- schließen
Niklas Hecht
Sebastian Richter
Florian Dörr
Der aktuelle Bahnstreik trifft auch Frankfurt. Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr fallen großflächig aus. Bei den möglichen ÖPNV-Alternativen schlägt derweil die Krankheitswelle zu.
+++ 18.25 Uhr: Um 18 Uhr am Donnerstagabend hat der 20-stündige Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL offiziell sein Ende gefunden. Die Deutsche Bahn (DB) zog am frühen Abend ein überwiegend positives Fazit ihres Notfahrplans. Dieser sei den ganzen Tag über „verlässlich“ und „stabil“ gewesen, teilte eine Konzernsprecherin auf der firmeneigenen Internetseite mit. Von den ICE- und Intercity-Zügen seien am Donnerstag trotz des Streiks rund 20 Prozent gefahren, im Regionalverkehr habe man bis auf wenige Ausnahmen ein zumindest eingeschränktes Angebot sicherstellen können. Mancherorts seien sogar mehr Züge gefahren als ursprünglich geplant.
Weiterhin teilte die Sprecherin mit, dass der Notfahrplan der Bahn am Donnerstag auch nach 18 Uhr gelte – bis zum Ende des Tages. Das ermögliche der Bahn eine reibungslose Wiederaufnahme des regulären Bahnverkehrs am Freitag. Der Konzern rechnet im Fern- und Regionalverkehr am Freitag wieder mit einer „fast vollständigen“ Zugangebot. Dennoch sollten Reisende vor Abfahrt prüfen, ob der jeweilige Zug tatsächlich fahre, erklärte die Sprecherin. „Da auch nach dem Ende des GDL-Streiks mit mehr Reisenden als sonst zu rechnen ist, empfehlen wir im Fernverkehr eine Sitzplatzreservierung“, hieß es weiter.
+++ 9.29 Uhr: Der Bahnstreik sorgt in Frankfurt für massive Beeinträchtigungen im ÖPNV. Der S-Bahn-Verkehr im Rhein-Main wurde am Mittwochabend (15. November) zunächst eingestellt. Inzwischen gibt es ein stark eingeschränktes Angebot. Ganz bitter: Im Busverkehr, der für die Frankfurter eigentlich eine Alternative darstellen sollte, weil er vom Bahnstreik nicht betroffen ist, kommt es ebenfalls zu Problemen. Diese hatten sich bereits in den vergangenen Tagen angedeutet. Nun heißt es bei der VGF mit Blick auf den Donnerstag (16. November): „Es kommt im Tagesverlauf auf den Linien 30, 31, M32, M34, M36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, M43, 44, M46, 51, 61, 63 und 64 zu einzelnen Fahrtausfällen. Grund dafür ist der hohe Krankenstand beim Fahrpersonal.“
Bahn-Streik: Stellwerk in Frankfurt unbesetzt - Ausfälle bei S-Bahnen
Update von Donnerstag, 16. November, 7.25 Uhr: In Hessen hat der Bahnstreik der GDL begonnen. Fahrgäste müssen sich in Frankfurt und Umgebung auf Ausfälle einstellen, mehr als 80 Prozent der Fernverbindungen (also ICE- und IC-Züge) fallen nach Angaben der Bahn aus.
Vom Streik hauptsächlich betroffen sind Züge der Deutschen Bahn, allerdings beeinträchtigt der Streik auch Fahrten anderer Unternehmen wie Vlexx und die Hessische Landesbahn. Grund dafür sind Streiks, die die generelle Infrastruktur betreffen – unter anderem blieb heute Morgen das Stellwerk in Frankfurt-West unbesetzt, so eine Sprecherin der Bahn. Dadurch komme es zudem zu Ausfällen der S-Bahnlinien zwischen Frankfurt Rödelheim und dem Frankfurter Hauptbahnhof. S-Bahnen sollen eigentlich im Stundentakt fahren. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindungen informieren.
Aktueller Bahnstreik bringt große Einschränkungen in Frankfurt – Welche Bahnen fahren?
Update vom Mittwoch, 15. November, 20.41 Uhr: Der Bahnstreik bringt am Mittwochabend bis Donnerstagnacht einen großen Teil des Bahnverkehrs zum Stillstand. Es gibt allerdings einen Notfallplan, einige Züge fahren dennoch – wenn auch in verkürzten Takten. Fahrgäste sollten sich vor der Fahrt online über die aktuelle Situation informieren. Eine Übersicht der Bahnverbindungen im Rhein-Main-Gebiet und Frankfurt:
- Taunusnetz: (RB11 / RB12 / RB15 / RB16)
- Der Betrieb im Taunusnetz wird eingestellt.
- Taunusstrecke (RB22 / RE20)
- Zwischen Frankfurt - Limburg: Im 2-Stunden-Takt
- Main-Weser-Bahn (RE30)
- RE30: entfällt
- Mittelhessennetz (RB 40 / RB41 / RB49)
- Marburg - Frankfurt: Stundentakt mit Doppelstockwagen
- Niddertal (RB34 / RB48)
- RB34 Glauburg-Stockheim - Bad Vilbel: 2-Stunden-Takt, Ausfall zwischen Frankfurt - Bad Vilbel
RB48: entfällt - Main-Neckar-Ried (RE60 / RB 67/68 / RE70)
- RE60: entfällt
RB67/68 Frankfurt - Neu-Edingen/Friedrichsfeld: 2-Stunden-Takt, (Ausfall zwischen Neu-Edingen/Friedrichsfeld - Schwetzigen bzw. Hockenheim und Neu-Edingen/Friedrichsfeld - Heidelberg bzw. Wiesloch-Walldorf)
RE70: Frankfurt - Mannheim-Waldhof (Riedbahn): 3-Stunden-Takt - Dreieich (RB61)
- Frankfurt - Dieburg: 2-Stunden-Takt
- Kinzigtal (RE5 / RE50 / RB51)
- RE5: entfällt
RE50: verkehrt auf Teilstrecken. Das Baustellenkonzept auf dem Kinzigtal bleibt bestehen - d.h. der Schienenersatzverkehr wird fahren
RB51: entfällt - Zwischen Schlüchtern und Hanau werden keine Züge verkehren.
- (Quelle: rmv.de)
Streik bei der GDL: Wie fahren die S-Bahnen in Frankfurt und Rhein-Main?
Auch die S-Bahnen sind vom Streik betroffen. Schon ab Mittwochabend hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund angekündigt, dass der S-Bahn-Verkehr ab 20 Uhr schrittweise ausgedünnt wird. Ab Streikbeginn um 22 Uhr am Mittwochabend ist demnach ein Stundentakt vorgesehen. Konkret heißt das, die S-Bahn-Linien S1, S3, S5, S6 und S8 werden lediglich einmal pro Stunde fahren.
Ausnahmen gibt es bei den Linien S2 und S4. Diese Linien fahren nicht bis nach Frankfurt. Auf der Linie S2 gibt es laut dem RMV einen Pendelverkehr zwischen Offenbach und Dietzenbach, die S4 pendelt zwischen Niederhöchstadt und Kronberg.
Update vom Mittwoch, 15. November, 12.23 Uhr: Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) reagiert auf den angekündigten Bahnstreik. Demnach sollen am Mittwoch und Donnerstag längere Züge auf den U-Bahnlinien U1, U2, U6 und U7 eingesetzt werden. „Das heißt: Bis Betriebsende am Donnerstag fahren auf allen vier Linien Drei-Wagen-Züge, der letzte Wagen wird in den Abendstunden nicht wie sonst üblich abgehängt.“
Zudem heißt es bei der VGF mit Blick auf den Bahnstreik, der ab den Abendstunden auch Frankfurt treffen wird: „U-Bahnen und Straßenbahnen sowie der städtische Busverkehr in Frankfurt sind vom Streik nicht betroffen. Alle Frankfurter Linien verkehren Mittwoch und Donnerstag daher nach Fahrplan.“ Anders sieht es bei den S-Bahnen aus. Hier rechnet der RMV mit Ausfällen.
Aktueller Bahnstreik: Große Einschränkungen in Frankfurt – Fallen auch die Alternativen weg?
Erstmeldung vom Mittwoch, 15. November, 10.02 Uhr: Fahrgäste der Bahn müssen sich aufgrund des Streiks, zu dem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) aufgerufen hat, am Mittwoch (15. November) und Donnerstag (16. November) auf zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen auch in Hessen einstellen. Doch nicht nur der Regional- und Fernverkehr der Bahn ist betroffen. Auch innerhalb Frankfurts dürfte der Streik zu massiven Einschränkungen im ÖPNV führen.
So heißt es beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV): „Von den Arbeitsniederlegungen betroffen sind voraussichtlich auch Regionalzüge und S-Bahnen im RMV-Gebiet.“ Bedeutet: Die S-Bahnen, die etwa die verschiedenen Stadtteile in Frankfurt und das nähere Umland verbinden, sind ebenfalls betroffen. Inwiefern es zu Komplettausfällen kommt, das ist aktuell noch unklar.
Lokführer streiken, Bahnen in Hessen fallen aus – Auch Probleme im Frankfurter Busverkehr
Ebenfalls fraglich: Was ist mit den Alternativen im ÖPNV in Frankfurt? U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse sind immerhin nicht von dem Bahnstreik betroffen. Insbesondere vor dem Hintergrund des hohen Krankenstands gibt es hier aber Unsicherheiten. So heißt es mit Blick auf den heutigen Mittwoch bereits am Morgen: „Es kommt im Tagesverlauf auf den Linien 30, 31, M34, M36, 37, 38, 39, M46, 51, 61, 63, 64, 66 und 78 zu einzelnen Fahrtausfällen. Grund dafür ist der hohe Krankenstand beim Fahrpersonal.“ Wie es um den lokalen ÖPNV während des Haupttags des Streiks am Donnerstag steht? Ungewiss.
Reduziertes Angebot im Regionalverkehr durch Bahnstreik? Folgen für S-Bahnen in Frankfurt unklar
Sicher ist: Die GDL hat zu Arbeitsniederlegungen zwischen heute Abend um 22 Uhr und Donnerstagabend um 18 Uhr aufgerufen. Bedeutet: Die deutlichsten Auswirkungen des Bahnstreiks sind – auch in Frankfurt – wohl erst morgen zu erwarten. Im Regionalverkehr sei es das Ziel der Bahn, während des Streiks wenigstens ein stark reduziertes Angebot zu fahren. In welchem Umfang dies auch speziell mit Blick auf die S-Bahnen in Frankfurt und den Bahnverkehr Hessen möglich ist, das wird sich im Laufe des Tages zeigen.
Die Gewerkschaft fordert in den Tarifverhandlungen unter anderem 555 Euro mehr pro Monat für die Beschäftigten sowie eine Inflationsausgleichsprämie von bis zu 3000 Euro. Besonders wichtig ist Claus Weselsky, dem Vorsitzenden der GDL, zudem eine Arbeitszeitreduzierung von 38 auf 35 Stunden für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich. Die Bedeutung dieser Forderung für die GDL betonte er zuletzt immer wieder. Die Bahn hält eine Arbeitszeitreduzierung für nicht realisierbar und lehnt bisher jede Verhandlung darüber ab.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Markus Mainka



