Werksschließung

Großbäckerei in Frankfurt schließt – 480 Beschäftigte betroffen

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Rewe zieht sich aus der eigenen Brot- und Backherstellung zurück und schließt das Glockenbrot-Werk in Frankfurt. Davon sind 480 Beschäftigte betroffen.

Frankfurt - Die Rewe Group teilte am Freitagnachmittag mit, dass die Großbäckerei bei Frankfurt geschlossen wird. So plane das Unternehmen den perspektivischen Rückzug aus der eigenen Brot- und Backwarenherstellung. Deshalb soll die Glockenbrot-Bäckerei, die zur Rewe Group gehört, in den kommenden drei bis fünf Jahren geschlossen werden.

Stattdessen soll Harry-Brot in Zukunft unter anderem für Rewe produzieren. Dazu solle ein Neubau in Erlensee bei Hanau entstehen und das Glockenbrot-Werk in München übernommen werden. Das Kartellamt müsse jedoch noch zustimmen.

Glockenbrot-Werk in Frankfurt schließt

Das Glockenbrot-Werk in Frankfurt wird nicht übernommen. Hier einen, laut Rewe notwendigen, Neubau zu errichten, würde sich wirtschaftlich nicht rentieren. Alleine für neue Produktionstechnologien wären „Investitionen im dreistelligen Millionenbereich“ vonnöten, ohne die Kosten eines Neubaus.

In Erlensee will die Firma Harry ab 2028 in Betrieb gehen. Die Übernahme in München soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Das sei Teil der Expansionsstrategie des Unternehmens.

„Die Glockenbrot-Bäckerei war über Jahrzehnte ein integraler Bestandteil der Rewe Group und hat die Entwicklung des Bereichs Brot und Backwaren mitgeprägt. Dafür unser ausdrücklicher Dank“, lässt Hans-Jürgen Moog, Vorstand Ware und Einkauf der Rewe Group, mitteilen.

480 Beschäftigte von Schließung in Frankfurt betroffen

Betroffen sind am Standort Frankfurt 480 Beschäftigte. In den kommenden Wochen sollen Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufgenommen werden, um über einen „Interessenausgleich und Sozialplan“ zu beraten, „um sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeitenden“ zu finden. Die insgesamt 320 Stellen am Standort München will Harry-Brot erhalten.

In der Glockenbäckerei in Frankfurt läuft bald nichts mehr vom Band.

Bereits Anfang 2020 trennte sich die Rewe Group von ihren 110 Bäckerei-Shops der Glockenbrot-Bäckerei in den eigenen Supermärkten im Rhein-Main-Gebiet. So werden diese Shops inzwischen von regionalen Bäckereiketten betrieben. Damals sollten die Arbeitsverträge der Shop-Mitarbeitenden auf die neuen Betreiber übergehen.

Großmetzgerei Wilhelm Brandenburg bleibt in Frankfurt

Die Zentrale der Großmetzgerei Wilhelm Brandenburg soll in Frankfurt weiterhin erhalten bleiben, heißt es vonseiten Rewes. „Im Bereich der Fleisch- und Wurst-Produktion setzt die Rewe Group unverändert und mit einem deutlich gestiegenen Investitionsvolumen auf eine eigene, über sechs Standorte regionalisierte Produktion“, heißt es in der Pressemitteilung.

Im vergangenen Jahr hatte die Firma Wilhelm Brandenburg angekündigt, einen Neubau in Erlensee nun doch nicht bauen und dementsprechend nicht von Frankfurt dorthin umziehen zu wollen. Stattdessen baut dort nun Harry-Brot einen Neubau.

Ursprünglich hatte Wilhelm Brandenburg bereits im Jahr 2022 mit dem Bau einer neuen Zentrale und Produktionsstätte in Erlensee beginnen wollen. Mit Beginn des dortigen Betriebs sollten der Frankfurter Standort mit etwa 1200 Beschäftigten und eine kleinere Produktionsstätte in Dreieich (Kreis Offenbach) mit etwa 500 Beschäftigten schließen. Für die Frankfurter Wirtschaft war das damals als schwerer Schlag gewertet worden, zumal die Stadt dem Unternehmen gemeinsam mit der Nachbarkommune Maintal ebenfalls ein Grundstück angeboten hatte.

Rubriklistenbild: © Alex Kraus

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