50.000 Euro für Werratalsee

Gemeinde Meinhard will wieder in Sanierung des Werratalsees einsteigen

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Die Pumpen arbeiten weiter, um den Werratalsee mit zusätzlichem Sauerstoff anzureichern. Um den 100 Hektar großen See wieder für alle Sportarten attraktiv zu machen, muss er saniert werden.
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Grebendorf – Der Werratalsee hat es nun auch in der Gemeinde Meinhard wieder in die parlamentarische Diskussion geschafft. Dafür sorgte zum einen ein Antrag von Bürgermeister Gerhold Brill, der im Entwurf acht Punkte beschreibt, wie der Werratalsee zu retten sei und wie Meinhard sich als Miteigentümerin des Gewässers beteiligen könnte.

Darauf stützend, dass der Wasserspiegel des Sees zu seiner Gesundung angehoben werden muss, will Meinhard die Stadt Eschwege dabei unterstützen, geeignete Retentionsflächen zu finden – das sind Flächen, die große Wassermengen zum Beispiel nach Starkregen kurzzeitig aufnehmen können und damit eine Überflutung von Siedlungsgebieten vermeiden. Zu prüfen seien dabei Auskofferungen in den neuen Kiesabbaugebieten zwischen Jestädt und Niederhone, zwischen Schwebda und Frieda könnten Flutmulden angelegt werden. Damit soll vor allem verhindert werden, dass bei einer Wasserspiegelanhebung die tieferen Lagen in Grebendorf vernässen oder gar überfluten.

Des Weiteren schlägt Brill vor, dass der gesamte Fischbestand für etwa fünf Jahre aus dem Werratalsee entnommen und auf benachbarte Gewässer verteilt wird. „Bei allem Verständnis für den Angelsport sehe ich den Ruder- und Segelsport jedoch als vorrangig an“, sagte Brill in der vergangenen Woche. Es gebe genügend Seen rund um den Werratalsee, die zum Angeln genutzt werden können. Was Meinhards finanzielle Beteiligung betrifft, bleibt der Bürgermeister Wage und verweist auf den „Rahmen der Möglichkeiten“ und den Eigentumsanteil der Gemeinde, der bei zehn Prozent am See liegt. Zu etwa 90 Prozent ist der See im Eigentum der Stadt Eschwege und einiger privater Eigner.

Die Fraktionen aus SPD, ÜWG und FDP in Meinhard gehen in einem eigenen Antrag weiter: Die Stadt Eschwege soll bei einem neuen Planfeststellungsverfahren unterstützt werden. Die Eschweger Stadtverordnetenversammlung hat dazu bereits einen Beschluss gefasst. Hierbei soll Meinhard nun nachziehen. Deshalb soll der Gemeindevorstand nun den Meinharder Kostenanteil im Austausch mit Eschwege ermitteln, der für Investitionen und Planung um den Werratalsee auf die Gemeinde zukommt.

50.000 Euro für See in den Haushalt einstellen

Zunächst aber sollen für 2024 50.000 Euro in den Meinharder Haushalt für den See eingestellt werden. Die Anträge des Bürgermeisters und der Fraktionen wurden einstimmig angenommen und sollen nun in den Ausschüssen beraten werden.

Einigkeit herrscht in der Meinharder Gemeindevertretung zumindest darüber, dass die Gemeinde klar von den Attraktionen des Werratalsees profitiert, auch wenn ihr nur zehn Prozent der Fläche gehören und die Hälfte in ihrer Gemarkung liegt. „Wir sollten und müssen wieder verstärkt in Meinhard den See und die Umgebung in den Fokus nehmen und Lösungen für die Zukunft ausbauen“, heißt es in dem Antrag der Fraktionen.

Meinhard hatte sich über Jahre nicht an Kosten für den Werratalsee rausgehalten, unter anderem, weil sie unter dem Schutzschirm stand.

Von Stefanie Salzmann

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