Landespolitik

Kommentar: AfD im hessischen Landtag ist offen nach rechts außen

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Sieht seinen Laden als bürgerlich-konservativ an: AfD-Landeschef Robert Lambrou (rechts).
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Die hessische AfD will ihre Parteijugend auf Linie bringen. In Wirklichkeit zeigt sie erneut, dass sie offen zur extremen Rechten ist. Ein Kommentar.

Das Wichtigste gleich zu Anfang, damit klar ist, worüber wir hier reden: Die „Junge Alternative“ (JA) in Hessen ist eine rechtsextreme Vereinigung. Sie versteht sich als Teil der „Mosaikrechten“, einer rechtsextremen Bewegung also, die sich in den vergangenen Jahren irgendwo zwischen dem neurechten Verleger Götz Kubitschek, der rassistischen „Identitären Bewegung“ (IB) und rechten Burschenschaften entwickelt und ausdifferenziert hat.

Man kann trefflich darüber streiten, ob die hessische AfD als Ganzes zu dieser Szene gehört. Bei der Jungen Alternative ist das aber eindeutig.

Hessen: Zwischen AfD und JA passt kein Blatt mehr

Auf den ersten Blick ist es daher verwunderlich, dass die hessische AfD-Fraktion jetzt in Gestalt dreier ihrer Mitglieder mit wehenden Fahnen in die JA-Spitze einsteigt. Schließlich wehrt die AfD sich schon seit langem gegen den Vorwurf, rechtsextrem zu sein. Sie sieht sich als bürgerlich-konservative Partei.

Aber der AfD-Landeschef Robert Lambrou redet schon lange davon, dass er die hessische AfD auf einen gemäßigten Kurs bringen will – und in dieser Logik ist jetzt der Nachwuchs dran.

Kontakte in die Neonazi-Szene

In Wirklichkeit zeigt sich erneut, dass die AfD schlicht keine Abgrenzung zur extremen Rechten vornimmt. Ihr Fraktionsvize Andreas Lichert kommt aus dem Umfeld von Kubitschek, ihren Corona-Ausschuss wollte die AfD mit dem Fraktionslosen Sascha Herr durchsetzen, der Kontakte in die militante Naziszene hat.

Und auch zwischen AfD und JA passt nun kein Blatt mehr. Politisch klug ist das alles übrigens nicht: Die neue Nähe zur JA macht es wahrscheinlicher, dass die hessische AfD irgendwann als Ganzes als rechtsextrem eingestuft wird. (Hanning Voigts)

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