. Nach dem Zuschlag für Deutschland im Jahr 2018 und dem Abschluss der konkreten Planungen korrigierte der damalige Sportdezernent Josef die Zahl im Herbst 2022 auf 30 Millionen.

EM 2024 in Frankfurt: Eine Million Besucher:innen könnten kommen

Kritik kam im Stadtparlament damals vor allem von den Linken. „Hier wird der Uefa der rote Teppich ausgerollt“, sagte Fraktionschef Michael Müller. Er habe „ein paar Probleme, die 30 Millionen Euro einfach durchzuwinken“. Gleichzeitig zeigte Müller Verständnis für die Bewilligung der finanziellen Mittel ob des „knallharten Standortwettbewerbs“, den die UEFA ausrufe. Für Unmut sorgte vor allem die Kurzfristigkeit, mit der die Stadtregierung das Thema auf die Agenda setzte. Josef betonte damals ebenso wie die TCF die Dringlichkeit der Planungen und warb in der damaligen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses für die Investitionen. Laut Tourismuschef Thomas Feda könnten während der EM 2024 rund eine Million Besucher:innen nach Frankfurt kommen.

Bei den anderen Austragungsorten der EM 2024 gehen die Kosten aktuellen Zahlen zufolge deutlich auseinander. Während München (rund 21 Millionen Euro), Köln (12 Millionen) oder Düsseldorf (20 Millionen) weniger Geld als Frankfurt in die Hand nehmen, dürften die Kosten in Berlin auf über 80 Millionen Euro steigen. Mit rund 30 Millionen Euro bewegt sich Hamburg dagegen in einer ähnlichen Sphäre wie Frankfurt. (nhe)

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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