- VonSabine Kohlschließen
Die Arbeitslosigkeit in der Region Fulda ist im April nur marginal zurückgegangen. Zum Ende des Monats lag die Zahl der Menschen ohne Job mit 4659 um 35 niedriger als im März, allerdings um 425 höher als im April 2023.
Fulda - „Der Arbeitsmarkt tritt momentan auf der Stelle. Die erhoffte Frühjahrsbelebung wird durch die schwache Wirtschaftslage beeinträchtigt“, sagte Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Nur marginal ist die Arbeitslosigkeit im April zurückgegangen, liegt um 0,7 Prozent unter dem Wert vom März, aber um 10 Prozent höher als im April des vergangenen Jahres.
Die Arbeitslosen-Quote in der Region Fulda liegt nach wie vor bei 3,7 Prozent (Vorjahr: 3,4 Prozent) und ist damit die niedrigste in ganz Hessen (Quote: 5,6 Prozent). Im Altkreis Hünfeld sank die Arbeitslosen-Quote auf 3,0 Prozent.
Arbeitslosigkeit im Kreis Fulda sinkt minimal - niedrigste Quote in Hessen
Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien die Folgen des gedämpften Konjunkturverlaufs sichtbar geworden. So stieg die Arbeitslosigkeit laut der Agentur für Arbeit in deren Verantwortungsbereich um 6,7 Prozent auf 1644. Das Jobcenter des Landkreises Fulda verzeichnete mit 3015 Arbeitslosen ein Plus von 12,0 Prozent, wobei hier der hohe Anteil von Menschen mit Fluchthintergrund zu beachten sei.
Ein weiteres Indiz für eine schwächere Konjunktur sei das Minus beim Stellenzugang, der sich deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums bewegt. Seit Jahresbeginn konnte der Arbeitgeberservice 1296 Stellen akquirieren. Das war gut ein Fünftel weniger als vor einem Jahr. Rückläufig waren vor allem die Personaldienstleistung, aber auch im Bereich Bau und Architektur gingen weniger Stellen ein.
Dennoch besteht laut Pressemeldung der Arbeitsagentur weiterhin ein hoher Bedarf an Fach- und Hilfskräften. Verstärkt nachgefragt werden Berufskraftfahrer, Sozialpädagogen und Kaufleute Büromanagement, ebenso Servicekräfte in der Gastronomie, Zahnmedizinische Fachangestellte sowie Personal im Verkauf. Aber auch außergewöhnlichere Stellenangebote liegen dem Arbeitgeberservice vor. So wird beispielsweise ein Cyber-Security-Consultant und ein Tierpfleger (Zoo) gesucht.
Im April meldeten sich 421 Menschen aus vorheriger Erwerbstätigkeit arbeitslos - 24 mehr als vor einem Jahr. Zugleich konnten 435 arbeitslose Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden und eine Beschäftigung aufnehmen. Das waren 53 mehr als im April vergangenen Jahres. „Das zeigt, dass der Arbeitsmarkt trotz einiger Bremsspuren weiterhin aufnahmefähig ist“, urteilt Agenturleiter Dombrowski.
Angesichts des Fachkräftemangels setzen Arbeitsagentur und Kreisjobcenter verstärkt auf berufliche Weiterbildung. Mit 347 nehmen deutlich mehr Menschen an einer Weiterbildungsmaßnahme teil als im Vorjahresmonat.