Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit in Hessen steigt – Kassel beim Bürgergeld in Spitzengruppe

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Die Arbeitslosenquote in Hessen ist im Januar auf 5,6 Prozent gestiegen, mit deutlichen Unterschieden zwischen Stadt und Land – auch in Nordhessen.

Kassel – Die Arbeitslosenquote in Hessen ist im Januar auf 5,6 Prozent gestiegen, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Quote bei 5,3 Prozent lag, ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Auffällig ist die höhere Arbeitslosigkeit in den Ballungsräumen im Vergleich zu den ländlichen Regionen, wobei es deutliche regionale Unterschiede gibt.

Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnet Offenbach mit 9,3 Prozent, die niedrigste der Landkreis Fulda mit 3,7 Prozent. Zu den Arbeitslosen zählen die Bezieher von Arbeitslosengeld und Bürgergeld, wobei das Arbeitslosengeld rund 60 Prozent des letzten Nettoentgelts beträgt und von der Arbeitslosenversicherung gezahlt wird. Das Bürgergeld als Grundsicherung für Langzeitarbeitslose wird dagegen aus Steuermitteln finanziert.

In vielen Büros der Agentur für Arbeit Kassel brennt morgens das Licht. (Archivbild)

Zahlen zu Arbeitslosigkeit und Bürgergeld in Kassel und Nordhessen

In der Stadt Offenbach beziehen 6,8 Prozent der Bevölkerung Bürgergeld, gefolgt von Wiesbaden mit 6,7 Prozent und Kassel mit 6,2 Prozent. Demgegenüber weisen der Landkreis Fulda sowie der Landkreis Waldeck-Frankenberg und der Wetteraukreis mit 2,4 Prozent beziehungsweise 2,6 Prozent die niedrigsten Bürgergeldquoten auf.

Die Gründe für die unterschiedlichen Arbeitslosenquoten sind vielfältig: In Wiesbaden mit einer Quote von 8,5 Prozent fehlen nach Angaben der Stadt viele Berufsabschlüsse und es gibt wenig Arbeitsplätze für Geringqualifizierte. Offenbach kämpft nach Angaben der Stadt mit Geringqualifizierten, befristeter Beschäftigung, Leiharbeit und Langzeitarbeitslosigkeit. Auch Menschen mit Migrationshintergrund, die in Offenbach rund 60 Prozent der Bevölkerung ausmachen, haben laut Arbeitsagentur oft schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Der Landkreis Fulda hingegen profitiert laut Arbeitsagentur von einem vielfältigen Branchenmix, vielen mittelständischen Unternehmen und einer guten Verkehrsanbindung, was zu einer niedrigeren Arbeitslosenquote führe. (cas)

Rubriklistenbild: © Uwe Zucchi/dpa

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