Juli-Zahlen

Arbeitslosigkeit in der Region Fulda angestiegen - „saisonaler Aufwuchs“

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Die Arbeitslosigkeit in der Region Fulda ist im Juli gegenüber dem Vormonat gestiegen.
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Die Arbeitslosigkeit in der Region Fulda ist im Juli gegenüber dem Vormonat angestiegen: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Juni um 208 auf 5083 gestiegen.

Fulda - Die Arbeitslosenquote beträgt 3,9 Prozent, schreibt die Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda in ihrer monatlichen Bilanz. Im Juni lag die Arbeitslosenquote bei 3,7 Prozent und im Vorjahresmonat bei 3,8 Prozent. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei zur Jahresmitte prinzipiell üblich, wenn auch im Mehrjahresvergleich auffällig.

Anstieg der Arbeitslosigkeit zur Jahresmitte prinzipiell üblich

Katharina Henkel, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, erklärt den saisonalen Aufwuchs: „Bei uns melden sich zum Sommer hin verstärkt jugendliche Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die bisher keinen Ausbildungsplatz finden konnten, oder junge Arbeitnehmende, die vom Betrieb nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss nicht übernommen werden konnten.“

Hinzu komme der Halbjahreswechsel im Angestelltenbereich. „Nach den Sommerferien verbessern sich die Vermittlungschancen erfahrungsgemäß wieder, sodass Ausbildungsabsolventen zeitnah eine neue Beschäftigung aufnehmen können“, so Henkel.

Beim Vergleich mit den Daten des Vorjahres werde weiterhin die schwächere Konjunktur sichtbar. So stieg die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung binnen eines Jahres um 15,5 Prozent auf 2100 Personen. Das Jobcenter des Landkreises verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Minus von 2,3 Prozent auf 2983.

Beim Stellenzugang verzeichnete der Arbeitgeberservice ein Plus von 142 gegenüber dem Monat zuvor. Der Agentur für Arbeit liegen in der Region Fulda aktuell 1493 Stellen zur Besetzung vor. Bedarf an – zumeist qualifiziertem - Personal besteht in nahezu allen Bereichen.

Arbeitskräftebedarf der Unternehmen in der Region ist weiterhin hoch

„Der Arbeitskräftebedarf der Unternehmen in der Region ist weiterhin hoch. Daran wird auch der Anstieg des Mindestlohns wenig ändern“, erklärt Katharina Henkel. „Studien aus vorherigen Erhöhungen des Mindestlohnes des unabhängigen Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen, dass die Unternehmen die höheren Lohnkosten eher über Preissteigerungen ihrer Produkte und Dienstleistungen sowie reduzierte Arbeitszeiten ausgleichen, weniger über Einstellungsrückgänge oder Entlassungen.“

Die Anhebung der Lohnuntergrenze bis Januar 2027 um 1,78 auf 14,60 Euro könne vielmehr die Attraktivität bestimmter Berufe steigern - Im Gastgewerbe sowie in der Nahrungs- und Genussmittelbranche beispielsweise profitierten rund 45 beziehungsweise 30 Prozent der Beschäftigten unmittelbar von der letzten Erhöhung in 2024.

Noch 651 Ausbildungsstellen frei

Derzeit sind noch 651 Ausbildungsstellen in unterschiedlichen Berufen frei. Damit steht allen bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Jugendlichen mehr als ein Ausbildungsplatz zur Verfügung. Wer Hilfe bei der Entscheidung möchte, kann sich bei der Berufsberatung melden unter 0800 4 5555 00 oder fulda.berufsberatung@arbeitsagentur.de.

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